Ab in den Süden
South of Nowhere: Spencer & Ashley
von LeMeep
Ein Mal ist kein Mal
In Kürze: Ashley fühlt sich berufen, einen Indie-Film zu drehen und quetscht deswegen gnadenlos jeden nach seinem "ersten Mal" aus - auch die Eltern!
Ashley fummelt an ihrem neuesten Spielzeug herum – nein, nicht Spencer, sondern eine digitale Videokamera, mit der sie einen Indie-Film aufnehmen will. Thema: Der erste Sex. Sobald sie das hört, ist Spencer plötzlich mehr als abgeneigt, in Ashleys Film mitzuwirken. Pech gehabt, Frau Regisseurin!
Bei Aiden hat sie auch nicht sehr viel mehr Glück, denn der lehnt ebenso rundheraus ab, solche intimen Geständnisse auf Video zu verewigen. Ashley gibt nicht auf und krallt sich gleich als nächstes Madison, die beim Anblick der Kamera sofort ihr bestes Filmstar-Lächeln aufsetzt. Das verwandelt sich innerhalb kürzester Zeit in einen mörderischen Blick, und so rauscht auch die Cheerqueen davon, ohne in Ashleys Film aufzutreten. Mehr als zweifelnd raten sowohl Spencer als auch Aiden dem neuen Star am Indie-Himmel, vielleicht etwas mehr Wert auf Privatsphäre zu legen.
Sie beherzigt den Rat, denn Glens erstes Mal nimmt sie unter freiem Himmel auf anstatt mitten auf dem Gang der Highschool. Trotzdem ist sie nicht damit zufrieden, weil sich der gute und vor allem geile Glen partout nicht an seinen ersten Sex erinnern kann. Frustriert klappt Ashley die Kamera zu und stürmt davon, sich lautstark gratulierend, dass sie sich nicht mehr mit Typen wie ihm abgeben muss.
Später chattet Spencer mit Aiden und muss feststellen, dass ihre Freundin ihn so lange bearbeitet hat, bis er nachgegeben hat – und in ihrem Film auftauchen wird. Das wirft Spencer nicht gerade aus der Bahn, doch bevor sie weiter darüber reden können, scheucht ihre blöder Bruder Spence vom Computer weg mit der Begründung, er müsse dringend einen Aufsatz schreiben. Sein Computer habe einen Virus, der, wie seine kluge Schwester vermutet, wohl daher kommt, dass sich Glen-Schatz Pornos runterlädt. Dumpfbacke Glen stellt sich unwissend und setzt sich hin, um tatsächlich ein paar Zeilen zu schreiben. Allerdings kann er den Versuchungen des Internets nicht lange widerstehen und ruft seine E-Mails ab. Und darin findet er unverhoffterweise genau das, was er wollte: ein Nacktbild, in diesem Fall von Ashley. Glen freut sich wie ein Schneekönig und behält diese Neuigkeit natürlich nicht lange für sich.
Am nächsten Morgen hat er nichts besseres zu tun, als die Geschichte brühendwarm an Madison weiterzugeben, die es nicht besonders toll findet, dass ihr Freund stundenlang die Bilder von anderen nackten Frauen anstarrt. Damit ist er aber nicht allein...
Ashley verfolgt Aiden, um endlich ihre versprochene Aufnahme zu bekommen. Spencer bleibt weiterhin stur und weigert sich, ebenfalls aufzutreten. Sie lässt die beiden allein, wobei Ashley natürlich nicht die Gelegenheit verpasst, Spencer nachzustarren, und endlich darf Aiden seinen Seelenstriptease hinlegen: er wurde von einer neureichen Mrs Marsh entjungfert. Und Schnitt!
Nächstes Opfer auf Ashleys Liste ist Clay, der nicht schnell genug Spencers Warnung befolgt und so sofort ihre Kamera ins Gesicht gehalten bekommt. Doch, oh Wunder, Clay hat nichts zu erzählen: er ist noch Jungfrau. Und noch mal Schnitt!
Weiterhin unbeeindruckt von Spencers konstanter Weigerung, dabei zu sein, lässt Ashley nichts unversucht ihre Freundin zu überreden und übersieht dabei großzügig die vielen eindeutig zweideutigen Blicke in ihre Richtung. Was sie nicht mehr übersehen kann, ist ein abgelenkter Aiden, der mitten in die hundertste Diskussion darüber platzt, ob besondere Momente nicht lieber privat bleiben sollten. Der Mann hat ein Talent für so was... Das verliert rapide an Wichtigkeit als sich Aiden total unauffällig benimmt und Spencer ihm sein schickes Fotohandy entwendet: er hat gerade das berüchtigte Nacktfoto von Ashley betrachtet. Sowohl fasziniert als auch peinlich berührt versucht Spencer ihre Freundin vor dem schlimmsten zu bewahren, aber die grapscht ungläubig nach dem Telefon und ist entsetzt. Schlimmer noch, jeder einzelne Schüler scheint die E-Mail bekommen zu haben, so dass jetzt wirklich alle sich an dem Bild "erfreuen" können. Es lebe die moderne Kommunikation! Ashley versucht das beste aus ihrer Situation zu machen und steht dazu, was ihr eine Runde Applaus und Rufe einbringt. Übrigens trägt sie gerade jetzt ein äußerst knappes Oberteil und ebensolche Hotpants, so dass selbst ohne das Bild recht wenig der Einbildungskraft überlassen bleibt.
Ein üblicher Abend im Carlin-Haus: alle haben sich versammelt, um diejenigen Familienmitglieder, die ein Date haben oder ausgehen gebührend zu verabschieden. Ashley gesellt sich dazu und macht sich sofort wieder beliebt, indem sie dieselbe Frage wie allen anderen auch ausgerechnet Mama Carlin stellt. Die glaubt für einen Augenblick, sich verhört zu haben und würde ihrer Lieblings-Persona-Non-Grata wohl am liebsten an die Gurgel springen, doch anstatt dessen murmelt sie was von "Hochzeitsnacht" und zerrt ihren widerstrebenden Ehemann hinter sich her. Wäre ich Spencer, ich würde Ashley die Hölle heiß machen für diesen peinlichen Auftritt, doch die zeigt bemerkenswerte Zurückhaltung.
Vielleicht wollte sie auch Ashley nicht vergraulen, denn später betrachten die beiden in seliger Eintracht das berüchtigte Bild. "Wenigstens ist es ein sexy Foto", meint Spencer, was Ash natürlich gleich als Kompliment auffasst. Sie flirten noch ein bisschen, und Ashley nützt die Chance, um ihrer Freundin zu zeigen, dass sie im Gegensatz zu ihrem fotografischen Alias kein Muttermal auf der Hüfte hat. Anscheinend hat jemand ein altes Foto von Madison und Ashley, die vor langer, langer Zeit mal befreundet waren, dazu verwendet, Ashs Kopf auf einen nackten Torso zu photoshoppen. Ashley vermutet stark, dass sie dieses Kunstwerk Madison zu verdanken haben. "Was die kann, können wir schon lange", kündigt Spencer an und tippt mit einem schelmischen Lächeln wie wild auf den Computer ein.
Nach der kleinen Lehrstunde in Sachen Fotocollage sind Spencer und Ashley dazu übergegangen, wieder an Ashleys Film zu arbeiten. Jetzt ist Ashley dran, ihren Eintrag aufzunehmen. Während sie in die Kamera spricht, die sie an den Fernseher angeschlossen hat, sitzt eine nervöse Spencer hinter ihr auf dem Bett und sieht sowohl sehnsüchtig als auch etwas beklommen dabei zu. So wie Ashley ihre Geschichte erzählt, ist es ein Wunder, dass die doch ein wenig prüde Spence nicht knallrot anläuft, denn Ashley spart nicht mit Details ihres ersten wunderschönen Erlebnisses mit einer Frau. Und die Krönung kommt zum Schluss: "Ich hoffe, ich kann das auch mal für jemanden andern tun", sagt Ashley, und die Blicke, die sie und Spencer danach austauschen, sprechen Bände.
Am nächsten Morgen jedoch steht erst mal Rache an Madison auf der Tagesordnung, und es läuft ganz hervorragend: alle lachen über das lebensgroße Bild einer an allen möglichen und unmöglichen Stellen gepiercten Queen of Cheerbitches. Gedemütigt flieht Madison, während sich das diabolische Duo Spashley königlich amüsiert.
Anscheinend hat Ashleys endloses Bedrängen doch Früchte getragen, denn als letztes sehen wir Spencers Beitrag zu Ashleys Film. Spencers erster Sex war alles andere als berauschend, sondern eher sehr enttäuschend: eigentlich schon vorbei, bevor es richtig losging, und danach musste Spencer weinen. Deswegen hofft sie auf ein zweites "Erstes Mal" mit jemandem, der sie wirklich liebt, wie sie direkt in die Kamera spricht. Und wer anders als Ashley sollte gerade in diesem Moment vor dem Bildschirm sitzen und wissend grinsen?