Sag mir quando, sag mir wann
Verbotene Liebe, Runde fünf:
Carla & Susanne
von LeMeep
Ersatzhandlungen
Was bisher geschah: Susanne verliebt sich Hals über Kopf in Carla und verbringt fortan große Teile ihrer Zeit damit, vor ihr zu flüchten.
In Kürze: Alle Bemühungen, sich von Carla abzulenken gehen gründlich schief, als sie sich bei einem lustigen Spielenachmittag über den Weg laufen, mit nicht sehr netten Konsequenzen für Carla.
Nachdem sie sich in der letzten Folge mit ihrem alten Verehrer verabredet hat, macht sich Susanne jetzt fertig für ihr großes Date. Elisabeth wünscht ihr viel Spaß – und sich Susanne zweifelnd auch.
Natürlich trifft sie sich mit Klein-Jens, wie der alte Schwarm heißt, im Schneider's, und ist von seinem schlaftablettigem Charme solange gezwungenermaßen beeindruckt, bis ihr Blick auf zwei sich küssende Frauen fällt (Lesben! Im Schneider's!) und sie kurzerhand ihrer Umgebung vollkommen ausblendet. Mit einiger Mühe reißt sie sich von diesem Anblick wieder los und konzentriert sich mit weit aufgerissenen Augen auf ihr Date. Dass sie dabei jemandem gleicht, der mit aller Macht versucht wach zu bleiben, ist sicher kein Zufall.
Am nächsten Tag unterhalten sich die Brandners über Susannes Date, zumindest glaube ich das aus ihren Mienen lesen zu können. Susanne scheint zu behaupten, alles sei toll gelaufen, aber ich glaube nicht, dass sie an Klein-Jens denkt...
Cecile lädt aus mir unerfindlichen Gründen Susanne zu einem Spielenachmittag mit sich, Nathalie, Gregor und, wie Susanne aber noch nicht weiß, Carla ein. Anscheinend war die Einladung plus eins, denn als sie später in der Pension auftaucht, hat sie Klein-Jens an ihrer Seite. Susanne fühlt sich wohl und preist ihren mitgebrachten Kuchen an, doch ihr Lächeln verwandelt sich schnell in eine starre Maske, als Cecile die Tür öffnet: vor der steht, hübsch drapiert, niemand anderer als Susannes heimliche Obsession, Carla.
Aus Sicherheitsgründen eilt Susanne rasch an die Seite ihres unglaublich gelangweilten Dates und lächelt leicht panisch als Antwort auf Carlas ausgesprochen erfreute Begrüßung. Ein Schritt in die richtige Richtung ist sicherlich auch, dass sie dieses Mal nicht die Flucht ergreift, sondern lieber ihren Begleiter vorstellt. Carla scheint nicht besonders beeindruckt von der Tatsache, dass Susanne einen Mann an ihrer Seite hat, aber was nicht ist , kann ja noch werden. Solange probiert sie den von Nathalie gestenreich empfohlenen Kuchen Susannes. Nicht, ohne ihre Verehrerin noch einige Male in die allergrößte Verzweiflung zu stürzen. Anscheinend sind alle anderen blind, denn den Dackelblick, den Susanne der gräflichen Dame zuwirft, könnte Eis schmelzen. Natürlich könnte es auch ein Blick purer Panik sein, bei Susanne ist man sich nie so sicher...
Ich weiß zwar nicht, was sie da spielen, aber es scheint einer Charade nicht unähnlich zu sein. Wie es der Zufall will, spielen Carla und Susanne in einem Team, doch besonders erfolgreich sind sie nicht. So kunstvoll Carla was-auch-immer darzustellen versucht, Susanne kommt nicht drauf. Als es an ihr ist, einen Begriff pantomimisch vorzuführen, erwischt sie ausgerechnet eine Karte mit dem Ausdruck "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt". Na, das sollte schwer werden! Susanne fängt gleich schon mal richtig an als sie als erstes einen Blick auf die lässig kuchenessende Carla wirft, die ihr zufällig die Karte gegeben hat. Nein, Susanne, das ist kein Wink des Himmels, nur des Drehbuchautors.
Irgendwie bilden Carla und Susanne wohl doch kein so gutes Team: Arnos Tochter klopft sich vergeblich auf diverse Körperteile und formt Herzen mit ihren Händen, aber Carla hat keinen blassen Schimmer. Davon entschieden frustriert, fährt Susanne wütend Carla an: "Ich bin halt nicht so talentiert wie du!" Daraufhin fühlt sich Carla so provoziert von ihr, dass sie sie rundheraus fragt, ob Susanne ein Problem mit ihr habe. Mehr als eins, wenn du mich fragst...
Ruf! Mich! An!
Was bisher geschah: In ihrer Unfähigkeit, mit Carlas Nähe umzugehen, beleidigt Susanne ihren Schwarm.
In Kürze: Carla gibt sich die Schuld, doch Susanne weiß es besser. Allerdings klammert sie sich verzweifelt an das letzte bisschen Heterosexualität in ihrem Liebesleben, Klein-Jens.
In klassischer Verdrängungsmanier leugnet Susanne alles und stürmt schließlich mit der Begründung hinaus, dieses Spiel sei eben nicht für sie geschaffen. Sie hinterlässt eine verblüffte Runde von ratlosen Mitspielern.
Mal wieder sucht Susanne Halt an einer Mauer, als ausgerechnet Carla sich bemüssigt fühlt, hinter Susi herzueilen. Noch einmal von Carla auf den Vorfall angesprochen, redet sich unsere verwirrte Hete (?) damit heraus, dass der Job in letzter Zeit so stressig gewesen sei. Das hält Carla für wenig glaubwürdig, doch sie erhält keine Chance, weiter zu diskutieren. Mit einem verzweifelten "Ist ja auch egal!" rennt Susanne davon und hofft einfach, dass ihr die richtige Person nachlaufen wird.
Anscheinend wurde der Spielenachmittag trotz Susannes Abgang fortgesetzt, denn später sehen wir die Bewohner der Erwachsenen-WG dabei, wie sie Überreste in die Küche tragen. Natürlich ist Susanne Thema No. 1, wobei sich Carla die Schuld an dem Ablauf des Nachmittags gibt: "Vielleicht liegt's an mir. Meine Einladungen zum Kaffee hat sie bis jetzt auch immer ausgeschlagen." Dir ist also aufgefallen, dass sie immer wegrennt, wenn sie dich sieht? Wird aber auch Zeit! Carla runzelt angestrengt die Stirn um zu verstehen, warum Susanne sie erst vor dem Anmacher rettet, nur um sie dann anzufahren, kommt aber auf keinen grünen Zweig. Sie kann sich nicht erklären, weshalb sie so emotional reagiert, wo doch Nathalie zum Beispiel ebenfalls erst eine Trennung hinter sich habe. Die anderen geben ihr den Rat, die Sache einfach zu vergessen. Doch Carla sieht nicht aus, als könnte sie das so ohne weiteres.
Es ist dann doch bloß Klein-Jens geworden, der Susanne nachlief. Im Brandnerschen Haushalt bedankt sie sich bei ihm für die Gesellschaft, rückt aber immer noch nicht mit dem wahren Grund für ihren Ausbruch heraus. Wie Susanne so schön sagt: "Die anderen müssen mich für ein total hysterisches Weib halten". Nicht nur die, Schätzchen, nicht nur die... Sie serviert ihn elegant ab, weil sie etwas Zeit für sich selbst braucht.
Am nächsten Tag kommt Susanne in der Pensions-WG vorbei um ihre Kuchenform abzuholen und trifft dabei auf Cecile, die ihr erzählt, dass sich Carla die Schuld an ihrem plötzlichen Abgang gegeben habe. Auf einen Zettel kritzelt sie schnell Carlas Telefonnummer und gibt ihn Susanne. "Ich soll sie anrufen?" Nein, du sollst ihr ein Fax schicken! Die Aussicht auf ein Telefonat mit ihrer Angebeteten macht Susanne ganz wuschig.
Ihr ist fast alles recht, um den Anruf doch nicht zu tätigen. Das Telefon schon startbereit vor sich liegend, fleht sie geradezu um die Gesellschaft ihres Sohnes Paul und versucht sich in 2-Minuten-Pädagogik bei ihrer Tochter Lisa. Weil sie dir ihren Liebeskummer zwischen Frühstück und Schule erzählen wird, ja ja. Also wendet sich Susanne an Elisabeth als Informationsquelle, die nur kryptisch meint "In diesem Alter..." - "Verstehe, wenn sie darüber reden will, dann wird sie schon kommen", folgert Susanne vollkommen blödsinnig, aber da ihre sonstigen Erziehungsversuche ähnlich fundiert waren, wundert mich gar nichts. Elisabeth versucht im Gegenzug, etwas über Susannes Date herauszubekommen, doch kryptisch scheint heute das Motto das Tages zu sein. Immer noch sinnend hält Susanne das Telefon in der einen, den Zettel mit Carlas Nummer in der anderen Hand und beißt sich unentschlossen auf die Lippen.
Sie hat's dann doch nicht getan und erzählt es brühwarm Klein-Jens, der überrascht meint, früher sei Susanne viel draufgängerisch gewesen. Sie verteidigt sich und kündigt an, die Sache mit Carla vergessen zu wollen. Ungewöhnlich hellseherisch stellt Klein-Jens fest, dass das wohl nur funktioniert, bis ihr die Gräfin erneut über den Weg läuft. Wie wahr, wie wahr. Solange allerdings redet sich Susanne ein, sie sei froh, ihn wieder getroffen zu haben und lächelt ihn verliebt an. Wenn sie da mal nicht jemanden ganz anderen im Kopf hat...
Wenn Frauen plötzlich Frauen lieben
Was bisher geschah: Von Carla vollkommen vereinnahmt, betrachtet Susanne Klein-Jens als letzten Anker in der Welt der Heteros.
In Kürze: Susanne findet zufällig Vanessas Coming-Out-Ratgeber, was sie vor Nathalie in eine peinliche Situation bringt.
Durch einen Zufall kommt Susanne in der WG vorbei, und bietet gleich hilfreich (und anscheinend endlos gelangweilt) an, das Altpapier zum Container zu bringen. Gesagt, getan, doch leider gibt in der Sekunde, in der die edle Helferin den Müll loswerden will, der Boden der Kiste nach. Mit dem Ergebnis, dass sämtliche Papiere, Zeitungen und Bücher wild durch die Gegend flattern. Ja, Bücher, denn unter den sonstigen Überresten des WG-Lebens, die uns alle brennend interessieren, findet Arnos sicher nicht mehr lange heterosexuelle Tochter ein Bändlein, das sie so sehr fesselt, dass sie das Altpapier einfach liegen lässt. Fasziniert blättert sie sich durch die diversen Kapitel eines Buches mit dem unglaublich subtilen Titel "Noch ganz normal? Wenn Frauen plötzlich Frauen lieben" (man beachte das "plötzlich"!).
In der Beschreibung stand, dass es sich dabei um Vanessas Coming-Out-Ratgeber handeln soll, doch erstens hat man das damals nicht so richtig gesehen und zweitens, wenn das stimmt, dann leert die WG ungefähr alle 6 Monate ihren Müll. Das Cover ist in pink und lila gehalten und erinnert stark an ein Toilettentürschild – kurz, genau das Buch, dass man im Frauenbuchladen lieber hat stehen lassen. Susanne jedoch saugt begierig jede neue Information auf und ist dabei so versunken, dass sie fast das Herannahen von "Wir sind nur Freunde"-Jens verpasst hätte. Als er ihr mit der geballten Wucht von zwei Schlaftabletten etwas Gesellschaft anbietet, verstaut Susanne das kompromittierende Material schnell in ihrer unendlichen Handtasche und begleitet ihn ins No Limits.
Dort übt sie sich darin, jeden einzelnen seiner Vorschläge für die Abendgestaltung abzuschmettern und auf Nathalies Erscheinen mit wahren Freudenausbrüchen zu reagieren. Da sie alle Angebote von Jens abgelehnt hat, nimmt sie gerne Nathalies Einladung zu einem Essen im Schneider's an. Klein-Jens im Übrigen, der sich wahrscheinlich gerade innerlich dafür ohrfeigt, mit seinem Schwarm in ein Lokal gegangen zu sein, wo sie alle zwei Minuten irgendwelche Bekannten treffen, drückt seine Begeisterung für diese Aussicht mit einem stoischen "Gerne" aus. Er könnte einem ja schon fast leid tun, wenn er nicht so scheintot wäre...
Abends im Schneider's amüsiert The Face die anderen der Runde mit einer gar lustigen Anekdote aus seinem Helikopter-Service-Leben, was auf verschlungenen Wegen dazu führt, dass Nathalie sich bemüßigt fühlt, The Face nur als ihren "guten Freund" zu bezeichnen. Bevor Susanne das gleiche bei Klein-Jens tun kann, sehr zu seiner großen Freude höchstwahrscheinlich, ruft Nathalie exakt das, was schon die ganze Zeit in Susannes Kopf herumschwirrt: "Carla!" Dementsprechend ist sie auch einem SAP nahe, als sie ihre Angebetete, allerdings plus Ehemann, am Eingang sieht. Durch ein "Mißverständnis" (BadBernd versucht verzweifelt, dem gefürchteten Scheidungsgespräch mit Carla aus dem Weg zu gehen) haben sie keinen Tisch mehr bekommen und setzen sich deswegen zu Susanne und Co. Punkte gibt's dafür, dass die wohl unterbeschäftigste Taxifahrerin der Welt nicht anfängt zu hyperventilieren, sobald sich Carla neben sie setzt. Allerdings fehlt wohl nicht mehr viel, ihrem Blick nach zu schätzen.
Dieses Mal ist es BadBernd, der eine aberwitzige Geschichte über Flöße, Alligatoren und Inseln zum besten gibt, sehr zu Carlas Unmut, die so schnell wie möglich etwas Privatsphäre möchte, um die Scheidunsmodalitäten zu besprechen. Schließlich vollends angepisst von den Verzögerungstaktiken ihres Noch-Ehemannes, fährt Carla eine verdutzte Susanne an, die sich BadBernd noch ein bisschen länger erhalten wollte, um länger neben Carla sitzen zu können. Und wieder springt eine Hälfte des neuen Traumpaares auf und verlässt den Tisch abrupt, wovon die anderen peinlich berührt sind. Klein-Jens heuchelt Verständnis: "Langsam verstehe ich, warum du diese Frau unsympathisch findest." Susanne mmht nur eine unbestimmte Antwort und sieht eher so aus, als würde sie sich schon Chancen ausrechnen, weil es bei Carla und BadBernd kriselt.
Später hat sich die Situation wieder etwas beruhigt, und Susanne entschuldigt sich, um die Toilette aufzusuchen. Dabei geht sie natürlich an Carlas Tisch vorbei und hält kurz inne, was Carla wiederum dazu veranlasst, ihren gerade begonnenen Satz zu unterbrechen und mit leicht genervtem Gesichtsausdruck die Präsenz der einzigen Taxifahrerin von Köln/Düsseldorf zur Kenntnis zu nehmen.
Nathalie derweil stellt Überlegungen an, warum sich bei Begegnungen von Carla und Susanne immer eine wie eine Dreijährige benehmen muss, doch ihre Theorien werden von Susannes Handy durchkreuzt, das lautstark zu klingeln anfängt. Da sich innerhalb von Sekundenschnelle ein weiterer Gast davon gestört fühlt, greift sich Nathalie Susannes Handtasche und stellt es aus. Susanne freut sich solange über diese nette Geste bis sie nachsieht und entdeckt, dass in ihrer Tasche zuoberst das tolle Coming-Out-Buch lag. Und da haben wir ihn wieder, den SAP.
Susanne wird ihre überzeugende Ansage, dass sie und Jens "nur Freunde" seien, doch noch los, als sie später zusammen mit Nathalie und Gregor im No Limits ein wenig plaudert. The Face verabschiedet sich recht schnell, so dass sich die beiden Frauen alleine an einen Tisch setzen. Susanne fängt sofort an, die wildesten Lügen über die Herkunft des Buches zu spinnen. Wenn es nach Nathalie ginge, wäre das Thema damit erledigt gewesen, aber Susanne kommt so in Fahrt, dass sie schließlich nachdrücklich "Ich bin nicht lesbisch!" behauptet. Spätestens jetzt ist Nathalie mißtrauisch geworden, die ganz richtig feststellt, dass Susanne etwas zu heftig leugnen würde. Meine Worte! "Ich hab recht, oder? Du stehst auf Frauen?" fragt sie weiter. Und Susanne ist mal wieder stumm...