von B.M. Strebel

Xena Episodenführer: Staffel 6

Xena & Gabrielle


(VII) Sechste Staffel: Der Heldinnentod und die Liebe

Man würde es nicht glauben, aber es ist tatsächlich so, dass sich die Xena-Macherinnen nach der fünften Staffel bei der Nase genommen und beschlossen haben, sich wieder auf ihre Wurzeln zu besinnen. Nicht, dass es nicht auch in der sechsten und letzten Staffel einige Missgriffe gäbe, aber insgesamt übertrifft sie die fünfte Staffel um Längen. Nicht mehr so viele Kämpfe mit Engeln und Gottheiten und wo es dennoch welche gibt, ist wenigstens der philosophische Schwulst weg gelassen worden. Die Spezialeffekte sind auch gewaltig zurückgefahren worden, und die, welche es gibt, sind qualitativ ansprechend gemacht. Nicht, dass es in der sechsten Staffel von originellen Drehbuchideen wimmeln würde, aber wenigstens werden wir von pseudo-originellen bzw. pseudointellektuellen Peinlichkeiten/ Flachheiten verschont. Etwas gesunde Bescheidenheit ist eingekehrt.

Mit einem kritischen Auge betrachtet, reicht die sechste Staffel sicher nicht an die vierte heran und in vielem ist sie auch den ersten drei Saisons nicht gewachsen. Trotzdem liebe ich die sechste Staffeln aus vollem Herzen. Der Grund dafür ist einfach: In der letzten Staffel ist endlich Schluss mit dem ewigen verschlüsselten Reden, hier bekommen wir zu guter Letzt einmal Klartext statt „Subtext". Ja, meine Schwestern, diese sechste Staffel bringt so viel Süssholzraspeln zwischen unseren Heldinnen wie die vergangenen fünf zusammen. Und endlich wird das Kind mal beim Namen genannt — zumindest wenn man vergleicht, wie es in den voran gehenden Staffeln zu und her ging. In der sechsten Staffel wird Gabby zur „Partnerin" und schliesslich zu Xenas erklärter Seelenverwandten. Es scheint, als hätten die Produzenten angesichts des nahen Endes der Serie sich ein Herz gefasst und beschlossen, den armen „Subtext"-süchtigen Xena-Fans zum Abschluss ein paar Folgen zu verpassen, an die sie sich ewig erinnern werden. Der Höhepunkt ist dabei zweifellos die Nibelungen-Trilogie.

Ein Zeichen für die „Reife" der Serie und ihr baldiges Ende ist wohl auch die Selbstreflexion, die in der sechsten Staffel ausführlich betrieben wird. Gleich zwei „Über-Xena-Folgen" sowie eine Art „Doku-Xena-Folge" bekommen wir in Teil sechs serviert, in denen vor allem über ein Thema geredet wird: Sind sie nun ein Liebespaar oder nicht? Die Folgen sind an und für sich genommen durchaus witzig gemacht, nur stört die Häufigkeit solcher Sprünge in die Moderne etwas den Fluss der Erzählung im „Xenaverse". Vielleicht hätte man doch eine siebte Staffel planen sollen...

Zum Schluss seien noch zwei Dinge aufgeführt, welche Staffel sechs besonders auszeichnen: (1) der häufige Wechsel der Kostüme — ganz scharfe Sachen, welche die Mädels uns da präsentieren! — und (2) der neue Vorspann, der viel besser ist als der alte.


Die Episoden

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