Dazugelernt?
Marienhof 3:
Andrea & Billi
Andrea hatte sich inzwischen mit Annalena angefreundet, welche irgendwann für ihre Diskothek eine Mitarbeiterin suchte, und war so zufällig anwesend, als Billi Vogt (nicht unlecker, wenngleich von einer gruseligen gelben Häkelmütze verunstaltet: Katja Keller) zum Vorstellungsgespräch in den Marienhof einfiel.
Spätestens als die patente Tresenkraft den Namen ihrer bisherigen Wirkungsstätte nannte (Grüne Tomaten!), waren Eingeweihte im Bilde. Der Rest erfuhr es erst, als Annalena und Andrea ahnungslos eben diese Kneipe aufsuchten, um die Bewerberin in ihrer natürlichen Umgebung zu begutachten - rein jobtechnisch, versteht sich. Die Szene, in der eine Lesbe das vermeintliche Paar fragte, wie sie das mit dem Kind (Annalena war hochschwanger) denn gedeichselt hätten, war durchaus witzig. Annalena hegte nach dieser Erfahrung allerdings schwerste Bedenken, ob Billi aufgrund ihrer sexuellen Orientierung überhaupt für ein Hetero-Lokal tragbar sei, die Andrea ihr aber ausreden konnte.
Sie war überhaupt recht angetan von der quirligen Billi, und so wurden die beiden gute Freundinnen und schließlich ein Paar. - Ja, Ihr lest ganz richtig: Es handelte sich um zwei alleinstehende Frauen, keine davon (ausschließlich) heterosexuell! Zu jener Zeit begann ich zu glauben, daß Foucault doch unrecht hatte: Es gibt so etwas wie Fortschritt! Jedenfalls bewegte mich (rückblickend) diese Entwicklung erst dazu, hier auch längst vergangene lesbische Storylines zu sammeln - eben genau, um diesen Lernprozeß zu dokumenieren. Umso ernüchternder war die weitere Entwicklung.
"A & B" hatten unter den MH-Fans eine mindestens so große Anhängerschar wie E & N bei den VL-Junkies - ja, sie waren sogar zeitweise das beliebteste Paar der Serie (Quelle: lespress, Juni 1998), und Billi wurde erstaunlicherweise zum beliebtesten Charakter gewählt - sicher (noch) nicht selbstverständlich für eine lesbische Figur.
Vielleicht lag es aber auch daran, daß eine Sache hier wirklich sehr gut gemacht wurde: : Es gab angemessen viele Liebesszenen, die auch natürlich und glaubwürdig rüberkamen - ein himmelweiter Unterschied etwa zur Verklemmten - äh, ich meine natürlich Verbotenen Liebe.
Leidenschaft und Zärtlichkeit wurden ihnen also zugestanden - wirklicher Beziehungsalltag allerdings nicht. Zwar jagt im Marienhof sowieso ständig ein Drama das nächste, so daß von Alltag kaum zu spechen ist - es erschien mir bei den beiden jedoch noch um einiges heftiger. Fanatischer Kinderwunsch seitens Andrea und ein Gehirntumor sind mir am deutlichsten in Erinnerung geblieben...
Wenn ihr noch mehr Details in Erinnerung habt, meldet euch bitte bei uns!
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