von B.M. Strebel

Xena Episodenführer: Staffel 1

Xena & Gabrielle

Xena & Gabrielle


(II) Der Anfang einer großen Freundschaft

Gabrielle

Die erste Staffel macht uns bekannt mit vielen wichtigen Charakteren der Serie, allen voran mit Gabrielle, der liebenswerten, aber etwas naiven jungen Dichterin aus Poteidaia (ja, auch dieser Ort findet sich auf der Putzger-Karte zum antiken Griechenland, in Mazedonien nämlich), die sich Xena anschließt, kaum dass sie diese zum ersten Mal (kämpfen) gesehen hat. Weiter treffen wir Callisto, Xenas Erz-Nemesis (sozusagen die Alptraumversion von Barbie), Joxer, den Dorftrottel vom Dienst, der mehr als einmal den Weg unserer Heldinnen kreuzt und dabei sein Herz an Gabrielle verliert, Ephiny, die hübsche Amazone mit der erotischen Stimme, Autolycus, den charmanten König der Diebe und natürlich Ares, Mr. Kriegsgott persönlich. (Der Mann ist ein Schrank! Unglaublich, was die Natur so alles zu Wege bringt!) Auch Herkules darf mal vorbei schauen, Hades bekommt seinen Auftritt und die schöne Helena bleibt uns leider auch nicht erspart. (Überhaupt ist diese Serie eine Herausforderung für jeden klassisch gebildeten Zuschauer. Die schöne Helena, liebe Produzenten, war blond-, nicht braungelockt, so steht's bei Homer! Und dann die Aussprache der griechischen Namen auf Amerikanisch! Wer zum Teufel ist "Promiiithijäs"?!?) Insgesamt kommt diese erste Staffel leicht, locker und witzig daher, es gibt viele gute Dialoge und nur gerade so viel Ernsthaftigkeit wie nötig, um die allgemeine Seichtheit erträglich zu gestalten. Allerdings dauert es ziemlich viele Episoden, bis die Charaktere ausgereift sind und sich die Beziehungsmuster heraus gebildet haben, welche die Serie so unterhaltsam machen.

Xena

Auffallend im Vergleich zu allen nachfolgenden Staffeln sind die zahlreichen "Männergeschichten" unserer Mädels, insbesondere Gabrielles. Es scheint sich hier um einen eklatanten Fall von sexueller Orientierungslosigkeit zu handeln, ausgelöst vermutlich durch das eingangs beschriebene Dilemma, wie man eine Heldenserie zu einer Heldinnenserie umfunktioniert, ohne dabei das gesamte Genre ins Lächerliche zu ziehen. Nur so ist es zu erklären, dass die Drehbuchschreiber und -schreiberinnen sich genötigt fühlen, in den ersten 16 Staffeln allen Ernstes 9 Mal eine Romanze für eine oder gleich beide unserer Heldinnen einzuflechten. (In den restlichen 118 Folgen sind es gerade mal 6!) Und dies, obwohl aufmerksamen Zuschauerinnen (und Zuschauern?) schon nach der ersten Folge klar ist: Diese zwei sind für einander bestimmt. Und sei es auch nur aus dramaturgischer Notwendigkeit — schön ist es trotzdem!

Die Episoden | Staffel 2


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