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DykesVision / TV-Lesben / Zitate deutsch |
Weise Worte ?TV-Lesben über LesbenManche haben etwas Vernünftiges zu sagen, andere hätten besser geschwiegen - hier findet Ihr die Aussagen derjenigen, die ihr Geld damit verdienen, "uns" zu spielen, also der Darstellerinnen unserer "Lieblinge" (hüstel), über ihre Rolle respektive über Homosexuelle(s) allgemein. (Hervorhebungen sowie die Anmerkungen in eckigen Klammern sind von Ivanova.) Keine Vorwürfe bekanntSybille Waury ("Tanja" aus der Lindenstraße) in der Lespress, Januar 2003: lespress: Serienerfinder Hans W. Geißendörfer hat mal gesagt: "Wir wollen in der Lindenstraße das normale Leben abbilden." Glaubst Du, dass Deine Rolle das normale lesbische Leben zeigt? Und kann die Serie für mehr Toleranz sorgen? Sybille Waury: Das "normale lesbische Leben", das wir zeigen wollen, soll sich gar nicht so sehr von dem "normalen heterosexuellen Leben" unterscheiden. Toleranz wollen wir gerade durch die "Normalität" erreichen. lespress: Wie beurteilst Du die Beziehung zwischen Tanja und Franziska? Sie ist ja eher schwierig. Sybille Waury: Ich glaube, in der "Lindenstraße" gibt es keine unkomplizierten Beziehungen. Die sind zwar im wahren Leben sehr nett, aber gute Geschichten brauchen nun einmal Konflikte. Und weder Tanja, noch Franziska sind einfach oder bequeme Figuren. Sie haben beide ihren eigenen Kopf. So entstehen halt oft Meinungsverschiedenheiten. (...) lespress: Gibt es denn Vorwürfe, dass die Rollen zu klischeehaft sind? Ein Vorurteil ist ja zum Beispiel, dass die meisten Lesben schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht haben, oder dass sie erst mal mit einem Mann geschlafen haben müssen, um sich ihrer sexuellen Identität sicher sein zu können. Sybille Waury: Mir sind die Vorwürfe noch nicht zu Ohren gekommen. Es gibt ja auch bei Männern das Vorurteil, dass jede Lesbe gar nicht weiß, was sie verpasst und nur mal richtig guten männlichen Sex genießen muss um wieder "normal" zu werden. Tanja weiß, was sie bei Männern haben könnte und hat sich ganz klar für die Liebe zwischen Frauen entschieden. lespress: Tanjas erste Beziehung mit Sonja endete ja tragisch. Können wir bei Tanja und Franziska auf ein Happy End hoffen? Sybille Waury: Die "Lindenstraße" ist nicht gerade für häufige Happy Endings bekannt. Aber die Hoffnung bleibt natürlich. lespress online (Interview nur in der Print-Ausgabe) Musstest du dich sehr überwinden?![]() Beim SpyCam-Live-Chat vom 18.02.2002 sind die Fragen mindestens so aufschlussreich wie die Antworten... [16:29] marco: mußtest du dich sehr überwinden lesbische szenen zu drehen? da ziehe ich echt meinen hut !!! ihr spielt wirklich super [16:31] Sybille Waury: ob man nun eine frau küsst die man privat nicht küssen würde oder einen mann, ist ziemlich egal [16:34] marco mal ne blöde Frage [Das wär dann schon die zweite, Marco.]. Hast du dich auch schon mal in einen Serienpartner verliebt?:-) [16:35] Sybille Waury: in alle bis jetzt... [16:40] Bommel: Sybille, hast Du eine Lieblingsfigur in der Lindenstraße? Wenn ja, welche? Oder ist es die Tanja?:) [16:41] Sybille Waury: na, nur tanja! der rest ist doch langweilig... [16:58] Friemome: ciao Sybille, war ein schöner Chat!!! Auf das TRAUMPAAR (sic!) im deutschen tv. TANJA und FRANZISKA Neuer Star am Lesbenhimmel
lespress: Wie fühlst Du Dich als neuer Star am Lesbenhimmel? Sandra Borgmann: Dass ich der neue Star am "Lesbenhimmel" bin, ist mir ehrlich gesagt nicht so bewusst - was wahrscheinlich daran liegt - um Deine Frage vorwegzunehmen - dass ich's (bin ich's? bin ich's nicht...?) nicht bin. Freuen tut mich natürlich, dass ich als Rosalie und auch als Lesbe rüberkomme, was mir einige Lesben in sehr netten E-Mails bestätigt haben: dass sich da also keine Lesbe - soweit ich das mitbekomme - verraten fühlt. Das habe ich mir sehr gewünscht. lespress: Die Figur der Rosalie ist sehr beliebt - fast noch mehr als Lolle. Das ist zumindest der Eindruck, wenn man ins Forum zu "Berlin, Berlin" schaut. Was glaubst Du, warum Rosalie von den Zuschauer/innen so gemocht wird? Sandra Borgmann: Ich glaube, was Rosalie so greifbar macht, ist ihre "Geerdetheit" und Direktheit. Sie kümmert sich nicht viel darum, wer was von ihr erwartet und lebt das, was sie für richtig hält. Wobei sie natürlich auch einiges verbirgt hinter ihrer Rauheit - wenn sie dann aber mal ihr "Plattenbauten-Herz" öffnet, kann das umso mehr berühren. Sie ist sehr anarchistisch, und das ist das, was ich an ihr sehr liebe. Und vermutlich einige Zuschauer auch. lespress: Rosalie ist anders als andere Lesbenfiguren im deutschen Fernsehen. Was ist Deiner Meinung nach das Neue/Besondere an ihr? Sandra Borgmann: Ich muss gestehen, ich weiß gar nicht, wie andere Lesbenfiguren in unserer holden Fernsehlandschaft dargestellt werden. Vielleicht ist das Besondere an Rosalie, dass sie sich nicht zuordnen lässt? Sie bleibt eine Art Punk und ist eben lesbisch, aber so ist es eben. Die sexuelle Identität wird nicht ewig und aufdrückend thematisiert. Rosalie ist keine Quoten-Lesbe, die beweisen muss, wie immens integriert Homosexuelle in unserer offenen Gesellschaft sind. lespress: Hast Du irgendwas mit Rosalie gemeinsam oder ist sie für Dich "nur" eine Rolle? Sandra Borgmann: "Nur eine Rolle" ist sowieso nix. Zumindest da, wo Figuren Menschen sind und nicht nur eine Funktion in einer Geschichte zu erfüllen haben. (...) Und was ich dann aus Rosalie mache, kann ich ja nur aus mir nehmen, aus dem, was mir einfällt, was sich mir ergibt - und das hat natürlich sehr direkt mit mir zu tun. Ob ich das konkret so lebe oder erlebt habe wie Rosalie, ist nicht wichtig. Ihre Einsamkeit kenne ich und ihre Angst sich zu binden, ihre etwas verhärtet konsequente Haltung. (...) Nur bemühe ich mich wahrscheinlich mehr um Verständigung als Rosalie - wobei ich auch ein ziemliches Sensibelchen sein kann, und das ist sie nicht. Sie ist viel tougher als ich. Was auch schön war. Als Rosalie könnte mir nix passieren. (...) lespress: Die Serie endet ja relativ offen - gibt es eine Fortsetzung? Sandra Borgmann: Die Fortsetzung ist natürlich geplant (angedachter Drehbeginn Juli 2002), von offizieller Seite aber noch nicht unterschrieben, die müssen die Quoten bis Ende der Ausstrahlung dieser Staffel abwarten. (Lespress, Mai 2002) lespress online (Interview nur in der Print-Ausgabe) Diskutiert diese Statements im Forum. |
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