von Ivanova

Frauen im Frisiersalon

Lindenstraße, zum Vierten:
Tanja & Suzanne 2



~ Das Wohnungswunder ~
(973: Hin und weg)

In Kürze: Tanja, Franzi und Urszula schmieden Urlaubspläne. Suzanne ist weiterhin (vermeintlich unglücklich) in Tanja verliebt und eifersüchtig auf wie-heißt-sie-doch-gleich. Als sich plötzlich Suzannes Wohnungsproblem löst, kommen sie und Tanja sich im Überschwang der Freude näher...


Die Frauen-WG

Drei Wochen nach Suzannes Erkenntnis, dass sie sich in Tanja verliebt hat, finden wir die Frauen-WG beim Frühstück vor. Sie unterhalten sich darüber, dass Irina bald aus den Ferien zurückkehrt. Tanzi machen ihrem Paarnamen alle Ehre und tanzen kurz zur Musik aus dem Radio. Sie freuen sich auf ihren bevorstehenden Strandurlaub - zumindest Franzi, die sich nach Sonne sehnt. Suzanne dagegen wünscht sich Ruhe, um endlich mal wieder ein paar gute Bücher zu lesen. Tanja wirft ihr einen verständnisvollen Blick zu. Sie haben ja so viel gemeinsam. Abgesehen von der winzig kleinen Tatsache, dass wir Tanja nur ein einziges Mal mit einem Buch gesehen haben: als sie Franzi mit Liebesgedichten beeindrucken wollte.

Franzi schlägt vor, Suzanne solle doch einfach mitkommen, dann könne sie auf Tanja "aufpassen", wenn diese keine Lust habe, mit ihr tanzen zu gehen. Suzanne stammelt wie ein Kaninchen vor der Schlange (wenn ein Kaninchen stammeln könnte und ihm nichts Besseres einfiele): "Geldmäßisch gehd des ned, un' isch muss ja ooch arbeidn..." Tanja merkt gutmütig an, dass sie außerdem niemanden brauche, der auf sie aufpasse.

Franzi und Tanja küssen sich

Auf Urszulas Frage hin, warum das Paar nicht wie im letzten Jahr zusammen mit Carsten und Käthe verreise, erwidert Tanja, dass Franzi das zu langweilig sei. Ihre garantiert-bald-nicht-mehr-LAG behauptet daraufhin zu unserer Überraschung, zusammen mit Tanja wäre es ihr selbst auf dem Mond nicht langweilig. Die beiden küssen sich, und Suzanne schlägt hastig die Zeitung mit den Wohnungsinseraten auf, um nicht zuschauen zu müssen. (Viele von uns empfinden ähnlich, wenn auch aus gänzlich anderen Gründen.)

Später bekundet sie, dass nichts Passendes zu finden sei: "Entweder 100 Interessenten oder viel zu teuer." Daher werde sie noch dieses Wochenende abwarten, aber wenn sie dann keine Bleibe gefunden habe, würde sie die Wohnung in Neuperlach nehmen. Tanja versucht, ihr das auszureden, doch Suzanne insistiert: Sie wolle ihnen auch nicht länger zur Last fallen. "Du fällst uns doch nicht zur Last!" versichert Tanja nachdrücklich. "Außerdem, bald sind wir alle im Urlaub, dann hast du die ganze Wohnung für dich allein!"

Kein WG-Typ? Suzanne

"Nee, isch glaub', isch muss jetzt endlisch mal'n Schlusstrisch zieh'n", beharrt Suzanne. Als Urszula dazu kommt und ebenfalls bekräftigt, Suzannes Anwesenheit sei kein Problem, murmelt sie schwach: "Lasst mal, ich glaub', ich bin auf Dauer auch gar nicht so der WG-Typ..." und zieht sich in ihr Zimmer zurück. Angesichts der Tatsache, dass Suzanne in Dresden jahrelang in einer Wohngemeinschaft gelebt hat, schauen sich Tanja und Urszula verwundert an.

Im Salon unterhalten sich die Friseurinnen bei der Arbeit über Suzannes Pläne. Tanja erzählt, sie habe mal jemanden in Neuperlach gekannt, die Gegend sei nichts für Suzanne, sondern geradezu depressionsauslösend. Ute wirft ein, depressiv könne man auch hier werden, wird aber - diesmal unverdienterweise - ignoriert. Urszula beklagt, dass Neuperlach zu weit weg sei, "dann sehen wir [Suzanne] ja kaum noch".

Brenner schaut kurz vorbei, um den gemeinsamen Urlaub mit Urszula zu besprechen. Urszula freut sich darauf, dass sie zusammen mit Irina wie eine Familie leben werden. Tanja schaut sich den Prospekt an, den er mitgebracht hat - das Reiseziel ist eine alte, umgebaute Mühle auf dem Land - und meint neidisch: "Das ist ja traumhaft! Auf mich warten Disconächte und Teenagergewusel..." Ihrem Gesichtsausdruck nach entspricht ihre Vorfreude auf den Urlaub mit Franzi in etwa der auf einen Zahnarztbesuch.

Frau Grümmer hat 'ne Wohnung

Doch wenigstens naht Suzannes Rettung vor der drohenden Diaspora in Neuperlach, und zwar in Form einer Stammkundin Tanjas, der leicht verwirrten Frau Grümmer. Sie wird in einer Woche ins Seniorenheim ziehen und ist bekümmert, weil ihr Vermieter - angeblich ein Herr Stoiber - auf einjähriger Kündigungsfrist und dem Stellen einer Nachmieterin besteht. Dass sie bei der Situation auf dem Münchner Wohnungsmarkt locker jemanden finden würde, weiß die alte Dame offenbar nicht.

Tanja ruft Suzanne an

Tanja lächelt beglückt und ruft so schnell wie möglich Suzanne an, die mit Begeisterungsschreien reagiert. "Hoffentlich freuen wir uns nicht zu früh", unkt Urszula. Tanja aber ist optimistisch: "Ich hab'n richtig gutes Gefühl. Frau Grümmer ist unser rettender Engel!" Dasselbe äußert Frau Grümmer wiederum über Tanja. Als diese jedoch Herrn Stoiber kontaktieren möchte, ruft die alte Dame aus: "Der Herr Stoiber ist doch schon lange tot!"

Noch am gleichen Tag besichtigen Tanja und Suzanne die Wohnung. Die Lektorin ist begeistert, besonders als sie aus dem Fenster schaut und feststellt, dass die Frauen-WG direkt gegenüber liegt: "Hey, hier kann ich dir ja zuwinken!" Tanja macht sich allerdings Sorgen, ob auch alles stimmt, was Frau Grümmer ihnen erzählt hat.

Diese erklärt, es sei ihr ein Trost, wenn "jemand so Nettes" wie Tanja die Wohnung bekomme. Tanja stellt klar, dass es Suzanne ist, die einziehen möchte. "Egal, Sie sind beide sehr nett!" Die Freundinnen lächeln sich an, weil sie einander auch extrem nett finden, werden deshalb plötzlich verlegen und schlagen die Augen nieder.

Anschließend besucht Suzanne Nina, um ihr von der neuesten Entwicklung zu berichten und mit ihr in stereo zu sächseln. Nina hofft, dass es mit der Wohnung klappt, schließlich würden sich die beiden kaum noch sehen, wenn Suzanne in Neuperlach wohnen würde. "Es muss ganz einfach klappen!" meint Suzanne energisch. Sie werde ja derzeit schon eifersüchtig, wenn Tanzi sich ein Begrüßungsküsschen gäben. Nina kichert: "Dich hat's echt erwischt!"

Nina tröstet Suzanne

Suzanne gesteht, sie sei sich nicht sicher, ob sie sich über ihre potentielle Wohnung so freue, weil sie dann aus der WG ausziehen könnte, oder weil sie so in Tanjas Nähe bleiben würde. "Ich bin total durch'n Wind..." Nina findet es erst einmal wichtig, dass Suzanne die Chance bekommt, auf Abstand zu Tanzi zu gehen.

Ihre Freundin verabschiedet sich, weil Franzi heute für die WG kocht, und bemerkt abfällig: "Das wird was geben..." Nina grinst: "Da war es schon wieder, das nagende Gift der Eifersucht!" Suzanne verdreht die Augen. "Ich sach's doch, ich muss da raus, ich werd' schon richtig eklig..." Och, Süzi, wenn du nur den grässlichen Dialekt ablegen würdest, wärst du gar nicht so übel.

In der WG-Wohnküche wird begeistert Beifall gespendet, weil Franzi das Essen zubereitet hat. Ist es etwa das erste Mal, dass das verwöhnte Balg sich dazu bequemt?! "Die berühmte Ibiza-Extacy-Sauce!" witzelt sie beim Servieren, versichert aber, dass sie nicht wirklich bewusstseinsverändernde Zutaten verwendet hat. "Zum richtig Knüllesein/ Zieh dir Franzis Nudeln rein!" dichtet Tanja, unsere angehende Autorin, trotzdem. Gut, dass sie nur ein Sachbuch schreibt, sonst würden wir uns gezwungen sehen, sie mit Jenny aus The L Word bekannt zu machen... Extreme Situationen erfordern extreme Handlungen.

Die WG trinkt auf eine wundervolle Nachbarschaft

Suzanne ist nervös, weil der Vermieter sich noch an diesem Abend melden wollte. (Es hat sich herausgestellt, dass Frau Grümmer nur die Namen verwechselt hatte.) Die Frauen stoßen darauf an, dass sie eine Zusage bekommt. "Auf den Beginn einer wundervollen Nachbarschaft!" toastet Tanja cineastisch. Franzis Version von "Schau mir in die Augen, Kleines" ist die Beschwerde, dass ihre baldige Exfreundin beim Zuprosten eben genau dies nicht getan habe: "Das gibt sieben Jahre schlechten Sex!" Die Ärmste ahnt ja nicht, dass sie bald gar keinen Sex mehr haben wird, jedenfalls nicht mit anderen Personen. Tanzi küssen sich, doch Süzi ist ganz auf die Wohnung fixiert und bemerkt, das Warten sei "echt Folter". Oder vielleicht meint sie doch den Kuss.

Nach dem Essen bleiben Tanja und Suzanne allein in der Wohnung zurück, um Suzannes Handy zu hypnotisieren. Suzanne meint, vielleicht hätte Tanja doch lieber mit Franzi ausgehen sollen. Doch Tanja versichert ihr, dass sie auf Hektik nach einem anstrengenden Tag gut verzichten kann und lieber mit ihr zusammen relaxt. Zur Bekräftigung räkelt sie sich genussvoll. Suzanne schaut hingerissen zu, bis Tanja die Augen wieder öffnet, wonach sie sich schnell wieder dem Handy zuwendet und vorgibt, erneut seine Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.

Tanja muss lachen. "Wie wir beide hier sitzen und das Telefon anstarren..." - "...wie zwei verliebte Teenager...", ergänzt Suzanne. - "...die auf den Anruf ihrer großen Liebe warten..." - "Das hab' ich auch grad' gedacht..."

Suzanne freut sich

Als das Handy dann tatsächlich klingelt, verschluckt sich Suzanne vor Schreck an ihrem Rotwein, so dass Tanja den Anruf entgegennimmt. Nach dem Gespräch will Suzanne aufgeregt wissen, was der Vermieter nun gesagt hat. Tanja macht es noch ein wenig spannend, doch Suzanne hat die Wohnung natürlich bekommen. Sie halten einander bereits bei den Händen, umarmen sich und geben sich vor Freude Küsschen auf den Mund.

Der Kuss

Und dann kommt es zum ausgiebigen, unplatonischen Kuss, den Tanja initiiert, doch Suzanne bedarf nach anfänglich leichter Überraschung keiner weiteren Ermutigung. Es ist Tanja, die sich plötzlich aus der Umarmung löst, "Entschuldige, aber - ich kann das nicht - tut mir leid!" murmelt und die Flucht ergreift. Tanja, keine Sorge, mit etwas Übung schaffst du das! Suzanne blickt betroffen drein, was ihr erneut die Cliffhanger-Position sichert.


Suzanne nach dem Kuss

War es für Tanja nur ein Ausrutscher oder wird sie Suzanne erhören, wenn diese verspricht, Hochdeutsch zu lernen? Wo hat Tanja ihre umfangreiche Bibliothek versteckt? Und woher weiß Franzi eigentlich, dass wir sie auf den Mond wünschen?


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