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von Ivanova
Herzliche Cousinen
Verbotene Liebe, die Zweite: Nina & Jule
 Ninas Leben nach Erika ging weiter, wenn auch ohne eigene Storyline. Man sah sie hauptsächlich in ihrer Funktion als Hobbypsychologin mit anderen ProtagonistInnen REDEN und sie VERSTEHEN (nur bei Caro von Anstetten - rechts im Bild - stieß selbst Nina an ihre Grenzen), bis Simon das No Limits be- und damit in Ninas Leben trat. Genauer gesagt, ungefragt ins Bad. Wo rein zufällig Nina duschte. Und rein zufällig das Schloß defekt war. Er war amüsiert, sie rein zufällig weniger. Wie sich herausstellte, war Simon der ältere Bruder von Mark "The Body" Rohloff, dem LAG von Ninas guter Freundin Isabäh. Nach dem Fehlstart (sie hielt ihn für arrogant und chauvinistisch) wurden Nina und Simon langsam (d.h. in VL: innerhalb einer Woche) Freunde.
Gleich auf den ersten Blick hatte sich Simon, von Haus aus Frauenheld, rettungslos in sie verliebt. Zum ersten Mal so richtig, wie er behauptete. Groß war sein Kummer, als er von ihrer (Ab-) Neigung erfuhr. Und die sonst alles und jeden VERSTEHENDE Tresenkraft wirkte dermaßen irritiert ob der schlichten Tatsache, daß sich ein männliches Wesen für sie interessierte, daß frau schon ernsthaft bangen mußte...Aber nein, sie beschlossen, gute Freunde zu bleiben (was man in der Verbotenen Welt bereits nach wenigen Wochen ist).
Von Autos und Frauen
Und siehe da, die Rettung vor Ninas Zwangsheterosexualisierung durch ignorante Storyliner nahte in Form einer alten Schulfreundin Simons. Womit seine Anwesenheit, ja seine bloße Existenz endlich vollauf gerechtfertigt wäre. Große Dinge kündigen sich ja manchmal vorher an. Es begab sich also an dem Tag, an dem Simon seine alte Freundin erwartete, daß die No-Limits-Besitzerin auf die Frage nach dem krisengeschüttelten Paar Bäh und Body folgenden Satz von sich gab: "Ich bin nicht deren seelischer Mülleimer!" Die Welt (na ja, zumindest Ivanova) staunte. Das aus Ninas Munde! Sollte sie etwa wieder eigene Bedürfnisse entwickeln und ihre bevorzugte Sublimationsform an den Nagel hängen?
 Klar, daß dies ein besonderer Tag werden mußte. Und Jule (Tanja Lanäus) tauchte auf und wurde der Tresenkraft vorgestellt, die der Neu-Kölnerin sogleich einen Prosecco als Begrüßungsdrink ausgab. Als Simon Mark holen ging, um mit den anderen anzustoßen, und sich verspätete, stellte Jule fest: "Männer sind Spätzünder!" Unsere - sicher auch durch übermäßigen Kontakt mit Heten - in Sachen Gaydar etwas aus der Übung geratene Hobbypsychologin wunderte sich nicht.
Zum Anstoßen kam es dann nicht mehr, da Jule eine Wohnung besichtigen mußte. Ninas Mutter sah ihre Tochter vielsagend an und konstatierte treffsicher: "Sie ist 'ne Frau!" Diese Tatsache bestritt Nina zwar nicht, wehrte aber ab. Erstens sei Jule vermutlich eine Verflossene Simons, also hetero, und abgesehen davon: "Ich such'n gebrauchtes Auto und keine Frau!" Als Aushilfe Chris (in völlig anderem Zusammenhang) etwas später behauptete, seit sie solo sei, sehe Nina alles viel zu eng, gab Liz ihm recht. Früher hätte Nina Jule gleich Köln gezeigt. Sie solle doch ihr Leben mehr genießen.
Salsa, Mambo, Merengue
Diese Mahnung verfehlte ihre Wirkung nicht, denn noch am gleichen Abend begab sich Nina in eine Lesbendisco (VL-Euphemismus: "Frauenclub"). Wo sie aber alleine und gelangweilt an der Theke herumsaß und deshalb wieder gehen wollte, nach den Gesetzen des Kontinuums natürlich, ohne ihren O-Saft auszutrinken. Dabei rempelte sie versehentlich jemanden an. Es war - Ihr ahnt es - Jule. (Bekanntlich ist die Frauenszene von Köln ja so verschwindend klein, daß dies zwangsläufig passieren mußte.) Folgender geistreicher Dialog spielte sich ab: Nina: "Jule!"- Jule: "Nina!" - Unisono: "Du hier?" Gefolgt von albernem Lachen. Natürlich dachte Nina nicht mehr ans Gehen.
Bei einem Drink wurde klar, daß Jule die Bar gezielt aufgesucht hatte. "Soll das heißen...?" (Das Wort "lesbisch" respektive "Lesbe" wird in VL neuerdings vermieden, man benutzt äußerstenfalls die zielgruppenschonendere Redewendung "auf Frauen stehen".) -"Das ist ja 'ne Überraschung!" Jule erzählte, sie habe Frauen schon immer attraktiver gefunden, aber erst vor zwei Jahren ihr Coming-out gehabt. Simon sei nur ein guter Freund. Irgendwann stellten die beiden fest, daß sie in einem Frauenclub waren und sich die ganze Zeit über Männer unterhielten. Das sei ja bescheuert, erkannten sie und stürzten sich lieber ins Tanzgetümmel.
Am nächsten Morgen trafen sie sich zum Frühstücken - natürlich im No Limits -, begrüßten sich bereits mit Wangenküßchen und scherzten über Muskelkater und mangelnde Tanzkünste. Simon erschien auf der Bildfläche und erkannte sofort: "Ihr scheint Euch ja prächtig zu amüsieren!" Nina ließ die beiden alsbald allein, da Jules Outing vor Simon noch ausstand. Es fiel der zielgruppentaugliche Satz: "Ich steh' auf Frauen." Der Cocktailmixer wirkte geschüttelt, nicht gerührt. Jule erzählte, daß sie sich erst vor zwei Jahren geoutet hatte, als sie sich "total verknallte". "Sie war so witzig und charmant! Genau wie Nina!" strahlte sie ihn an. Sein Gesicht wurde immer länger. |