Sag mir quando, sag mir wann

Verbotene Liebe, Runde 5:
Carla & Susanne

Es ist raus!

von LeMeep

Ich bin NICHT verliebt


Was bisher geschah: Susi schaßte Klein-Jens endgültig. Er trägt's mit Fassung.

In Kürze: Ken kommt auf die Spur seiner total unverdächtig schmachtenden Mutter.

Ob mir seine Frisur auch stehen würde?

Susanne sieht ein, dass sie ihrer Tochter wohl oder übel erklären muss, warum sich Klein-Jens so hastig verabschiedet hat. In Deckung! Zu ihrer großen Freude streunt auch noch Ken in die Küche, so dass sie die Geschichte wenigstens nicht zwei mal erzählen muss. Das ändert nichts an der Tatsache, dass weder Radorst noch Ken sonderlich begeistert sind, und Susis lahme Erklärung "es funktioniert einfach nicht" nehmen sie ihr auch nicht ab. Dicke Luft im Casa Brandner ist die Folge. Auch die weiteren Ausführungen Susannes, dass sie Jens nun mal nur mögen würde, aber nicht verliebt in ihn sei, tragen nicht gerade dazu bei, die Situation zu entspannen. Ken ist enttäuscht, scheint aber wenigstens ansatzweise Verständnis für seine Mutter zu haben, während Radorst wie wir es von ihr schon gewohnt sind, sofort biestig wird und mit einem gebellten "Ich hab Foto-AG" auf und davon stürmt. Elisabeth, die den letzten Satz noch mitbekommen hat, kombiniert messerscharf: "Habt ihr euch mal wieder gestritten?" Nein, das ist der normale Umgangston! Plötzlich taucht auch noch Arno aus den Tiefen des Hauses auf, und von dem Publikum etwas überfordert, explodiert Susi nun ebenfalls: "Ich kann euch gerne seine Telefonnummer geben, wenn ihr ihn alle so nett findet!". Ihr Vater hat zwar keinen blassen Schimmer, um was es geht, aber er lädt seine Tochter vorsorglich zum Essen ein. Was das helfen soll, weiß nur er, doch nach etwas zögern nimmt Susanne die Einladung an.

Kens neugierige Fragen sind 'ungünstig'

Später, noch vor dem Essen, kommt Susanne im No Limits vorbei und entdeckt dort ihren Sohn Ken, der auf eine Verabredung wartet. Während sie ihn über dieses Date unsubtil ausquetscht, klingelt ihr Handy. Ein Blick auf das Display sorgt fast für einen SAP, denn wer sollte die am meisten Pause machende Taxifahrerin von Köln/Düsseldorf sonst anrufen außer gewissen Gräfinnen? Hastig würgt Susanne ihre Angebetete ab mit der Begründung, es sei jetzt gerade "ungünstig". Davon genauso verwirrt wie wir, forscht Ken vorsichtig nach und geht sogar soweit zu fragen, ob das der neue "Lover" war. Urplötzlich hat Susanne was "dringendes" zu erledigen und lässt Cappuccino und neugierigen Sohn einfach stehen.

Abends beim versprochenen Abendessen mit Arno im Schneider's kommt es zu einem klärenden Gespräch zwischen Vater und Tochter. Arno fragt behutsam nach dem wahren Grund für die Trennung von Klein-Jens, erhält aber auch keine zufriedenstellende Antwort. So begnügt er sich damit, Susanne zu raten, in Zukunft auch etwas mehr ihren Verstand einzusetzen. Dem kann ich mich nur anschließen!

So ein Zufall!

Gerade fertig mit dem Essen im Schneiders treffen Susanne und ihr Vater natürlich auf niemand anderen als Carla und die beiden Frauen genehmigen sich noch ein Wasser. Nur Millisekunden nachdem sie sich an die Bar gesetzt haben, rückt Susi mit den guten Neuigkeiten heraus, doch Carlas Reaktion fällt anders aus als erhofft: sie bemitleidet Kein-Jens und Susi wirkt etwas konsterniert. Doch bevor sie erklären kann, dass die Trennung nichts mit ihm, sondern viel mehr mit Carla zu tun hatte, steht auf einmal Ken hinter ihr und bekommt gleich den richtigen Eindruck.

Wer, ich?

Die drei plauschen noch ein bisschen, wobei Susanne ihre Augen nicht von Carla lösen kann, bevor der Kunde, auf den die gräfliche Dame gewartet hat, auftaucht und sie sich entschuldigt. Verträumt starrt Susi ihrer Traumfrau hinterher und wirft prompt beim eleganten Umdrehen die vor ihr auf dem Tresen stehende Cola um, was ihren Sohn zu dem resignierten Kommentar veranlasst, das sei nur eine Frage der Zeit gewesen, da seine Mutter so "hibbelig" sei. Und sie würde ihn an Radorst erinnern, wenn sie verknallt sei. Susi streitet ebenso empört wie vehement beides ab, doch Ken zeigt ungewohnten Scharfsinn und fragt sich, welcher der Anwesenden im Umkreis von 5 Metern wohl das glückliche Ziel von Susannes Obsession ist. Verräterisch blickt Susi kurz in Carlas Richtung, unauffällig wie immer.


Ich bin verliebt


Was bisher geschah: Vollkommen ineffektiv darin, ihre Schwärmereien für gewisse Gräfinnen zu verbergen, bringt Susi Ken auf interessante Gedanken.

In Kürze: Leugnen zwecklos - Susi vertraut sich ihrem in diesen Dingen wesentlich reiferen Sohn an und beichtet ihren Herzschmerz.

Leugnen - 6, setzen!

Nicht auf den Kopf gefallen und außerdem überhaupt nicht davon gestört, dass Mamas Schwarm möglicherweise eine Frau ist, errät Ken in Windeseile, wem Susi ihre Tollpatschigkeit zu verdanken hat. Susannes Protest ist allein schon deshalb nicht sehr glaubwürdig, weil die Gute bei der Nennung von Carlas Namen fast an ihrem Wasser erstickt. Auch ihr Versuch, etwaigen weiteren unangenehmen Wahrheiten mit dem Klassiker "Du musst morgen in die Schule" das Maul zu stopfen, ist ein Schlag ins Wasser, denn er beharrt weiter darauf, dass sie in die Gräfin verliebt sei. Verzweifelt schiebt Susi-Bot ihre momentane Gefühlsverwirrung auf die Trennung von Jens (die von dir ausging!). Ken jedoch glaubt nicht ein Wort von dem was sie ihm erzählt – kluger Junge.

Ein weiteres Puzzleteil rutscht an seinen Platz als Ken am nächsten Morgen, als er gerade Constantin abholt, Carla über den Weg läuft. Von ihrer Schönheit geblendet blickt er ebenso verträumt nach wie seine Mutter (es scheint in der Familie zu liegen), doch Constantin macht alle seine Hoffnungen zunichte indem er ihm mitteilt, dass Carla lesbisch sei. Eine kleine Glühbirne geht über Kens Kopf an.

Hallo, mein Name ist Susanne Brandner und ich blicke immer so verplant.

Susi geht und Ken kommt im Casa Brandner. Auf dem Weg zur Tür erzählt Ken seiner Mutter von den lesbischen Neigungen ihres Schwarms, was für sie nun wahrlich keine Neuigkeit ist. Doch aus irgendwelchen Gründen verrät ihre Reaktion ihrem Sohn, dass sie tatsächlich in Carla verliebt ist. Dieses Mal versucht Susi gar nicht erst, diese Tatsache abzustreiten, sagt aber etwas indigniert, "Meinst du, ich hab das geplant?". Doch schon wenig später sind wir wieder bei den Verdrängungstaktiken als Susanne die Sache mit Carla als bedeutungslos abtut. SAP, sag ich da nur. Die Erziehungsberechtigungskarte ziehend, rügt sie Ken weil ihn das alles gar nichts anginge – da soll sie mal froh sein, dass sie diese Unterhaltung nicht mit Radorst geführt hat, die hätte in Sekundenschnelle das halbe Haus zusammen geschrien... Zu ihrer Rettung taucht Elisabeth auf, und Susanne verabschiedet sich hastig. Der Rest der Familie blickt fragend hinter ihr her.

Das Leben ist ein Taxistand

Zeit für ein klärendes Gespräch am ungestörtesten aller Orte, dem Taxi. Ken vertreibt einen Kunden und setzt sich zu seiner Mutter ins Auto. Falls er sich davon mehr Klarheit erhofft hat, wird er schwer enttäuscht, denn Susanne hat keine Erklärung parat. Etwas ungehalten meint Ken, dass Susi ja wohl wissen werde, ob sie mit Carla zusammen sei oder nicht – ebenso, ob Susanne lesbisch sei oder nicht. Als die Angesprochene schweigt, spinnt Ken eine gar abenteuerliche Theorie, ob seine leibliche Mutter und Susi wohl mehr als nur gute Freundinnen waren, was von seiner Adoptivmutter nur mit Schweigen und einem verzweifelten Blick beantwortet wird.

Der gewünschte Gesprächspartner hat keine Lust, diesen Anruf entgegenzunehmen.

Schließlich ringt sich Susi-Bot doch dazu durch, etwas zu sagen, und zwar, dass die Sonne aufging, als sie Carla zum ersten Mal traf. Das wissen wir bereits. Dann erklärt sie noch, dass sie mit Kens leiblicher Mutter nur gut befreundet war, was ihn etwas zu enttäuschen scheint. Nach ihren Zukunftsplänen gefragt, gibt Susanne zu, dass sie nicht vorhat, Carla einzuweihen (oh Gott, noch länger diese Ungewißheit!), und dass die Gräfin sowieso nichts von ihr wolle. Ken wird mir immer sympathischer als er dieser Aussage nicht widerspricht und sich nur dafür bedankt, dass ihm Susi endlich die Wahrheit gesagt habe. Seine Mutter sieht aus als erwarte sie einen Orden oder ähnliches für diese Anstrengung, ist sie sich doch anscheinend nicht so sicher, ob das wirklich eine gute Idee war. Sie bittet ihren Sohn, vorerst Stillschweigen zu bewahren und verabschiedet sich erleichtert von ihm. Kurz danach läutet das Handy – und naturellement ist es Carla, die versucht, die ausnahmsweise arbeitende Susanne zu erreichen. Susi-Bot allerdings drückt den Anruf entschlossen weg und blickt nachdenklich.


Verdammt, ich lieb dich!


Was bisher geschah: Hobby-Mr. Marple Ken entdeckt die geheime Leidenschaft seiner Mom.

In Kürze: Ein Mutter-Sohn-Gespräch mit verkehrten Rollen, eine wilde Taxifahrt und ein theatralisches Geständnis.

Mutter-Sohn-Gespräch

Casa Brandner: Susi drängelt Ken, die Spülmaschine gefälligst schneller einzuräumen. Das führt auf sehr verschlungenen Wegen zu Kens erneutem Nachbohren in Susannes Liebesleben. Es bereits bereuend, dass sie ihren Sohn eingeweiht hat, behauptet Susi kurzerhand, keinen "gesteigerten Wert" darauf zu legen, ihren Schwarm wiederzusehen. "Warum auch, damit ich nachts wieder grübelnd im Bett liege?" Und vergiss nicht die Ohnmachtsanfälle und die Tagträume! Für sein Alter (und diese Soap) erstaunlich weitsichtig stellt Ken sehr richtig fest, dass zu besagten Grübeleien auch sich die Überlegung gehöre, warum sich Susi-Bot zwei Adoptivkinder angelacht habe, von denen zumindest eines was emotionale Reife und Intelligenzquotient angeht, seine Adoptivmutter um Längen schlägt. Doch davon will Arnos Tocher nichts wissen und weist alle Vorwürfe, sie würde Ken & Radorst nur als Vorwand benützen, um Carla nicht die Wahrheit sagen zu müssen, weit von sich. Anstatt dessen rettet sie sich in altbekannte Plattitüden der Sorte "Du bist noch zu jung, um das zu verstehen" und tut so absolut nichts, um seine Anschuldigungen zu entkräften.

Geschmacksfrage

Heute hat Susanne wohl beschlossen, das mit dem Haushalt noch mal auszuprobieren, denn sie steht später in der Brandnerschen Küche und bearbeitet einen Teigklumpen. Elisabeth hat den Tag definitiv angenehmer verbracht und war shoppen, wobei zwei T-Shirts, je eins für Radorst (mit dem Aufdruck "Look but don’t touch") und Ken (Aufdruck: "Relax" – vielleicht sollte sie es lieber der gestressten Susi schenken?) rausgesprungen sind. Als Elisabeth ihrem Enkel das Geschenk geben will, vermutet Ken zunächst einen weiteren Vortrag über die gar große Bürde der Verantwortung auf Susannes Schultern, doch er wird eines erfreulicheren belehrt. Arno ist noch nicht komplett abgedriftet und bemerkt deswegen die äußerst angespannte Situation zwischen Mutter und Sohn. Susi-Bot überlegt sich für ihre Verhältnisse blitzschnell eine halbwegs plausible Ausrede, die Ken eilig untermauert, so dass Opa Brandner erst mal keine Fragen mehr stellt. Nur Elisabeth scheint nicht überzeugt.

Auseinandersetzung zwischen Susi-Bot und Ken, dritter und letzter Teil. Ken, brav angetan in dem von Stiefomi angeschlepptem T-Shirt, will gerade gehen, als Susanne ihn noch einmal zurückruft. Sie entschuldigt sich für ihre vorherige vollkommen unnötige Gardinenpredigt und kündigt an, in Zukunft ihre Kinder nicht mehr als Vorwand zu benutzen. Na, da sind wir ja alle sehr gespannt wie lange dieser Vorsatz hält!

Susanne geht in die Offensive

Der Kuchen, den wir Susi vorher malträtieren sahen, scheint geglückt zu sein, denn lächelnd stellt die Köchin ihn auf den Tisch. Dann jedoch, anstatt ihn aus der Form zu nehmen, vergewissert sich Susanne lieber, dass sie alleine ist und greift zum Telefon. Wen sollte sie anders anrufen als Carla, mit der sie hoch erfreut ein Treffen für den nächsten Tag ausmacht. Zufrieden mit sich selbst lässt sich Susi-Boot aufs Sofa fallen. Morgen wird reiner Tisch gemacht!

Drei sind eine zuviel

Doch zunächst muss Susanne etwas tun, was sie sonst nur sehr sporadisch betreibt: arbeiten nämlich. Und mal wieder spielt sie die Retterin in der Not, dieses Mal für Charlie, die sie wegen frischen Kräutern in den Großmarkt schickte. Diverse Basilikumpflänzchen schleppend, begibt sich Susi deswegen also ins Schneiders, wo es nicht lange dauert, bis sie auf Carla trifft. Kleiner Schönheitsfehler ist nur, dass Susannes Schwarm nicht allein ist. Carla bemerkt ihren eifersüchtigen Blick und erklärt unschuldig, dass die Frau an ihrer Seite eine "gute Freundin" sei, die gerade für einen Artikel recherchiere. Davon und von dem engen Körperkontakt der beiden nicht im mindesten beruhigt, fällt Susi-Bots Laune in noch unendlichere Tiefen, als Carla sie bittet, die beiden Frauen doch zu einem netten Lokal zu kutschieren. Zähneknirschend sagt Susanne ja, aber wenn Blicke töten könnten, läge Carlas "gute Freundin" schon längst blutend auf dem Teppichboden des Bistros.

Susanne und ihr Killerface

Solange Mord noch illegal ist, beschränkt sich die zunehmend unterkühlte Susi darauf, mit den Türen zu knallen, sehr einsilbig zu sein und zu fahren wie ein Berserker. Die gräfliche Dame ist zu sehr mit ihrer Begleiterin beschäftigt, um die verletzten Blicke Susannes wahrzunehmen. Doch das sehr abrupte Bremsmanöver fällt auch ihr auf, so dass sie, nachdem ihre Freundin ausgestiegen ist und Susi-Bot stoisch darauf besteht, ihr Wechselgeld zu geben, entnervt fragt: "Was ist los mit dir?". Nahe den Tränen erfindet Susanne Ausflüchte; Carlas Befürchtung, sie habe ein Problem mit der Homosexualität ihrer Freundin wischt sie mit einem barschen "Unsinn!" vom Tisch. Schließlich ringt sie sich dazu durch, zu gestehen, dass ihr Carlas Turtelei auf die Nerven gegangen sei. Carla, offensichtlich blind, taub und gehirnamputiert, versteht immer noch nicht, welches Gefühlschaos sie verursacht hat und muss noch mal nachfragen. Daraufhin platzt Susi endlich, endlich der Kragen. Sie dreht sich aufgewühlt zu Carla um und presst ihr Geständnis hinaus: "Verdammt noch mal, ich bin verliebt in dich, das ist los!" Und man sieht ihr an, dass sie bereits in dieser Sekunde wünscht, sie hätte ihren Mund nie aufgemacht, soviel ist sicher.


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