von Ivanova

Frauen im Frisiersalon

Lindenstraße, zum Vierten:
Tanja & Suzanne

Suzanne, Tanja, Hans


~ 12: Heimlich, still und lesbisch 2 ~
(996: Schlechte Karten)

Was bisher geschah: Hans Beimer lud Suzanne und Tanja zum Abendessen ein. In der Frauen-WG wollte Urszula von Tanja wissen, warum sie nicht bei Suzanne sei.


Tanja und Urszula

"Anscheinend hat meine Liebste ein Problem mit mir. Oder mit sich selbst? Keine Ahnung! Hans Beimer war heute da, und sie hat so getan, als wären wir nur gut befreundet, damit er auch bloß nichts Falsches denkt!" - "Vor Hans?" wiederholt Urszula ungläubig. Tanja erwidert deprimiert: "Mhm. Weißt du, wie sich das anfühlt?" Die Freundin rät ihr, nicht zu streng mit Suzanne zu sein, sie brauche sicher nur noch etwas Zeit. "Christian war doch genauso am Anfang: Hetero! Mit allen Vorurteilen, die dazugehören! Und jetzt ist er der süßeste Mann auf der ganzen Welt!" Zum Beweis wedelt sie mit ihrer Hand, mit dem edlen Geschmeide, das er ihr geschenkt hat. Tanja muss lachen. "Mensch, Urszula, du bist mir vielleicht 'ne Hilfe!"

Suzanne prostet Hans zu.

Sobald Tanja und Suzanne am Abend bei Hans eingetroffen sind, meidet Suzanne Berührungen und möglichst auch Blickkontakt mit ihrer Freundin. Interessant auch Süzis Version eines Toasts zu dritt: Sie stößt mit Hans an, dann dieser mit Tanja, doch als Tanja schließlich dasselbe mit Suzanne tun will, zieht die auf halbem Wege ihr Glas zurück, stößt noch einmal mit Hans an und bedankt sich für die Einladung.

 Suzanne verleugnet Tanja vor Hans.

Hans erkundigt sich, wie sich die Dresdnerin in der Lindenstraße eingelebt habe. Suzanne schwärmt von der Arbeit, den Kollegen, den Bekannten und ihrer Wohnung. Er meint arglos: "Fehlt ja nur noch das Glück in der Liebe - und das kommt sicher auch noch!" - "Ja, genau!" lacht Suzanne verlegen, und sie trinken darauf. Tanjas Irritation wächst.

Tanja reicht es: Sie geht.

Als er sie nach ihren Plänen fürs neue Jahr fragt, versucht sie Suzanne deutlich mit einzubeziehen: "Die müssen erst noch ausgebrütet werden. Was meinst du?" Sie legt ihre Hand auf die ihrer Freundin. "Vielleicht ein schicker Urlaub?" Suzanne zieht ihre Hand schnell zurück und beginnt, etwas von ihren angeblichen Reiseplänen - im Singular - zu erzählen. Sie müsse erst mal eine Liste machen. "Und Sie fahren sicher wieder mit Franziska, Tanja?" meint Hans und erkundigt sich nach deren Befinden. Nach der Auskunft, Franzi besuche eine Modelschule in Paris, bekundet Tanja tief verletzt, sie selbst habe auch eine Liste, und da stehe das Bett jetzt an erster Stelle. Damit springt sie auf und stürmt in Richtung Ausgang.

Suzanne will Tanja zurückhalten

"Aber wieso denn?" Suzanne folgt ihr hastig und holt sie an der Wohnungstür ein. "Tanja, jetzt wart' doch mal..." - "Lass dich nicht stören beim Pläneschmieden, ich mach' dann auch welche für mich!" gibt Tanja bissig zurück und verlässt die Wohnung. Suzanne eröffnet ihrem Gastgeber, sie habe ganz die Zeit vergessen und müsse jetzt ebenfalls gehen. Er ruft ihnen völlig verdutzt hinterher: "Es gibt noch Nachtisch!"

Da der Abend früher endete als geplant, beschließt Hans, noch ins Akropolis zu gehen. Auf der Straße begegnet er Erich Schiller und erzählt ihm vom rätselhaft-überstürzten Aufbruch seiner Gäste. "Tanja ist urplötzlich aufgesprungen und Suzanne gleich im Sprint hinterher, war 'ne Sache von Sekunden..." - "Nimm ihnen das nicht übel", rät Erich. "Wahrscheinlich ein kleiner 'Ehekrach'..." - "Häh?" - "Na, du weißt doch, wie das ist in so ganz frischen Beziehungen..." - "Beziehung, wer?" Schiller erklärt, er wisse von Klaus, dass die beiden zusammen seien. "Tanja und Suzanne?!" Hans ist völlig perplex.

Suzanne und Tanja reden

Später findet Suzanne Tanja, die vor ihrem Haus nach dem Schlüssel kramt, und grüßt leise: "Hallo! Ich hab' dich gesucht..." - "Bin so rumgelaufen", murmelt Tanja. Erich geht vorbei und grüßt freundlich. Suzanne macht sofort einen großen Schritt von Tanja weg. Sobald er im Haus verschwunden ist, erklärt Tanja energisch: "Unter 'ner Beziehung stell' ich mir was anderes vor! Ich will von uns erzählen. Ich will Freunde daran teilhaben lassen. Ich will dich auch mal von anderen küssen. Ich will mit dir zusammen eingeladen werden, als Paar, und ich will nicht peinlich verschwiegen werden, wenn du von deinem Leben erzählst!" - "Es tut mir leid!" Hilflos wiederholt Suzanne ihr aktuelles Mantra und muss sich die zornige Frage gefallen lassen: "Was bin ich denn für dich - 'ne Bettnummer? Dein schmutziges kleines Geheimnis?"

Suzanne beteuert, sie liebe Tanja

Suzanne ist bestürzt. Sie fasst ihre Freundin bei den Händen und versichert ihr eindringlich: "Du weißt, dass das nicht stimmt! Tanja, ich liebe dich. Ich hab' noch nie jemanden so sehr geliebt wie dich!" - "Ja, kann sein", murmelt Tanja nicht sehr überzeugt und löst sich aus ihrem Griff. "Sei mir nicht böse, aber ich muss jetzt allein sein." Sie verschwindet ins Haus. Suzanne schaut ihr einmal mehr bekümmert hinterher, möchte ihr folgen, geht aber dann doch allein nach Hause.

Tanja in ihrer WG

In der WG zieht sich Tanja früh auf ihr Zimmer zurück und beschließt, Suzanne anzurufen, die ihr aber mit einem Anruf ihrerseits zuvorkommt und sich entschuldigt: "Tanja, es tut mir leid. Ich kann mich ja selber nicht leiden, wenn ich so zu dir bin. Ich komm' mir so schäbig vor."

Suzanne ruft an

Sie habe einfach Angst - davor, was die Leute denken und wie sie sie anschauen würden. Vielleicht nicht Hans, aber zum Beispiel ihre Kollegen, die doch bisher so nett zu ihr seien. Auf einmal hält sie inne und holt tief Luft. "O Gott, was rede ich denn da! Es sollte mir völlig egal sein, was die anderen von mir denken."

Tanja hört zu

Tanja zeigt Verständnis dafür, dass dem nicht so ist und dass sie Angst hat. "Es gibt 'ne Menge Idioten, die Probleme mit Lesben haben." Aber sie wolle sich nicht ihr Leben lang verstecken müssen. Suzanne antwortet nur: "Ich liebe dich." - "Ich liebe dich auch. Gute Nacht." Tanja legt auf. Beide blicken nachdenklich vor sich hin.


z u r ü c k | Fortsetzung folgt.

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