von Ivanova
Frauen im Frisiersalon
Lindenstraße, zum Vierten:
Tanja & Suzanne
~ 6: Sie waren ein besonderes Paar
~
(979: Kronen)
In Kürze: Franziska will reden, Tanja nicht, Ute wird erneut pampig, und Urszula ist von allen genervt. Da bietet sich eine überraschende "Lösung" an. Ach ja, und Anna glaubt ernsthaft, Hartz IV werde Arbeitsplätze schaffen, aber das gehört in eine andere Storyline.
I. Einfach so
Am frühen Morgen betrachtet Franzi zärtlich ihre schlafende Ex-Freundin, bis diese erwacht. Sie hat ihr gar das Frühstück ans Bett gebracht - "einfach so", wie sie behauptet. "Und... ich muss mit dir reden. Tanja, das kann doch alles nicht wahr sein!" Tanja blickt betreten drein, während Franzi ausführt, sie hätten doch so eine schöne Zeit miteinander verbracht und so viel miteinander durchgestanden. "Wir sind so ein besonderes Paar, das sagen alle..." (Ja, alle mit Sinn für Sarkasmus!) "... so hübsch! Ich weiß, ich hab' viele Fehler gemacht, aber-" Die Friseurin unterbricht sie, sie müsse "erst mal wach werden und ganz dringend ins Bad", wohin sie sich denn auch fluchtartig begibt. Franzi ruft ihr hinterher: "Oh - klar - aber danach reden wir, ja?"
Tanja hat offenbar so lange wie möglich im Bad ausgeharrt, denn als sie sich zu ihren Mitbewohnerinnen in der Wohnküche gesellt, will Franziska wissen, was sie so lange gemacht habe (sie hat geduscht) und bietet eilfertig an, ihr frischen Kaffee zu kochen. Tanja lehnt ab, sie müsse sowieso gleich los. Ihre Ex-Freundin verfällt auf die Idee, Urszula für ihre Zwecke einzuspannen: "Urszula, jetzt sag' du doch auch mal was! Tanja und ich, wir können uns doch wieder zusammenraufen!" Urszula schlägt vor, die beiden mögen das doch bitte unter sich ausmachen, und verzieht sich. "Warum denn?" fragt Franzia erneut. "Warum denn so - plötzlich, ich - versteh' das einfach nicht!" Tanja seufzt. "Was soll ich denn dazu sagen, Franziska?" Nun ja, die ganze Wahrheit wirkt manchmal Wunder...
Später sitzt Franziska frustriert in der Küche ihres Vaters und stößt impulsiv ein Glas vom Tisch. Als Brenner nach Hause kommt und die Bescherung sieht, will er wissen, was los ist. "Nichts, alles prima!" antwortet sie missmutig. Geduldig räumt er die Scherben weg und setzt sich zu ihr. "Hast du noch mal mit Tanja gesprochen?" Sie nickt. "Hat keinen Sinn." Er bringt sein Bedauern zum Ausdruck und bekennt, dass er Tanja mittlerweile wirklich gern möge. "Papa, das freut mich ja extrem, dass du sie jetzt auch magst - jetzt, wo sie mich verlässt!" erwidert sie trocken. Mit Tränen in den Augen bekundet sie, sie wolle nicht mehr nächtelang weinen, noch sich eine andere Freundin suchen, sondern dass alles wieder so sei wie früher. "Ich will Tanja, ich liebe sie..." - "Ich weiß, Schatz...", Christian zieht sie in eine tröstende Umarmung. "Ich weiß."

Das Objekt ihrer Überlegungen sitzt auf der Couch im Wartebereich des Frisiersalons und starrt ins Leere, während Urszula mit Brenner telefoniert und ihm von ihren Dramen mit Ute berichtet. "Heute morgen hat sie wieder einen Aufstand gemacht, nur weil Tanja und ich ein paar Minuten zu spät kamen!" Die besagte Kollegin stolziert durch den Raum und spricht Tanja an: "Sag mal, meinst du, unsere Kunden finden es angenehm, wenn du da wie so'n Trauerkloß in der Landschaft rumsitzt?" Tanja erklärt indigniert, sie warte auf ihre Kundin. "Die läuft garantiert weg, wenn sie dich so sieht!" gibt Ute zurück. "Kannst du dich nicht einmal um deinen eigenen Scheiß kümmern?!" explodiert Tanja, wird jedoch von der Ankunft Franziskas abgelenkt.
Die beginnt bereits an der Tür ohne Rücksicht auf die beruflichen Verpflichtungen ihrer Ex-Freundin, erneut um eine zweite Chance zu bitten. Tanja bugsiert sie hinaus und begleitet sie. Urszula weist Ute an, ihre Kundin zu übernehmen, die weigert sich jedoch, woraufhin Urszula ankündigt, ihr wegen wiederholter Arbeitsverwegerung eine Abmahnung zu schicken.
Auf einer Parkbank setzt das frühere Paar die Unterhaltung fort. Tanja erklärt, sie hätten es doch schon so oft miteinander probiert, sie seien einfach zu verschieden. Dafür könnten sie beide nichts. "Das hat so wahnsinnig viel mit diesem Altersunterschied zu tun, das wollt' ich zu lang' nicht wahrhaben." Franzi stehe einem ganz anderen Punkt in ihrem Leben als sie selbst, wolle zum Beispiel Neues ausprobieren, was ja auch schön und richtig sei. "Aber ich... ich hab's wirklich versucht. Das ist nicht meine Welt." Verzweifelt verspricht Franziska, ihr Verhalten zu ändern, und als das nicht hilft, gar ihre Interessen. Tanja erwidert, das sei doch Quatsch: Wenn sie sich verbiege, würden sie beide nur unglücklich. "Hergott noch mal, mach' es uns doch nicht noch schwerer, als es ohnehin schon ist!" ruft sie schließlich frustriert aus. "Entschuldige", sagt Franzi resigniert.
II. Sein voller Ernst
Vor den Dramen in der Frauen-WG flüchtet sich Urszula am Abend zu Carsten und Käthe. "Schön, dass ihr mich aufnehmt. Da unten ist es nämlich echt nicht zu ertragen!" Ein weiterer Freund ist zu Besuch; Käthe stellt ihm Urszula salbungsvoll als "Königin der Friseure" und ihn als Lotti vor. Lotti - seines Zeichens Maskenbildner bei Käthes Fernsehserie - beklagt sich über die "irren" Schauspieler, mit denen er sich herumschlagen müsse. Urszula meint, das sei nichts im Vergleich zu dem Kindergarten im Frisiersalon: "Franziska weint, Tanja ist wie gelähmt, und Ute - Ute könnte ich eine scheuern, wenn ich sie nur sehe! Die blöde Kuh!" (Natürlich könnte sie auch einfach Tanzi bitten, ihre persönlichen Angelegenheiten außerhalb des Salons und möglichst auch der Arbeitszeiten zu regeln, und Ute, ihren Umgangston zu ändern, aber das wäre wohl zu einfach.)
Lotti wittert ein Drama, und darauf steht er, also will er die ganze Geschichte hören. Wie es der Zufall so will, sehnt er sich außerdem nach einem "bodenständigen", schlecht bezahlten Job mit zwei komplizierten und anstrengenden Frauen als Kollegin/ Chefin, und schlägt daher vor, Urszula solle "Schnute-Ute" (welch ein Widerling!) feuern und ihn dafür einstellen, "den besten Friseur von Südbayern". Carsten wirkt skeptisch, Käthe ist begeistert, und Lotti bekräftigt: "Das ist mein voller Ernst, Schätzchen!"
Das hatten wir bereits befürchtet, Schätzchen, und harren nun ergeben der Dinge, die noch kommen.
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