von Ivanova

Frauen im Frisiersalon

Lindenstraße, zum Vierten:
Tanja & Suzanne

Zärtliche Momente: Suzanne und Tanja


~ 4: Offenheit, Liebe, Ehrlichkeit ~
(977: Köder)

In Kürze: Tanja und Suzanne freuen sich, einander wiederzusehen, und reden verlegen dummes Zeug, nicht aber über das zu verlegende Buch. Es wird viel geseufzt. Franzi schöpft Verdacht...


I. Ewigkeiten

Nina, Suzanne und das bewusste Bild

Drei Wochen später besucht Nina ihre beste Freundin, deren Dialekt sich mysteriöserweise abgeschwächt hat, in der nun fast fertig eingerichteten Wohnung zum gemeinsamen Frühstück. Suzanne beklagt sich, dass es ohne die WG so ruhig sei, und ist sich nicht sicher, ob ein bestimmtes Bild wirklich in die Küche passe; Nina findet, das tue es.

Suzanne ist durcheinander

Die Neumünchnerin seufzt tief, woraufhin Nina anmerkt, dass Tanja heute zurück komme. "Was soll ich machen?" fragt die Lektorin. "Ich hatte so gehofft, dass mit etwas Abstand..." Der Satz bleibt mal wieder unvollendet. Jedenfalls habe sie sich ständig gesagt: "'Suzanne, du und 'ne Frau, was soll'n des'", doch genützt hat das offenbar wenig: "Ich hab' die ganze Zeit nur an sie gedacht!" Und jetzt weiß sie nicht weiter: "Ich kann sie doch nicht einfach anrufen, das wär' so..." So - was? Wir werden es nie erfahren. Nina tröstet, vielleicht würde sich Tanja ihrerseits melden. "Und wenn nicht?"

Tanja ruft Suzanne an

Als Tanja und Franziska von Ibiza in die WG zurückkehren, schwärmt Letztere, wegen der "viele[n] coole[n] Sachen", die sie unternommen hätten, komme es ihr vor, als seien sie eine Ewigkeit weg gewesen, nicht nur drei Wochen. "Kommt mir auch so vor", murmelt Tanja, doch wie wir wissen, hat das bei ihr andere Gründe. Vor allem einen. Sobald Franzi verschwindet, um mit einer Freundin zu telefonieren, schließt sie die Tür hinter ihr und ruft freudig erregt Suzanne an. "Ja, ich freu' mich auch, deine Stimme zu hören!" zwitschert sie ins Handy und setzt hinzu: "Ich wollt' fragen... Wir müssen doch noch über das Buchprojekt reden..." Sie verabreden sich für den Nachmittag. Nach dem Telefonat schmachtet Tanja ihr Mobiltelefon an. Komplett mit Seufzer.


II. Das Leben ist eine Soap

Tanja und Carsten

Carsten unterhält sich gerade mit Doc Dressler (der sich wegen seiner Manipulationsversuche mit seinem Schützling Jack überworfen hat) am Telefon, als Tanja strahlend vor seiner Tür steht. "Lass dich umarmen!" grüßt er herzlich und tut es, woraufhin sie einander von ihren Ferien erzählen.

Während Carsten eine schöne Zeit auf Rhodos verbracht hat, bekundet Tanja, so schnell werde sie nicht wieder dorthin fahren, "zumindest nicht mit Franzi". Auf die Frage hin, ob ihr Urlaub denn nicht gut gewesen sei, antwortet sie sarkastisch: "Sie fand ihn toll!" - "Du aber nicht."

Tanja beichtet Carsten

Er holt den Wein, sie gesteht: "Carsten, ich hab' Mist gebaut." Der Arzt zeigt ungeahnte Hellsichtigkeit: Er errät sofort, dass es um eine andere Frau geht. "Sieht man mir das an?!" fragt Tanja verblüfft. Er behauptet, das sei nicht schwer zu erraten, angesichts ihrer guten Laune trotz der Tatsache, dass der Urlaub mit Franziska "Scheiße gewesen" sei, und fordert neugierig: "Ich will alles hören!"

Als sein Gatte Käthe dazukommt, zerdrückt Tanja gerade ein paar Krokodilstränchen. "Was'n los?" will der Soapstar wissen. "Die Liebe!", fasst Carsten zusammen. "Läuft sie dir davon?" - "Im Gegenteil!" antwortet die Friseurin. Carsten führt aus: "In kurz: Tanja hat sich in Suzanne verliebt - du weißt, eine Frau! - und Suzanne empfindet erstaunlicherweise auch was für Tanja, obwohl sonst eher Männer ihr Ding sind. Und das könnte zu 'nem ungewohnten Happy End führen..." (neckischer Shout-out an die lesbischen Kritikerinnen?) "...wenn da nicht noch Franziska wäre, die von allem nichts ahnt." - "So wie du das sagst, klingt das wie 'ne bescheuerte Soap!" beschwert sich Tanja. Nein, Tanja, nicht nur, wenn er "es so sagt"!

Tanja und Käthe

Käthe erzählt wenig hilfreich, in seiner Arztsoap gebe es eine ähnliche Story, bei der sich die neue Krankenschwester in einen Patienten verliebt habe, obwohl sie eigentlich mit der Anästhesistin zusammen war. "Und, wie ging das aus?" fragt Tanja. "Die beiden haben die Anästhesistin zusammen in einen Aufzugsschacht geschubst!" räumt er kleinlaut ein. Hmmm, es eröffnen sich hochinteressante Möglichkeiten! Carsten meint trocken: "Danke für den Beitrag, Käthe."

Und das war die groß angekündigte "Beziehungsberatung Eschweiler/ Flöter"?! Die Jungs waren auch schon mal hilfreicher!


III. Balz

Tanja und Franziska

Zurück in der WG, schminkt Tanja sich sorgfältig und voller Vorfreude auf das Wiedersehen mit Suzanne (oder doch auf die Entsorgung Franzis im Aufzugsschacht?). Ihrer Freundin erzählt sie, sie treffe sich mit der Lektorin, um über das Buch zu reden, und Franzi möge doch bitte die Einkäufe erledigen.

Wiedersehen: Suzanne und Tanja

Im Café begegnen sich Tanja und Suzanne hoch erfreut und schwer nervös. "Du siehst schön aus-" entfährt es Suzanne, und sie relativiert hastig: "Du bist echt braun geworden..." Nach einigem Zögern umarmen sie sich. Im Folgenden versuchen sie unbeholfen Smalltalk zu machen, immer wieder unterbrochen von verlegenen Pausen, in denen sie nicht wissen, was sie sagen sollen. (Dies gilt für die gesamte Zeit ihres Beisammenseins.) Als Suzanne bereits zum zweiten Mal nach Tanjas Urlaub fragt, ist sie froh, dass der Kellner kommt, um die Bestellung aufzunehmen. "Gehn wir nachher zu mir?" schlägt sie zweideutig vor und versichert dann peinlich berührt, sie wolle ihr die Wohnung natürlich nur zeigen.

Franzi geht ein Licht auf

Franzi kommt gerade vom Einkaufen zurück, als sie ihre Freundin und Suzanne auf der anderen Straßenseite erblickt - so sehr aufeinander konzentriert, dass sie nicht einmal ihren Zuruf mitbekommen. Franziska wird auf einmal sehr, sehr nachdenklich und starrt ihnen noch lange hinterher.

Während sie vermutlich noch an ihrer mentalen Meisterleistung bastelt, bewundert Tanja Suzannes Wohnungseinrichtung - nur das Bild in der Küche passe nicht so ganz. "Ja! Ja, das hab' ich auch schon gedacht!" ruft Suzanne begeistert ob der tiefen Seelenverwandtschaft, die sich zweifellos hinter dieser Übereinstimmung verbergen muss, nachdem sie vor drei Wochen schon gegenseitig ihre Sätze fortsetzten.

Suzanne und Tanja

Schließlich geht Suzanne einen Schritt auf Tanja zu und bekennt: "Ich... ich hab' dich vermisst." - "Ich dich auch!" erwidert das Objekt ihrer Begierde und streicht ihr zärtlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Suzanne schließt die Augen, hält Tanjas Hand fest und legt sie an ihre Wange. Unvermittelt entzieht sich die Friseurin und schlägt vor, zum Essen auszugehen. Suzanne ist einverstanden: "Das Schlafzimmer zeig' ich dir dann nächstes Mal - also, nur Zeigen - Mist, du weißt schon, was ich meine..." Oh ja, wir wissen alle, was du meinst... Denkblasen auf dem Bildschirm wären subtiler als das Drehbuch dieser Folge!

Tanja und Suzanne verabschieden sich

Nach ihrem Essen im Akropolis zahlt Suzanne für sie beide, weil es doch, so meint sie scherzhaft, ein Arbeitsessen gewesen sei. Tanja fällt ein, dass sie glatt vergessen haben, über das Buch zu reden. Umso besser, finden beide, denn so hätten sie einen Grund, sich noch einmal zu treffen. Ansonsten pflegen sie auch auf dem Nachhauseweg verlegen-geistreiche Unterhaltung ("Ich muss da lang..." - "Ich muss da lang!"). Tanja bedankt sich für "den schönen Nachmittag - Tag - Abend". Suzanne streichelt zum Abschied ihren Arm und fasst sie bei der Hand. Anschließend seufzt sie ihr seelenvoll hinterher.


IV. Fragen

Franziska will die Wahrheit wissen

Zuhause begibt sich eine beschwingte Tanja umgehend auf die Suche nach einer Flasche Wein. "Hallo, Süße!" grüßt sie ihre vermeintlich ahnungslose Freundin und fragt nach dem Verbleib des Korkenziehers. Franziska aber will lieber wissen, wo sie so lange gewesen sei. "Na, ich ... war mit Suzanne unterwegs", murmelt die Friseurin. "Hast du irgendwas? Du bist so komisch!" Tja, die Hellste oder Feinfühligste war Tanja noch nie. Franzi platzt der Kragen: "Ich bin komisch?! Du hast was mit Suzanne, oder?" Tanja blickt schuldbewusst drein ... oder zumindest ertappt.

Es wird eine Woche dauern, bis wir erfahren, was sie geantwortet hat.

Wird die Frau, die einst von Urszula "Offenheit und Ehrlichkeit" forderte, weiterhin lügen, dass sich die Frisierscheren biegen? Sollte Franzi künftig einen großen Bogen um Aufzüge machen? Und wann wird endlich über das Buch geredet?!

Suzanne und Tanja

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