von Ivanova
Frauen im Frisiersalon
Lindenstraße, zum Vierten:
Tanja & Suzanne
~ 5: Die Stunde der Wahrheit ~
(978: Könige)
In Kürze: Tanja leugnet weiterhin ihre Gefühle für Suzanne, doch es kommt erneut zu einem Kuss. Schließlich trifft sie eine Entscheidung...
I. Fluchten
"Wir müssen los!" ruft Tanja am frühen Morgen des darauffolgenden Donnerstags Urszula zu. Die beiden unterhalten sich in der WG-Küche über Irina und Brenner, während Franzi missmutig am Esstisch sitzt. Als Urszula das Paar kurz allein lässt, erkundigt sich Franziska: "Siehst du sie heute?" - "Wen denn?" fragt Tanja betont beiläufig. Die Königin von Saba! "Suzanne!" - "Mhm, kurz, in der Mittagspause. Wir müssen über das Buch reden." - "Über das Buch?!" - "Ja, und selbst wenn nicht, sie ist 'ne Freundin, ich kann Suzanne so oft treffen, wie ich will!" stellt Tanja recht defensiv klar. Sie verweist darauf, dass Franzi sich ja auch nachher mit ihrer Freundin Isi treffe. "Ist das dasselbe?" will Franziska wissen.
"Ich hab' dir hundertmal gesagt, es ist nichts gelaufen mit Suzanne! Glaub mir doch!" - "'Es ist nichts gelaufen' - das heißt, es könnte in Zukunft!" Das ist zwar ein klein wenig spitzfindig formuliert, trifft den Nagel aber trotzdem auf den Kopf - höchste Zeit für einen ungeordneten Rückzug! "Das ist mir echt zu blöd! Sag Urszula, ich geh' schon vor, ja?" verkündet Tanja und ergreift die Flucht.

Als Urszula im Frisiersalon ankommt, wundert sie sich darüber, dass Tanja nicht auf sie gewartet hat. - "Hat Franziska nichts gesagt?" - "Nein. Was ist denn los bei euch? Habt ihr euch im Urlaub gestritten? Ihr seid fürchterlich!" (Unsere Rede die ganze Zeit, aber auf uns hört ja niemand!) "Bei euch ist so eine verbissene Stimmung..." Einen Moment lang sieht es so aus, als wolle sich Tanja ihr anvertrauen, doch dann betritt eine Kundin den Salon - eine willkommene Ablenkung für unsere Heldin, die noch schnell behauptet: "Es ist alles okay!"
In der Mittagspause feiern Suzanne und Tanja den Vertrag für das Buch. Die zukünftige Autorin ist angenehm überrascht von der Höhe des Honorars; Suse stellt mehr in Aussicht: "Autoren, die uns am Herzen liegen, können durchaus mehr bekommen!" erklärt sie zweideutig, während sie Sekt einschenkt.
"Du hast ja das Bild ausgetauscht!" stellt Tanja fast andächtig fest. (Ja, gegen eins, das noch viel weniger passt! Hoffen wir mal, dass dies nicht die Zukunft ihrer Verbindung symbolisieren soll, sondern nur die große Übereinstimmung ihrer schlechten Geschmäcker.) "Mhm", erwidert Suzanne.

Tanja erhebt sich vom Küchentisch, um feierlich mit ihr anzustoßen. Sie blicken einander tief in die Augen, bis sie sich endlich zwecks leidenschaftlichen Kusses in die Arme fallen. Es ist erneut Tanja, die die Intimität beendet. "Ich... ich muss weg." - "Hab' ich was falsch gemacht?" fragt die Lektorin bekümmert. Tanja verneint, schnappt sich ihre Handtasche und stürzt davon. Suzanne bleibt verwirrt und enttäuscht zurück.

II. Nichts, aber auch gar nichts

Tanjas Ziel ist jedoch nicht etwa ihr Arbeitsplatz, an dem sie zurück erwartet wird, sondern die heimische WG, in der sie vor Franziskas Zimmer allerdings der Mut zur Wahrheit schnell wieder verlässt. Sie zieht sich in die Küche zurück. Franzi überrascht sie kurz darauf mit einer liebevollen Umarmung und entschuldigt sich dafür, dass sie am Morgen "so doof" gewesen sei. Tanja nimmt allen Mut zusammen und erklärt: "Wir müssen reden." Franziska ist perplex ("Was?" - "Wie?"), Tanja führt aus, es könne so nicht mehr weiter gehen und es sei zwischen ihnen schon lange nicht mehr so wie früher. "Moment, Moment, worüber reden wir hier?" fragt Franziska alarmiert. "Wir reden über uns." - "Willst du Schluss machen?" fragt die Studentin ungläubig. " Hallo, kannst du bitte ganz schnell 'nein' sagen?!"
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