von B.M. Strebel
Xena Episodenführer Staffel 3
(IV) Die große Krise
(52/53) The Debt I/II (****)

Für alle, die sich gefragt haben, ob es in Xenas Vorleben auch Frauen gab, hier kommt die Antwort: Ja, und was für welche! In einer Rückblende lernen wir die schöne Lao Ma kennen, Xenas chinesische Mentorin, die unsere Heldin seinerzeit vor der Hinrichtung gerettet und sie beinahe zum Guten bekehrt hat. Aber eben nur beinahe, Xena wird rückfällig, steigt wieder mit dem bösen Borias ins Bett und überlässt Lao Ma ihrem Schicksal, keinem guten, wie sich heraus stellt, denn inzwischen ist Lao Ma tot (ermordet) und ihr brutaler Sohn Ming Tien ist in China an der Macht. Xena, so die letzte Bitte der verstorbenen Mentorin, soll den Tyrannen Ming Tien töten.
Pflichtbewusst bereitet sich Xena auf die Fahrt nach China vor, wobei sie durchblicken lässt, dass sie es vorziehen würde, ohne Gabrielle zu reisen, was die Freundin natürlich nicht sonderlich freut. (O-Ton Gabrielle: "You are going to China? What happened to we?") Überhaupt gefällt Gabby die Sache gar nicht, glaubt sie doch, dass Xenas Tage als kaltblütige Mörderin gezählt sind. Außerdem scheint ihr diese Lao Ma etwas gar viel Einfluss auf Xena zu haben. (Und wenn wir uns die Szenen zwischen Xena und Lao Ma anschauen, können wir Gabrielle ihr Misstrauen nicht verdenken: diese viel sagenden Blicke, die Mund zu Mund Beatmung unter Wasser, der Tanz zwischen den beiden in Lao Mas Gemächern - alles sehr suggestiv!) Schließlich reist Gabrielle ihrer Freundin heimlich nach, um sie von der Tat abzuhalten, und verrät sie zu diesem Zweck an den Kaiser.
Bei allem Verständnis für ihre Eifersucht macht Gabby in dieser Folge eine ganz schlechte Figur. Weder als fanatische Kämpferin gegen den Meuchelmord noch als rach- und eifersüchtige Geliebte kann sie uns irgendwie sympathisch werden. Dass Xena ihr überhaupt verzeiht, ist ein Akt beispielloser Liebe und wiegt einige frühere Unsensibilitäten von Frau Kriegerprinzessin auf.
Insgesamt ist The Debt ein eher ambivalentes Fernsehvergnügen, das uns mit einem unguten Geschmack auf der Zunge zurücklässt. Für die Doppelfolge spricht allerdings die Ästhetik: Xena gefällt mir als böse Kriegerbraut um einiges besser als die gute Xena (Bitte nicht analysieren! Es liegt nur am Kostüm!), Lao Ma ist auch nicht übel, und das exotische Setting sorgt für etwas Abwechslung von den gewohnten Kulissen.
Zu guter Letzt sei erwähnt, dass wir am Ende der Episode die erste gegenseitige Liebeserklärung unserer Mädels geliefert bekommen. Danke!
(54) The King of Assassins (*)
Autolycus plus Joxers Bruder (der aussieht wie Joxer) plus Joxer plus Gabrielle minus Xena = schlechte Folge.
(55) Warrior... Priestess... Tramp (**)
Hört endlich auf mit diesem Scheiß! Noch mehr Frauen, die exakt wie Xena aussehen. Diesmal ist es eine jungfräuliche Priesterin der Hestia, welche die Anwesenden verwirrt, weil sie Xena gleicht wie ein Ei dem andern. Müde Folge, müder Humor. Die Anspielungen auf Gabrielles Talent zur Jungfräulichkeit werden irgendwie langsam zu einem running gag...
(56) The Quill is Mightier (***)
Noch eine Komödie. Diesmal wieder mit Aphrodite, die Gabbys Schriftrolle verhext. Seicht aber nett.
(57) Maternal Instincts (***)

Ganz harte Folge. Gabbys Mördertochter kehrt zurück und tötet Xenas Sohn, bevor sie schließlich von Gabrielle vergiftet wird. Am Ende trennen sich die Freundinnen, Xena von Hass erfüllt, Gabrielle von Schuldgefühlen zerfressen, weil sie die Freundin angelogen und ihr Kind damals (in Folge 51) nicht getötet, sondern bloß ausgesetzt hat. Wie gesagt, irgendwie geht die Psychologie dieser Geschichte über meinen Horizont. Soll man lachen oder heulen? Diese Mischung aus einer lächerlichen Story und einer tiefernsten Inszenierung bringt mich regelrecht in Gewissensnöte.
Bewertungsschema:
|
o |
Geschmacklos |
*** |
Unterhaltsam |
|
* |
Eher dümmlich |
**** | Sehr empfehlenswert |
|
** |
Soso lala |
***** | Ein absolutes Muss |
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