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DykesVision / TV-Lesben / Zitate deutsch (Archiv) |
Weise Worte?TV-Lesben über Lesben |
Katja Keller (Billi, Marienhof): "Mit Homosexualität hab ich nicht die geringsten Probleme. Im Gegenteil: Erstens finde ich Frauen ganz große Klasse, auch wenn ich nicht lesbisch bin. Und zweitens sind drei Viertel meiner Freunde in Hamburg homosexuelll und deshalb treibe ich mich sowieso meistens in der Lesben- und Schwulenszene herum. ![]() Dabei kriege ich manchmal auch die versteckte Diskriminierung mit, die es in unserer Gesellschaft immer noch gibt. Auch wenn die meisten Leute nach außen hin inzwischen sehr aufgeschlossen und tolerant sind. Aber die liberale Einstellung ist meist nur so lange vorhanden, [wie] es einen nicht selbst und unmittelbar betrifft. Wenn aber Leute persönlich davon berührt werden, weil sich jemand in der eigenen Familie zur Homosexualität bekennt, ist es oft vorbei mit der Akzeptanz. Dabei ist es für Schwule und Lesben sehr schlimm, wenn ausgerechnet die eigenen Eltern damit nicht umgehen können und nur daran denken, was die Nachbarn sagen könnten oder was sie "falsch" gemacht haben, statt zu überlegen, was für das Kind und sein weiteres Leben das Beste ist. Richtig gut wird es dem Kind doch nur gehen, wenn es sich seine sexuellen Neigungen eingestehen und offen damit leben kann! Daß die lesbische Liebe im Marienhof aufgegriffen wird, finde ich grundsätzlich ganz gut, wenn das Thema auch manchmal zu sehr problematisiert wird. (...) Eigentlich wird im Großen und Ganzen sehr normal damit umgegangen und Billi ganz natürlich ins Alltagsleben integriert. [Na, das hat sich zwischenzeitlich ja sehr geändert...] Sie hat ihren Beziehungsstress, den üblichen Trouble mit Beruf und Wohnungssuche, legt sich auch mal mit den anderen Bewohnern an oder lässt mal `nen lockeren Spruch ab. Allerdings hatte ich etwas Probleme mit der Story, als Billi unbedingt als Aushilfe im "Foxy" arbeiten will und dort Homo-Treffs veranstaltet. Das ist in Wirklichkeit ein bisschen anders. Die Homosexuellen gehen eigentlich nicht sehr gern in Hetero-Läden und haben gerade in Großstädten wie Köln ihre eigenen Treffs und In-Kneipen, in denen sie lieber unter sich sein wollen. Vor allem Lesben bleiben gern untereinander, weil sie - verständlicherweise - keine Lust auf blöde Blicke oder dumme Macho-Sprüche haben." (Marienhof-Magazin 4/ 97) Ein bißchen weniger lesbisch, bitte!
Aus dem Offenen Brief von Raphaela Dell (Erika, Verbotene Liebe), der unter dem Titel "Stellt Euch vor, wir hätten geheiratet!" für einige Aufregung sorgte: "Niemand konnte am Anfang unserer Liebesgeschichte ahnen, wie groß die Anteilnahme der Fans sein würde, und damit meine ich nicht nur die positiven Reaktionen. Plötzlich geriet unsere kleine heile Soapwelt doch ein bißchen aus den Fugen: erboste Anrufe nach unserer ersten Liebesszene; Mütter, die besorgt um die sexuelle Orientierung ihrer Töchter, Schimpfkanonaden am Telefon abließen (...), Briefe, in denen mir geraten wurde, zu beten oder abzulassen von diesem Schweinkram. Zuerst hab ich darüber noch gelacht. Diese Ansichten schienen mir so blödsinnig, altmodisch und verlogen, geprägt von kirchlicher Doppelmoral: Wahrscheinlich hätte sich niemand beschwert, wenn ich meinen Lebensgefährten Arno mehrfach mit knackigen Jungs betrogen hätte. Nun, das Lachen blieb mir aber im Halse stecken, als ich anfing zu begreifen, wie tief die Vorurteile gegen Homosexuelle, insbesondere gegen Lesben tatsächlich sitzen. In unzähligen Briefen erzählten uns Frauen ihre verborgenen Liebesgeschichten zu anderen Frauen, berieten sich junge Mädchen mit uns anstatt mit ihren Müttern, (...) 'Macht weiter so, es ist wichtig für uns, daß eine lesbische Liebesgeschichte in der Öffentlichkeit erzählt wird!' Diesen Satz lasen und hörten wir wohl am meisten und er wurde dann auch unser 'Auftrag', zu zeigen, daß nur die Liebe zählt, nicht die sexuelle Präferenz. ![]() Damit wuchs die Verantwortung für die Gestaltung unserer Rollen, ein Rückzug auf das übliche 'ich bin ja nur Schauspielerin' war nicht mehr möglich, es galt Stellung zu beziehen. Wir wurden zu Betroffenen! Vor allem wurde eins ganz deutlich: Während homosexuelle Männer in der Öffentlichkeit bereits große Akzeptanz genießen, werden homosexuelle Frauen immer noch als abnorm wahrgenommen, am besten man beachtet 'es' gar nicht, womöglich ist 'es' ansteckend. Selbst engste Bekannte waren sich plötzlich über den Grad meiner Infizierung nicht mehr sicher und unternahmen abenteuerliche Anstrengungen, um herauszufinden, wie es um mich bestellt sei. (...) Wieso also läßt man einen so starken Handlungsstrang zugrundegehen? Warum kann (...) ein lesbisches Paar keine positive Utopie haben? (...) Ist denn ein zärtlicher Kuß zwischen zwei Frauen wirklich soviel ekelhafter und jugendgefährdender als zwei Dutzend Morde, die man zur gleichen Zeit im TV sehen kann? Ich kann einfach nicht begreifen, daß etwas, was so stark und offensiv begonnen wurde, einfach so weggemogelt wird: ein bißchen weniger lesbisch bitte, liebevoll-entspannt, aber ja nicht zu sexy und auf gar keinen Fall Leidenschaft...[Wie das aussieht, davon konntet Ihr Euch unlängst bei der Nina & Jule-Story überzeugen.] Zum Ende glichen wir eher zärtlichen Cousinen als einem Liebespaar. (...) Ich habe so viele tolle, aufregende, kluge, leidenschaftliche, gutaussehende, humorvolle Frauen in dieser Zeit kennengelernt - von ihnen habe ich mir manches abgucken können für meine Rolle und ich hätte Erika auch gerne so stark, klug, unabhängig und leidenschaftlich gezeigt. (...) Ich nehme es verdammt übel, daß sich der Einsatz nicht gelohnt hat." (Emma, Januar 2000) |
...Und da haben sie gesagt:
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Von Anna Nowak (Urszula, Lindenstraße) habe ich zwar kein Statement anzubieten (strenggenommen spielt sie ja auch bisher bestenfalls eine Bisexuelle), jedoch ist hier positiv festzuhalten, daß sie, zusammen mit zahlreichen anderen Lindenstraße-Promis (jedoch ohne Sybille Waury), bei der Aktion Ja-Wort unterschrieben hat. Damit erreicht die Kandidatin 100 Punkte in der Kategorie political correctness ;-).
Im Gegensatz zu den friedensbewegten Demos der 80er Jahre sei der CSD ein "Volksfest" für "alle, Schwule, Heteros, Alte, Kinder, Jugendliche, Deutsche und Ausländer" [Lesben kommen in dem Artikel nicht vor]. Es sei ihr auch "lieber (...), wenn man sich verkleidet, über die Straßen zieht und feiert, wenn man etwas zu sagen hat". Die historischen Aufstände siedelt sie in San Francisco an. Sie versichert, sie selbst sei "überzeugter (sic!) Hetero", möge aber die Lebensfreude auf dem CSD, der "über alle Schranken hinweg Verständnis und Sympathie für Schwule geweckt" habe. [Die Auseinandersetzungen z.B. darum, wo der Kölner CSD stattfinden durfte, waren ihr wohl entgangen - oder zu wortreich.] Da fordert sie doch gleich einen ähnlichen Feier-Tag für Ausländer, Alte und Kinder und schließt: "Oder gibt's den nicht sowieso schon an Karneval?!" (20 Minuten Köln, 2000) Ist der alljährliche CSD nicht einen schöner Anlaß, Frau Waury mit Eurem Being a Beautiful, Heavy,
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© Bilder: Karrenbauer: RTL; Nowak, Waury: www.lindenstrasse.de; Hochzeit: Emma; Hannigan, Benson: BuffyGuide. |
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