von Ivanova
Frauen im Frisiersalon
Lindenstraße, zum Vierten:
Tanja & Suzanne
~ 8: Toaster ~
(982: Krebs)
In Kürze: Suzanne ändert ihre Taktik und damit auch ihre Frisur. Außerdem: Ein Déjà-vu und ein Auszug.
I. Termin
Am Morgen von Majas Todestag unterhalten sich Tanja und Urszula über den Tod einer anderen jungen Mutter: Vor einer Woche ereignete sich ein schwerer Autounfall mit Fahrerflucht, und Brenner geriet unter Verdacht, da er kein Alibi vorweisen kann. Die Polin versteht nicht, warum er ihr nicht erzählt, wo er sich an dem Tag aufgehalten hat. Als Franzi herein kommt, spricht Urszula sie darauf an. "Na und?" meint sie nur wegwerfend.
Vor der Arbeit sucht Urszula Klaus Beimer auf, der mit seinen Zeitungsartikeln über Brenner eine Lawine losgetreten hat, und wirft ihm Rufmord vor. Zur Mittagszeit muss sie eine neugierige Else Kling, die ihr vermeintliches "Recht auf Information" bezüglich Christians Verwicklung in den Unfall einfordert, recht unsanft aus dem Salon hinauskomplimentieren.
Suzanne tritt ein und bekundet, sie wolle zu Tanja. "Jetzt? Wir haben Mittagspause!" erwidert die Salonchefin leicht irritiert. "Ja - ich hab' einen Termin." (Geschickte Strategie, sich einen Termin bei Tanja zu holen, aber wie haben wir uns das vorangegangene Telefongespräch vorzustellen? "Hallo, Tanja, ich weiß, du brauchst noch etwas Abstand, aber ich muss unbedingt zum Friseur, und außer euch gibt es in München doch keinen! - Nein, bitte nicht bei Urszula, weil... ähm... wir müssen doch noch über das Buch reden!") "Oder… ist es dir jetzt doch nicht recht?" erkundigt sie sich unsicher bei Tanja, die hinzugekommen ist.
"Doch, doch!" versichert diese, führt sie an den Frisiertisch und will wissen, was sie möchte. Diesen Teil ihres Masterplans scheint sie sich nicht vorher überlegt zu haben. "Ähm - schneiden?" improvisiert sie tapfer. Die Friseurin lacht: "Gute Idee! Ein Bisschen genauer?" Schließlich entscheidet sie sich für dieselbe Frisur, die Tanja ihr bei einem ominösen "letzte[n] Mal" verpasst hat.
Als sie - nun mit glatten Haaren - bezahlt, drückt Tanja ihr den Schein wieder in die Hand und erklärt nachdrücklich: "Gern geschehen." (Sie nehmen keine Notiz von Franziska, die vor dem Salon aufgetaucht ist und sie durch die Glastür beobachtet.) "Danke! Ähm -" beginnt Suzanne verlegen. "Ja?" - "Vielleicht könnt' ich mich ja revanchieren, mit einem Abendessen..." - "Heute?" - "Ja!" - "Gerne." Sie verabreden sich für acht Uhr. Franziska tritt ein, als Suzanne den Salon verlässt, und stammelt, sie sei "grad' in der Gegend" gewesen. Urszula belegt sie sofort mit Beschlag (sie soll mit ihrem Vater über den Tag des Unfalls reden), so dass ein Gespräch mit ihrer Ex-Freundin nicht möglich ist.
Nach der Arbeit findet Tanja Franziska beim Kofferpacken vor und will wissen, was sie da tue. "Wonach sieht's denn aus?!" gibt ihre frühere Freundin zurück. Sie halte es einfach nicht mehr aus. "Wenn ich nicht mit dir zusammensein kann, dann... dann kann ich dich auch nicht mehr sehen, das tut echt zu weh. - Sag' doch was!" fordert sie, da Tanja nichts erwidert, und bekommt die zögerliche Antwort: "Vielleicht ist es besser."
Das war nicht das, was sie hören wollte: "Sag' doch: 'Bitte geh nicht'!" fleht sie. Tanja mag solche Spielchen nicht spielen, versichert ihr jedoch, sie sei ihr immer noch "wahnsinnig wichtig", woraufhin Franziska frustriert weiter packt. "Ja, klar, spar dir das!" Auf Nachfrage erklärt sie, dass sie erst einmal zu ihrem Vater ziehe. "Soll ich dir helfen?" bietet Tanja an. "OK, vergiss es, ich weiß halt nicht, was ich tun soll... Es ist alles so'n... Es tut mir leid." - "Mir auch", bekennt Franzi, und sie umarmen sich traurig.
II. Toast
Während Maja am Abend im Kreise ihrer Lieben zu den Klängen der Mondscheinsonate ihrer Krebserkrankung erliegt, hat Suzanne optimistisch Billie Holidays Embraceable You aufgelegt. Auch beleuchtungstechnisch ist für romantische Atmosphäre gesorgt - nun trinkt sie sich mit einem Glas Prosecco Mut an. Als es klingelt, kontrolliert sie nervös ein letztes Mal ihr Aussehen im Spiegel, bevor sie öffnet.
Tanja, die ihr einen Blumenstrauß mitgebracht hat, findet, die Wohnung sehe schön aus. Während Suzanne Prosecco einschenkt - das Essen ist noch nicht fertig - und Tanja den Strauß in eine Vase stellt, riskieren sie abwechselnd verstohlene Blicke.

Und so kommt es, dass sie sich erneut mit Sektgläsern in der Hand vor dem Wandregal in der Küche wiederfinden. "Schön, dass du da bist!" bekundet Suzanne. Sie trinken, ohne einander aus den Augen zu lassen, was ziemlich schwierig aussieht. Kurz darauf muss Suzanne lachen: "Ich glaub', ich hab' grad'n Déjà-vu!" - "Das ist kein Déjà-vu", lächelt Tanja, "es war schon mal genau so... vor'n paar Wochen." - "Ja, stimmt." - "Und dann haben wir uns geküsst." Suzanne seufzt. "Stimmt." - "Der Unterschied ist... diesmal werd' ich nicht weglaufen."
Wir wissen nicht, ob die Dresdnerin dies in ihrer etwas verkrampften Verfassung als Versprechen oder als Drohung auffasst, doch da die beiden sich zärtlich küssen, ist es wohl doch Ersteres. Die Sektkelche sind allerdings im Weg. Lächeld stellen sie sie ab, wonach die Kamera übertrieben diskret (auch wenn sich die Küssenden darin spiegeln) bei dem spannenden Motiv der Trinkgefäße verweilt. Im Hintergrund sehen wir Tanjas Bluse zu Boden fallen. Die Vermutung liegt nahe, dass das Essen anbrennen wird.
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