Ab in den Süden

South of Nowhere: Spencer & Ashley

Ab in den Süden

von LeMeep

Alles neu

In Kürze: Hallo L.A.! Hallo Ashley! Hallo Coming Out!

Und was willst du?!

Los Angeles ist sehr groß und sehr unübersichtlich – noch viel mehr für jemanden, der eben erst von Ohio hierher gezogen ist. Wie beispielsweise die Carlin-Kinder, bestehend aus Glen, Clay und Spencer. Glen entdeckt sogleich die Turnhalle und fühlt sich pudelwohl an der neuen Schule, aber die anderen beiden sind noch überwältigt von der schieren Maße an Schülern um sie herum. Dass das Schulgelände dementsprechend riesig ist, hilft ihnen nicht gerade, sich zurechtzufinden, und so irren sie auf der Suche nach irgendwelchen Unterrichtsräumen in alle Richtungen davon. Spencer versucht ihr Glück indem sie sich bei einem zufällig vorbeikommenden Mädchen erkundigen will. Die Angesprochene jongliert gerade einen Kaffee und flucht lautstark, als ihr der Inhalt ihres Schließfaches entgegenpurzelt. Kurz, sie hat überhaupt keinen Nerv für Ohio-Girl, fährt sie mißmutig an, sie nicht mit ihren Problemen zu belämmern und stürmt davon. Spencer bleibt irritiert zurück, kein bißchen klüger als vorher.

Das schlägt sich darin nieder, dass sie zu spät zum Training der Cheerleader kommt, worauf natürlich Queen Madison sofort hinweist. Spencer bekommt einen Vorgeschmack auf das zukünftige harmonische Verhältnis mit ihr nachdem Madison zuerst mal klarstellt, dass Glen sowieso keine Chance gegen ihren Freund, den Star der Mannschaft, hat und dann der Neuen den Schlüssel für die Pompoms in die Hand drückt. Und auch nach dem Training, das immerhin gnädig verlaufen ist, darf Spencer erst mal hinter ihnen herräumen. Das klingt doch wie ein Traumjob!

Treffen in der Turnhalle

Später setzt sich Spencer in die Turnhalle, um ihre Hausaufgaben zu erledigen währen sie auf Glen wartet, der erst noch ein Probetraining absolvieren muss, bevor er seine Schwester mit heim nehmen kann. Zunächst fällt Spence der Star der Basketballmannschaft namens Aiden ins Auge, doch dann taucht das Mädchen von vorhin wieder auf und nichts könnte interessanter sein. Wesentlich freundlicher als vorher gibt sie Spencer nicht nur die Kurzversion der Verhältnisse an der King Highschool, sonder stellt sich auch vor: "Ashley Davies". Spencer ergreift die ihr gereichte Hand und meint etwas spöttisch: "Nett, diese Version von dir kennen zu lernen." Ashley erklärt, dass sie nur etwas unausgeglichen war wegen Stress zuhause. Dad No 3 und Dad No 4 haben sich in die Haare gekriegt wegen des Tattoos über Ashleys Steißbein, das Spencer gerade ausführlichst betrachtet. "Gefällt's dir?" fragt Ash keck und lässt mit ihrem frechen Grinsen Spencer knallrot anlaufen. Sie murmelt, dass sie dachte, Minderjährige dürften sich noch nicht tätowieren lassen. "Minderjährige dürfen überhaupt nichts cooles", beschwert sich Ashley. Nach einer Entschuldigung für das erste verpatzte Aufeinandertreffen bietet sie Spencer an, ihr LA zu zeigen, damit sie mehr davon sieht als die Touristenfallen. Ohio-Girl lässt sich bereitwillig an der Hand wegzerren.

Subtiler Hinweis

Die Stadtführung endet in Ashleys Haus, wo sich die beiden auf dem Bett fläzen und über Jungs herziehen. Nachdem sie sich darüber ausgelassen haben, wie nervtötend die männliche Spezies sein kann, lehnt Ashley sich zurück und meint wie beiläufig: "Wie gut, dass man sich auch anders entscheiden kann." Ebenso beiläufig landet bei diesem Satz ihre Hand auf Spencers, die erstarrt. Erst jetzt fällt ihr Blick auf das Foto auf dem Nachttisch, dass Ashley in einer romantischen Pose mit einem anderen Mädchen zeigt. Ashley feixt etwas und nimmt ihre Hand wieder weg, während Spencer sich peinlich berührt räuspert, weil sie nicht weiß, was sie sagen soll.

Am nächsten Morgen geht Spencer Ashley absichtlich aus dem Weg. Später am Schultag irrt sie mal wieder durch die Gegend als Madison mit Aiden im Schlepptau vorbeikommt. Sie ist nicht wirklich begeistert von der Tatsache, dass sich Aiden und Spencer auf Anhieb super verstehen, also lenkt sie das Gespräch schnell auf den am Freitag stattfindenen Tanz. Eigentlich weiß Ohio-Girl noch nicht so richtig, ob sie gehen soll, doch die Entscheidung wird ihr abgenommen: alle permanenten und zukünftigen Cheerleader haben zu erscheinen. Spencer grübelt gerade, mit wem sie hingehen könnte, als Ashley sie entdeckt. Madison ist sichtlich nicht erfreut darüber, dass die beiden sich kennen und verabschiedet sich mit ein paar giftigen Bemerkungen in Richtung von Mademoiselle Davies sehr schnell. Nur zu gerne möchte Spencer wissen, warum sich Aiden und Ashley so seltsam verhalten haben, aber Ash hüllt sich in Schweigen. Statt dessen fragt sie, ob sie mit ihrer Ankündigung, auch auf Frauen zu stehen, Spencer vollends verschreckt hat, was diese nach ein wenig Nachbohren auch zugibt. Sie sind sich allerdings darin einig, dass der gestrige Tag auf jeden Fall cooler war als der Durchschnitt. In einem cleveren Versuch, ihre Begleitung für Freitag klarzumachen, fragt Spencer Ash, ob sie auch zu dem Tanz gehe. Doch die verspürt überhaupt keine Lust, sich öffentlich demütigen zu lassen und winkt nur ab. Als sie sich verabschiedet, blickt ihr Spencer sehnsüchtig hinterher.

So dermaßen lesbisch!

Eine leichtbekleidete Spencer, frisch aus der Dusche wie es scheint, kommt in den Umkleideraum der Cheerleader und wird von Madison angefahren, sie solle sie gefälligst nicht anstarren. Verwirrt fragt Spencer, was das eigentlich soll, woraufhin ihr Madison genüsslich erklärt: "Ich wusste, du bist nicht normal." Plötzlich taucht Ashley auf, doch als Spencer sie um Hilfe bittet, gesellt sich Aiden zu ihrer Freundin und legt besitzergreifend den Arm um sie. Die beiden verschwinden, Spencer ignorierend, die sich jetzt den kichernden Cheerleadern gegenüber sieht. Madison triezt sie immer wieder mit "Du bist lesbisch, so lesbisch, so dermaßen lesbisch!" und lacht kalt. Spencer fährt aus dem Schlaf hoch und muss feststellen, dass sich nicht etwa die Cheerleader in ihrem Schlafzimmer versteckt haben, sondern sie schlicht träumte. Und es war definitiv kein netter Traum.

Er hat Spencer offensichtlich so verunsichert, dass sie dringend darüber reden muss. Und wen würde eine sexuell verwirrte 16-jährige mit lesbischen Albträumen wohl aufsuchen, um sich auszusprechen: ich habe keine Ahnung, aber ihr Vater stand bei mir nicht unbedingt auf der Liste. Spencer jedoch denkt, dass ihr Dad ein offenes Ohr haben wird (schließlich ist er Sozialarbeiter) und hat auch recht damit. Bei einem Kaffee plauschen die beiden darüber, dass Spencer das Gefühl hat, sie würde nicht hineinpassen in die Highschoolwelt. Alle anderen wissen, wer sie sind und was sie wollen, nur Spencer scheint noch völlig im Dunkeln zu tappen. SuperDad beruhigt seine zweifelnde Tochter und meint, dass man ihrem Alter noch gar nicht wissen könne, wer man sei – solange man jung sei, solle man leben, sich ausprobieren, Fehler machen. Spencer sieht nicht wirklich glücklicher aus, weswegen ihr ihr Vater den Rat gibt, einfach sie selbst zu sein. "Und wenn ich etwas bin, was die anderen nicht von mir erwarten?" hakt Spence zögerlich nach. "Das macht die Menschen erst großartig. Das Unerwartete." Etwas getröstet lehnt sich die Tochter bei SuperDad an und hat die vage Hoffnung, dass wenigstens ihr Vater keine Probleme mit ihrem Coming Out hätte.

Gerade unterhalten sich unsere zwei Hübschen über diverse Schulgerüchte, als ihnen wiederholt Aiden über den Weg läuft, und das seltsame Verhalten der beiden schürt Spencers Neugier nur noch mehr. "Na gut, ich hab ihn mal gekannt vor langer Zeit, aber das war nur so eine Phase", bemüht sich Ashley das Thema kurz zu halten. Spencer scheltet sie etwas für den lockeren Gebrauch des Wortes Phase, doch ihre Freundin möchte das Gespräch nicht noch weiter auswalzen und geht. Spencer sieht ihr kopfschüttelnd nach.

Spencer kann die Augen nicht von Ashley lassen

Noch ne Cheerleader-Probe, aber dieses Mal könnte sich Spencer nicht weniger darum scheren, ob ihre Hüftschwünge Madisons Gnade finden oder nicht, denn Ashley kommt herein und die beiden müssen sich einfach anstarren. Eine bis über beide Ohren grinsende Spencer bekommt Madisons Lob kaum mit, so gebannt ist sie von Ashs Anwesenheit.

Ein Ort, den ich nicht unbedingt genauer inspizieren muss: der Umkleideraum der Jungs. Doch sie tun etwas, was sonst nur Frauen gerne nachgesagt wird, nämlich tratschen wie die Weltmeister. So erfährt Glen, dass Ashley nicht nur früher mal mit Aiden ausging, sondern jetzt auch ans andere Ufer gewechselt ist. Er findet das unglaublich und schiebt es natürlich seiner Nemesis Aiden in die Schuhe, was zu Schlägerei #1 führt.

Mama Carlin hat ausnahmsweise Zeit, Spencer von der Schule abzuholen. Ohio-Girl nützt die Chance, ihre Mutter auszuquetschen über damals, als sie Papa Carlin traf und en route ihre Jungfräulichkeit verlor. Weil Mama Carlin die Worte konservativ und prüde auf ihre Fingerknöchel tätowiert hat, tritt sie in die Eisen als würde die Welt untergehen. Doch Spencer kann sie beruhigen: weder hat sie "jemanden" getroffen, noch hat sie bereits Sex. Etwas besänftigt ergreift die gute Mutter aber trotzdem die Gelegenheit, Spencer darauf hinzuweisen, dass sie überhaupt keine Zeit für etwas anderes als Schule und gute Noten hat, denn schließlich winkt bald das College. Spencer ist sofort angenervt weil sie weder im Moment weiß, wer sie ist, geschweige denn in so ferner Zukunft. Als Mama Carlin dann auch noch meint, der vorbeikommende Aiden sei "süß", bittet Spencer sie inständig, endlich loszufahren.

Mama Carlin ist anderer Meinung

Plappermaul Glen muss natürlich gleich seinen Eltern erzählen, dass Spencers neue Freundin Ashley lesbisch ist, und, noch besser, dass sie wegen Aiden überhaupt so "geworden" ist. Mama Carlin findet das Gesprächsthema an sich nicht toll und noch viel weniger, dass ihr lieber Ehemann eine gänzlich andere Meinung dazu vertritt als sie. Sie will für Ashley beten, damit sie ihren (unzweifelhaft heterosexuellen) Weg noch findet, und jetzt platzt Spencer der Kragen: "Ich glaube, Gott ist ein bisschen zu beschäftigt um sich darum zu scheren, welche zwei Menschen sich mögen!". Doch Mama Carlin ist noch nicht fertig - als Glen meint, Ashley sei zu hübsch um lesbisch zu sein (und allein dafür hat er einen Zaunpfahl verdient), wahrscheinlich würde sie nur experimentieren, bekommt sie einen predigenden Tonfall: "Das Leben ist nun mal kein Experiment. Man hat einen Versuch, es hinzukriegen, und wenn man nicht aufpasst, experimentiert man sich noch ins Grab." Yadayadayada. Den Vogel schießt sie aber ab mit dem wohlgemeinten Rat an ihre Tochter, sich gefälligst andere Freunde zu suchen. Spencer versucht sich zu verteidigen und erhält Unterstützung von Papa Carlin, der meint, die sexuelle Orientierung sei kein Kriterium dafür, ob jemand ein guter Freund sei oder nicht. Darf ich sagen, dass ich ihn gerne knuddeln würde?

Nach dem großen Spiel folgt am Abend der große Tanz. Nicht nur Spencer langweilt sich tödlich, weswegen sie Ashley anruft und zu überreden versucht, doch noch vorbei zukommen. Mit viel Flirterei erreicht sie ihr Ziel – Ashley wird vorbeischauen.

Ich warte auf meine Freundin.

Solange sie wartet, versucht Spence die ganzen knutschenden Hetenpärchen um sie herum zu ignorieren, und wird endlich von Ash erlöst. "Na, wurdest du schon rausgeschmissen?" fragt Ashley cooler als sie ist. "Nein. Ich warte auf meine Freundin", antwortet Spencer mit einem breiten Grinsen. Weil Ashley so aussieht, als hätte sie aus Versehen eine Stehlampe verschluckt, versucht sie Spencer etwas aus der Reserve zu locken und hält ihr die Hand hin. Ashley nimmt sie lächelnd und die beiden wagen sich in die Höhle de Löwen bzw. die umdekorierte Turnhalle. Für ca. 1 Minute ist der Abend noch in Ordnung, doch dann treffen die beiden auf Madison. "Hunde und Lesben verboten", begrüßt die Cheerbitch Ashley und schmeißt Spencer nonchalant aus dem Team. Doch es wird noch hässlicher: wie sich herausstellt, ist Madison nur zu gut über die gemeinsame Vergangenheit von Aiden und Ashley informiert. Ash wurde schwanger und verlor das Kind, was sich naturgemäß innerhalb Sekundenschnelle verbreitet. Die Situation eskaliert, als Glen versucht, seine Schwester heim zu karren und Aiden sich einmischt. So haben wir Schlägerei #2, die erst endet, als Clay seinen Bruder von dem am Boden liegenden Aiden wegzerrt. Ashley entscheidet sich für Flucht und nimmt Spencer mit.

In Ashs Auto reden sie erst mal über die Flut von Informationen, die gerade auf Ohio-Girl eingeprasselt sind: 1) die Fehlgeburt war vor einem Jahr. 2) Ashley will sich nicht festlegen, was ihre sexuelle Orientierung angeht: "Ich hab's nicht so mit Schubladen." - "Aber jeder andere auf diesem Planeten nun mal schon!" beschwert sich Spencer. Ashley schweigt nur. "Du wirst es mir nicht sagen?" - "Spielt das irgendeine Rolle?" setzt Ashley gerade an, da rauscht Aiden inklusive blutiger Nase herbei und will sich entschuldigen. Da ihm ein Wachmann auf den Fersen ist, bugsiert Ashley ihn ins Auto, und die drei fahren zu einem Hügel außerhalb von LA.

Wir haben's nicht so mit Schubladen

"Das war definitiv ein anderer Tanz als die, die wir zuhause hatten", meint Spencer. Aiden entschuldigt sich noch mal, und Ash vergibt ihm so bereitwillig, dass Spencer lieber nachfragt, ob die beiden nicht allein sein möchten. "Nein!" kommt es fast gleichzeitig von den beiden. "Wollt ihr zwei allein sein?" möchte nun Aiden zögerlich wissen, und auch wenn Spencer und Ashley einstimmig ablehnen, so braucht es keinen Abschluss in Psychologie, um zu sehen, dass das gelogen war. Wo wir schon dabei sind, denkt sich Aiden und setzt nach: "Also, Spencer, bist du lesbisch?" Die Angesprochene überlegt ein bisschen und sagt dann, an Ashley gewandt: "Ich hab's nicht so mit Schubladen." Ash muss grinsen. Vereint entschließen die drei, sich wieder in den Hexenkessel von L.A. zu stürzen.

w e i t e r

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