Sag mir quando, sag mir wann

Verbotene Liebe, Runde fünf:
Carla & Susanne

Sag mir quando, sag mir wann

von LeMeep

Der Beginn einer wunderbaren Obsession

In Kürze: Susanne verliebt sich Hals über Kopf in Carla und verbringt fortan große Teile ihrer Zeit damit, vor ihr zu flüchten.

Susanne, ihres Zeichens Arnos Tochter und außerdem sporadisch Taxifahrerin, hat einen schlechten Tag: die Fahrgäste meckern, sie hat eine Reifenpanne – mit einem Wort, es geht wirklich alles schief. Gerade als sie Feierabend machen will, steigt jedoch Carla in ihren Wagen, und für Susanne geht damit die Sonne auf (wortwörtlich: Carla erstrahlt in hellem Licht).

Lange Zeit währt ihr Glück allerdings nicht, denn Carla entscheidet sich wegen einer Straßenblockade, die letzten Meter zum Schneider's zu Fuß zu gehen. Susanne bleibt nur Carlas Schal, den diese in der Eile vergessen hat. Fraglicher Schal wird noch für einige Aufregung sorgen, ist er doch Susannes Hauptwerkzeug, um die schöne Unbekannte wiederzusehen. Sie kann nämlich nicht anders, als immer wieder an die strahlenden Augen ihres Fahrgasts zu denken und hofft deswegen heiß und innig, die Frau möge sich auf der Suche nach ihrem Schal bei der Taxizentrale melden, wo Susanne das gute Stück abliefern möchte. Solange liegt es im Brandnerschen Haushalt herum und wird prompt von Lisa (Susannes pubertierender Tochter) als Modeaccessoire eingesetzt. Nur bis ihre Mutter sie damit sieht und ihr flugs das Kultobjekt wieder entreißt. Unbeeindruckt von Lisas folgendem Trotzanfall erinnert sich Susanne schon wieder an ihre Traumfrau und beschließt daraufhin, bei Charlie im Schneider's weitere Recherchen anzustellen. Das VL-Urgestein kann sich beim besten Willen nicht an eine große blonde Frau mit vollen Lippen erinnern (wahrscheinlich weil sie es für aberwitzig hält, dass Tanja ein Taxi nehmen könnte) – Susanne ist in eine Sackgasse geraten.

Die Rettung naht in der unwahrscheinlichen Form ihres Vaters Arno, der wenig später Carla auch seine Tochter vorstellt. Carla meint, sich düster an Susanne erinnern zu können, was diese mit einem lahmen "Beim Taxi fahren trifft man so viele Menschen..." abschmettert, obwohl sie genau in dieser Sekunde wieder die Sonne aufgehen sieht.

Schließlich, nach mehreren Flashbacks und wie üblich sehr subtilen Hinweisen auf ihre Abgelenktheit, fasst sich Susanne ein Herz und begibt sich nach Königsbrunn, angeblich um ihren Sohn Paul abzuliefern – in Wahrheit natürlich, um über den Schal Kontakt mit Carla aufzunehmen. Die Sache entwickelt sich allerdings anders als geplant, als Susanne zuerst BadBernd über den Weg läuft, der sich gleich als Carlas Ehemann vorstellt. Da kann Susanne nur noch betroffen murmeln, dass sie das nicht wusste, bevor das Objekt ihrer Begierde zur Tür hereinkommt. Carla ist sehr erfreut über den wiedergefundenen Schal und umso überraschter, als Susanne alle weiteren Angebote auf Kaffee ausschlägt und lieber in Lichtgeschwindigkeit zur Tür hinauseilt. Draußen lehnt sie sich erst mal erschöpft an die Türen: es ist schon anstrengend, in eine eigentlich geoutete, aber trotzdem verheiratete Lesbe verliebt zu sein!

Im Casa Brandner lehnt Susanne eine Essenseinladung von Arno ab, was ihn zu der flapsigen Bemerkung veranlasst, sie sei wohl anderweitig zu sehr beschäftigt. Zunächst Verständnislosigkeit heuchelnd, gibt Susanne schließlich zu, dass es ihr ein Fahrgast angetan hat, aber das sei vorbei, "er" sei verheiratet. Arno freut sich, dass seine Tochter ihm die Wahrheit gesagt hat – das glaubt aber auch nur er.

Auf einer ihrer Touren trifft Susanne einen alten Verehrer aus Schultagen, der immer noch Interesse zeigt. Susanne aber hat ganz andere Dinge im Kopf, als sie sich später auf dem Brandnerschen Sofa ein wenig ausruht: nämlich Träume von gewissen großen blonden Frauen mit vollen Lippen. Kurz bevor es jedoch zum Kuss zwischen Susanne und der Frau ihrer Träume kommen kann, klingelt das Telefon. Zwar nimmt Arno den Anruf entgegen, aber ausgeträumt hat Susanne trotzdem. Wie sich herausstellt, war der Anrufer niemand anderes als ihr alter Verehrer. Nicht besonders angetan von seiner Hartnäckigkeit entscheidet sie sich dazu, einen Kaffee trinken zu gehen während im Casa Brandner Renovierungsarbeiten erfolgen.

Wo sollte sie anders hingehen als in die einzige Kneipe in Köln/Düsseldorf, das No Limits. Und lange warten muss sie nicht, bevor es sich schon gelohnt hat: Carla kommt herein und Susanne hat nichts besseres zu tun, als sich höchst unauffällig hinter einer Zeitung zu verstecken. Von dort aus bekommt sie mit, wie ein schleimiger Anmacher die ansatzweise Versöhnung von Cecile und Carla torpediert. Cecile lässt Carla kurz allein mit dem Anmacher, der aufgrund ihrer offensichtlichen Ablehnung erst so richtig in Fahrt kommt. Als er handgreiflich wird, mischt sich plötzlich Susanne, Ritterin in strahlender Rüstung, ein und schmeißt den Kerl kurzerhand hinaus. Cecile ist ihr sehr dankbar, genau wie Carla, die ihr vor lauter Dankbarkeit die Hand auf die Schulter legt, doch wieder wird ihre Einladung zum Kaffee von Susanne mit einem klassischen Kaninchen-vor-Schlange-Blick belohnt, was darin gipfelt, dass die eben noch so energische Ritterin fluchtartig das Lokal verlässt. Carla verschränkt verwirrt die Arme vor der Brust.

Wieder zuhause angekommen, entscheidet sich Susanne spontan, den alten Verehrer anzurufen und verabredet sich mit ihm.

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