von B.M. Strebel
Xena Episodenführer: Staffel 3
(IV) Dritte Staffel: Die große Krise
"In guten wie in schlechten Tagen" heißt es so schön im Heiratsversprechen. In der dritten Staffel gibt es jede Menge vor allem von den schlechten. Die Beziehung unserer Heldinnen wird gewaltig auf die Probe gestellt. Man kann sagen, dass Xena und Gabrielle im dritten Teil der Serie die ultimative Beziehungskrise durchleben, alle nachfolgenden Kräche sind nur noch Geplänkel dagegen. Die Grundthemen der dritten Staffel sind Vertrauen, Verrat und Versöhnung und, nicht zu vergessen, Verlust, denn der dritte Teil endet mit Gabrielles vermeintlichem Tod. Deutlich ist die Verlagerung der Konflikte von der äußeren auf die innere, persönliche Ebene. Nach wie vor müssen dunkle Mächte bekämpft und Bösewichte vernichtet werden, doch wird dabei der innere Kampf der Protagonistinnen mit sich selber und mit einander immer zentraler.
Dabei ist es kaum ein Zufall, dass die Gegner und Gegnerinnen von Xena und Gabrielle zunehmend schrecklicher und mächtiger werden. Callisto ist mittlerweile vollständig zur Göttin mutiert, in Britannien erwartet der "Tempel des einen Gottes" die Ankunft von Dahak, dem Herrn der Finsternis, und auch Julius Cäsar ist ja nicht einfach ein x-beliebiger Kriegsherr, sondern der Herrscher des Römischen Reiches und damit der ganzen damals bekannten Welt.
Die dritte Staffel ist außerdem die erste mit einem durchgängigen erzählerischen "roten Faden", was der Serie recht gut bekommen könnte, wenn die Hintergrundgeschichte besser gemacht wäre. Denn bei allem, was man bezüglich der dritten Staffel an Positivem bemerken kann - es gibt darin einige Szenen und Episoden, die ich nicht missen möchte -, muss ich gestehen, dass ich insgesamt mit Saison drei nicht wirklich warm geworden bin. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich mich mit dem "Leitthema" der Staffel, der Geschichte um Gabrielles Monster-Baby Hope, überhaupt nicht anfreunden kann. Es grenzt, meines Erachtens, ans Ungenießbare, ein Kleinkind als Inkarnation des Bösen auftreten zu lassen. Diese haarsträubende Story führt dazu, dass der Konflikt zwischen Xena und Gabrielle, der um dieses Kind entbrennt, eine derart unrealistische, ja gar absurde Note bekommt, dass einem sogar die Lust am "Subtext"-Suchen vergeht. Es gab Momente, wo ich mich richtig gehend unwohl fühlte beim Anschauen der Staffel!
Die Episoden | Staffel 4
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