von B.M. Strebel
Xena Episodenführer Staffel 6
(VII) Der Heldinnentod und die Liebe
(113) Coming Home (*)
Leider fängt es schlecht an: Amazonen. Und Ares. Dämliche Folge. Kann mich kaum mehr daran erinnern, worum es eigentlich ging!
(114) The Haunting of Amphipolis (*)
Mamas Taverne wird zum Horrorkabinett. Noch eine dämliche Folge. Xena bekämpft den Teufel, während Eve sich als Exorzistin betätigt. Gabrielle hat nur eine Statistenrolle in dieser Folge.
(115) Heart of Darkness (*****)
Endlich geht es aufwärts. Über die Geschichte kann man sich streiten, aber was die Erotik angeht, ist diese Folge eine der schärfsten überhaupt. Xena versucht den Erzengel Luzifer zu verführen, um ihn an ihrer Stelle auf den verwaisten Thron des Teufels zu setzen. Für uns bedeutet das: Xena at her best! Gabby beäugt Xenas Aktion natürlich misstrauisch, wobei sie selbst allerdings auch nicht gefeit ist gegen teuflische Versuchungen und sich beim abendlichen Gelage im Tempel ziemlich eingehend mit den Brustwarzen von Joxers Sohn Vergil beschäftigt. (Man muss die Folge gesehen haben, um ihren ästhetischen Wert richtig würdigen zu können. Beispielsweise das superscharfe Lederkostüm von Xena und die Stiefel mit Bleistiftabsätzen, in denen unsere Kriegerprinzessin einen Schwertkampf vollführt...)
Neben den erotischen Highlights gibt es in Heart of Darkness tonnenweise Subtext" und das, obwohl der Grossteil der Episode aus heterosexuellen Balzritualen besteht. Ausserdem haben wir in Folge 115 (!) eine Premiere zu feiern, indem nämlich Gabrielle zum ersten Mal als Xenas girlfriend" bezeichnet wird und dies mit unbestreitbar sexuellem Unterton, wie der Kontext beweist:
XENA (zu Luzifer, während sie sich hinter
einem durchsichtigen Vorhang umzieht): You and I
have much in common."
LUZIFER: Of course we do. You are a mortal female
with a lying tongue, savage tendencies... and a blond
girlfirend. I'm a celibate archangel in
the service of the Lord."
XENA: Oh yes, but we're both sinners at heart
you and I. Trying to walk a path that we weren't
meant to."
Und weil er so schön ist, sei auch der Schlussdialog zwischen den Freundinnen zitiert, gehalten nachdem der Erzengel in die Hölle hinab geschleudert wurde und die schwarzen Seelen aller wieder rein sind:
GABBY: I thought I'd lost you for a
minute there."
XENA: Yah? Which minute was that?"
GABBY: You and Lucifer were looking... hmm... a
little... err..."
XENA: Gabrielle, every time I felt myself start to
lose control... I just thought of you. Led me back
home."
GABBY: Really?"
XENA: Sure."
GABBY: Don't go getting all emotional on me
Xena!"
Aber bitte doch! Uns gefällt es ganz gut, wenn Xena
emotional wird!
(116) Who's Gurkhan (***)
Gabby und Xena im Harem. Ästhetisch ist das sehr ansprechend gemacht. Nur der Plot ist ziemlich gaga, auch wenn sich die Drehbuchautoren redlich bemühen, traditionelle" Xena-Themen wieder aufzunehmen. Gabrielles Nichte wurde von einem bösen Frauenräuber aus Afrika geraubt. Beim Versuch, sie zu befreien kommt die halbe Familie um. Nun will Gabrielle Rache nehmen. Xena kann dem natürlich nicht tatenlos zusehen und lässt sich an Gabbys Stelle als Haremsdame an Gurkhan verkaufen, um ihn zu töten. Doch auch Gabrielle mischt sich als Bauchtänzerin unter das Palastvolk... Wie gesagt: zum Anschauen ist die Folge ein Genuss!
Der Versuch, mit Gabbys Rachegelüsten auf altbekannte Konflikte zurückzugreifen (ich erwähne nur Blutschuld, Reinheit, Selbstjustiz etc.), will nicht recht gelingen, zu sehr hat sich Gabrielles Charakter in der Zwischenzeit von seinen reinen", unschuldigen" Wurzeln entfernt. Wie sehr es der Folge (wie überhaupt der ganzen Staffel) an Subtilität mangelt, wird an der fürchterlich brutalen Folterszene von Xena im Kerker von Gurkhans Palast überdeutlich.
z u r ü c k| w e i t e r
Bewertungsschema:
|
o |
Geschmacklos |
*** |
Unterhaltsam |
|
* |
Eher dümmlich |
**** | Sehr empfehlenswert |
|
** |
Soso lala |
***** | Ein absolutes Muss |
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