von B.M. Strebel
Xena Episodenführer Staffel 3
(IV) Die große Krise
(47) The Furies (***)

Zum Auftakt von Staffel drei wird Xena von den Rachegöttinnen verfolgt, weil sie den Tod eines Familienmitglieds nicht gerächt hat. Wir erfahren: Papa hat die Familie nicht verlassen, sondern wurde von Mama um die Ecke gebracht, weil er Töchterchen Xena dem Kriegsgott opfern wollte. Nun wäre es Xenas Pflicht, ihre Mutter zu töten, um den Mord zu sühnen. (Richtig, liebe Freunde der Antike, die Geschichte erinnert uns verdächtig an Agamemnon und seine Brut. Tatsächlich tritt Orestes im Laufe der Folge auch einmal auf.)
Xena spinnt sich also durch die Folge, während Gabby verzweifelt versucht, einen Ausweg aus der Misere zu finden. Am Anfang gibt es einige witzige Szenen. Die Auflösung des Konfliktes ist jedoch (wie leider allzu häufig) denkbar platt. Hingewiesen sei außerdem auf die zunehmende Eifersucht des Kriegsgottes auf Gabrielle, die er mittlerweile als Konkurrentin im Kampf um Xenas Gunst erkannt hat. So sagt Ares am Ende zu Xena (mit Blick auf Gabrielle): "I still don't get what you see in her!" (Worauf Gabrielle ihm ein fieses kleines Lächeln schenkt...)
(48) Been There, Done That (***)

Verwundert reibe ich mir die Augen: Habe ich auf der Mattscheibe tatsächlich gerade eben unsere beiden Mädels gesehen, wie sie sich auf einem Bärenfell aneinander schmiegen? Eine Bettszene bei Xena?!?! Das gefällt uns ganz ausgezeichnet, Gabby in den Armen von Xena, Kopf auf deren Brust, Hand knapp darunter, Xenas Nase in ihrem Haar. Wow! Ich fange nur langsam an, mich zu fragen, warum die beiden eigentlich nur dann lieb sein dürfen miteinander, wenn sie leiden bzw. trauern wie in der vorliegenden Szene.
Die Episode handelt von einem Tag im Leben von Xena, der sich ständig wiederholt, so lange bis Xena eine Reihe von Problemen gelöst hat, die das Weiterfließen der Zeit verhindern. Und wie sie diese Probleme löst, ist ein selten origineller Griff in die Trickkiste: Endlich mal eine gelungene Auflösung!
(49) The Dirty Half Dozen (*)
Langweilige, dämliche Folge. Zielpublikum: pubertierende Jungs und Mädels, die auf martialische Computerspiele stehen, wo man in einem dunklen Kellergewölbe düstere Gestalten abschlachten muss.
(50) The Deliverer (***)
Der Beginn von Gabrielles Albtraum-Trip nach Britannien. Weil Xena ihre Pflicht, auf Gabby aufzupassen, sträflich vernachlässigt und die ganze Episode lang nur ihren Rachefeldzug gegen Cäsar im Sinn hat, gerät Gabrielle in die Fängen einer blutrünstigen Sekte, die sie dazu benutzen will, das Böse in die Welt zu setzen. Gabby wird während eines Rituals zur Mörderin und anschließend von den Feuerzungen des bösen Gottes Dahak geschwängert. Es dauert ganze 35 Minuten, bis Xena endlich schnallt, was abgeht, und Gabrielle zu Hilfe eilt. Allerdings ist es dann schon fast zu spät.
Was ich bei Folge 48 gesagt habe, gilt für diese und die nächste Folge in besonderem Maße: Weil es Gabby so beschissen geht, darf Xena die liebevolle Freundin spielen und die Angeschlagene endlich mal - im wahrsten Sinne des Wortes - auf Händen tragen. Und obwohl ich solche Szenen grundsätzlich schätze, fällt es mir schwer, sie bei diesen beiden Episoden richtig zu genießen; erheblich leichter fällt es mir dagegen, mich über die verdrehte Moral der Episodenschreiber von The Deliverer zu ärgern. Müssen unsere Mädels allen Ernstes derart viel geballte menschliche Schlechtigkeit über sich ergehen lassen, nur damit wir einmal in den Genuss einer Umarmung kommen?
(51) Gabrielle's Hope (o)
Gabby ist schwanger mit einem Kind vom bösen Dahak, das rasend schnell wächst. Als es auf der Welt ist, beginnt das Monster-Baby auch gleich damit, rechtschaffene Ritter abzuschlachten. Schließlich zwingt Xena Gabrielle dazu, das Kind zu töten. äußerst fragwürdige Folge.
Bewertungsschema:
|
o |
Geschmacklos |
*** |
Unterhaltsam |
|
* |
Eher dümmlich |
**** | Sehr empfehlenswert |
|
** |
Soso lala |
***** | Ein absolutes Muss |
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