von Ivanova

Frauen im Frisiersalon

Lindenstraße, zum Vierten:
Tanja & Suzanne

Frühstück im Bett: Suzanne und Tanja


~ 14: Alles okay, wirklich ~
(1002: Leichte Schulter)

In Kürze: Suzannes Anti-Outing-Reflexe dauern an. Tanja ignoriert tapfer, dass sie selbst darunter leidet. Suzanne ignoriert ein Hautproblem. Beide reden über das Buch. Lotti hat einen einfühlsamen Moment.

Was bisher geschah: Nach einem Streit wegen Suzannes Weigerung, sich zu outen, akzeptierte Tanja, dass sie noch Zeit brauche.


Diesmal ist es Tanja, die Suzanne das Frühstück ans Bett bringt. Sie weckt sie mit einem Kuss. "Oh, Süße, das musst du doch nicht machen", erklärt Suzanne schläfrig, womit sie nicht den Kuss meint, sondern das Frühstück. Tanja widerspricht: Sie habe unruhig geschlafen und sie sogar im Schlaf "gehauen", wenn auch nicht fest. Suzanne berichtet von wirren Träumen. Sie beschließt, ihren Urlaubstag mit Lesen zu verbringen. "Mmm, so süß - zum Anbeißen!" schwärmt Tanja, doch sie muss zur Arbeit. Suzanne hält sie zurück: "Noch einmal umarmen!" - "Nur wenn du mich nicht haust, ok?" Sie legen eine Weile die Köpfe aneinander und kuscheln noch ein Bisschen.

Später bekommt Suzanne Besuch von Nina, der die Decke auf den Kopf fällt, seit ihr Gatte sich nach Südafrika abgesetzt hat, und versucht, sie zu trösten. Dabei fällt Nina auf, dass ihre beste Freundin sich am Arm kratzt und dieser eine starke Rötung aufweist. "Egal", meint Suzanne und wechselt das Thema.

Im Frisiersalon ist ausnahmsweise die gesamte Belegschaft bei der Arbeit: Urszula versucht der demonstrativ gelangweilten Praktikantin Jack etwas zu erklären, Lotti frisiert die salonsüchtige Frau Scholz und Tanja hat hinter der Theke zu tun. Nicht einmal lautstarke persönliche Telefongespräche werden geführt, als unerwartet Suzanne eintrifft und Tanja fragt, ob sie sie kurz sprechen könne. "Ja, klar, ich freu' mich doch, wenn du einfach so reinschneist!" bekundet die Friseurin und begrüßt sie mit einem Kuss auf die Wange. Obwohl die Salonclique ständig mit Bussis um sich wirft, reagiert Jack mit einem anzüglichem Pfeifen, was Suzanne wiederum extrem verunsichert. Sie berichtet schnell vom neuesten Stand des Manuskripts, schiebt die Hände zurück, die Tanja erfreut um ihre Taille legen wollte, und stürzt mit einem hastigen "Ich muss noch was lesen, wir sehen uns nachher, okay?" aus dem Laden.

Am Ende des Arbeitstages kehrt Lotti die Haare zusammen und nähert sich Tanja, die in gedrückter Stimmung die Abrechnung macht: "Sag mal, Süße, was war das vorhin für'n Auftritt da von deiner Angebeteten?" Seine Kollegin seufzt. "Sie hat immer noch'n Problem mit uns beiden in der Öffentlichkeit. Als Paar, das... mag sie nicht." Nach einer kurzen Pause fragt er behutsam, wie lange die beiden schon zusammen seien. Ihre Antwort lautet: "Viereinhalb Monate." - "Und sie hat sich immer noch nicht geoutet?" - "So kann man das nicht sagen! Wenn wir zwei alleine sind, ist alles super. Sie kat keine Probleme, keine Hemmungen..." Wir wissen zwar nicht, was das mit dem Coming Out zu tun hat, doch Lotti grinst trotzdem wissend. "Aber draußen... Wir haben lang darüber geredet, und es ist halt so. Ich akzeptier's." - "Ja, aber doof isses trotzdem..." Als Tanja abwinkt, insistiert er: "Na komm, die... die hat so getan, als ob du die Pest oder die Cholera hättest, nur weil unsre Jacke [sic] die Lippen gestülpt hat!" - "Es ist okay, wirklich!" behauptet sie abschließend, was aber wohl weder sie selbst noch Lotti überzeugt.

Das heimliche Paar isst im Akropolis zu Abend (griechischen Salat) und spricht über... das Buch. Suzanne beschwert sich über ihren Chef, der ein "ganz komischer Typ" sei. "Wir reden so oft aneinander vorbei -" Hm, das erklärt vielleicht, dass das Buchprojekt überhaupt zustandekam. "- ich weiß nie, was als Nächstes kommt." Doch sobald er die jetzige Fassung des Manuskripts genehmigt habe, könne es in Druck gehen und so bereits in zwei Monaten im Handel sein. Tanja ist ganz beglückt darüber, dass ihrer beider Namen abgedruckt werden. "Meiner nur im Kleingedruckten", erinnert die Lektorin, was Tanja bedauert: "Schade! Ich fänd's schön, wenn wir da zusammen stehen würden." Am liebsten mit einem roten Herzchen drumherum und einem Pfeil schräg hindurch...

Suzanne kratzt sich erneut am Arm. Tanja stellt fest, dass der Ausschlag (oder was auch immer es sein mag) schlimmer geworden ist, und rät ihr, zum Arzt zu gehen. "Vielleicht bin ich ja etwas nervös..." wiegelt Suzanne ab. Sie habe das Problem zwar schon, seit sie in München sei, aber das sei wohl bestimmt der Stress und gehe wieder vorüber. Sie bringt einen Toast aus: "Auf das Buch!"

Fortsetzung folgt.

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