von Ivanova
Penetrante Lesbentante
Der dritte Versuch:
Tanja & Franziska
Notstände
Tja, Tanja und Urszula sind nun also wohl endgültig "just best friends" geworden, wozu also damals das ganze dramatische Brimborium, fragt sich der gequälte Fan. Und so vergeht auch das Einjährige des Ostersonntags-Überraschungskusses ohne spektakuläre Gedenkfeten oder auch nur eine Erwähnung. Tanja hat inzwischen die Scheidungspapiere erhalten, ist also auch offiziell so frei wie der Vogel, den sie damals mit Sonja Richtung Hauswand fliegen ließ.
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| Die Scheidungspapiere sind da |
Am Abend nach der Saloneröffnung, bei der natürlich fast alle Listra-BewohnerInnen anwesend waren und wo Urszula von einem singenden SeniorInnentrio terrorisiert wurde, sind die Friseurinnen allein im Salon und etwas angeschickert. Eine junge Frau mit Rastafrisur (Ines Lutz) erscheint in der Tür und erkundigt sich, ob ein Styling noch möglich sei. Urszula will sie abwimmeln, doch Tanja, offenbar sofort angetan von der Fremden, fasst sie arg zutraulich bei der Hand und zieht sie mit der Anmerkung, sie selbst könne sie doch drannehmen (das D könnt ihr euch getrost wegdenken, falls ihr versteht, was ich meine), in Richtung Frisiersessel. Ihre Chefin wendet nur halbherzig ein, das dürfe sie doch noch gar nicht.
Vier Wochen später - selbstverständlich in ihrem ureigenen Wirkungskreis, dem Salon - erklärt Urszula ihrer Azubi bedeutungsvoll, dass sie am Telefon verlangt werde. Es ist Franziska Brenner, die Kundin von damals. Eine strahlende Tanja versichert eifrig, natürlich erinnere sie sich. Offenbar vereinbaren sie einen weiteren Termin , denn anschließend vermeldet die Auszubildende voller Stolz, sie habe ihre "erste Stammkundin".
Diese hat zwar dann nur eine halbe Stunde Zeit, doch trotzdem ist Tanja noch am Abend bester Laune, den sie mit Urszula im Akropolis verbringt - bis sie an einem entfernten Tisch Franziska entdeckt, die sich offenbar ausgezeichnet mit einem Mann Mitte Dreißig unterhält: "Was macht die denn da?!" ruft sie entgeistert aus. Urszula schmachtet den Mann an (richtig, selbst der defizitäre Lesbensex ist ja nun schon wieder ein Jahr her...): "Schau mal, ein echter Kavalier! Aber, wie man mal wieder sieht, in festen Händen..." seufzt sie bedauernd.
Ihre beste Freundin ist entsetzt: "Glaubst du echt, dass das ihr Freund ist?" Franziska wohne doch erst seit kurzem in der Lindenstraße, da könne sie doch noch niemanden kennengelernt haben. Der Mangel jeglicher Logik in diesem Gedankengang fällt ihr sogar selbst auf. Dafür regt sie sich auf: "Die macht doch erst im Mai ihr Abi, ich fänd' das echt beschissen, wenn die sich mit so 'nem alten Kerl abgibt!" (Ihr eigenes Alter im Vergleich zu der 17-jährigen scheint ihr kurzfristig entfallen zu sein.)
Urszula stimmt ihr zu, weil sich der Mann nämlich lieber mit ihr abgeben solle. "Er sieht doch toll aus, genau meine Kragenweite! (Und während die beiden vor sich hin sabbern, würde Ivanova jede Wette eingehen, dass sich der Fremde als Franzis Daddy herausstellen wird - und selbstverständlich als Single...)
Zwischendurch logiert Heiko bei T & U, den Iffi wegen fortgesetzten Fremdpoppens hinausgeworfen hat, und geht ihnen mit seiner Unordentlichkeit und seinem ausgeprägten Selbstmitleid auf den Keks. Doch nach ein paar Wochen erreicht er mit einer Tonne Kerzen und einem kitschigen Marionettenspiel, dass Weichei und Männerversteherin Iffi ihn zurück nimmt, und die WG ist wieder testosteronfrei.
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| Lustige Frisierspiele |
Derweil regrediert Tanja im Umgang mit Franziska zu
einem albernen Teenager - ein Wunder, dass sie nicht
wirklich sabbert. So wartet sie bis lange nach
Dienstschluss auf die 17jährige, als diese sich
erheblich verspätet, und scharwenzelt im abgedunkelten
Salon reichlich albern um sie herum, während im
Hintergrund laszive Nimm-mich-hier-und-jetzt-sofort-
Musik läuft.
~ "Gebrochene Herzen" ~
Frühstück in der Frauen-WG-Küche. Urszula nimmt einen Anruf entgegen, flüstert Tanja zu: "Franzi", und Tanja will sich sofort auf den Hörer stürzen, den die Freundin ihr jedoch grinsend vorenthält. Schließlich ergattert sie ihn doch und wird offenbar zu einem Ausflug in den Englischen Garten eingeladen. Sie fleht Urszula an, ihr für den Nachmittag freizugeben: "Endlich hat sie sich mal gemeldet!" - "Und dann?" fragt U. trocken. Tanja seufzt: "Ich weiß einfach nicht, wie ich mit ihr umgehen soll..." Aber sie wolle sie einladen, abends zu Iffis Abi-Party mitzukommen (wie die ihren Abschluss in nur wenigen Monaten nachholen konnte, bleibt das Geheimnis der AutorInnen), wegen der lockeren Atmosphäre (sag doch gleich: damit ich sie abfüllen kann!).
Mittags besucht sie Carsten in der Praxis, wo sie Pizza essen und sich mit vollem Munde unterhalten. Er bescheinigt ihr: "Du siehst ja rattenscharf aus!" Sie kommt gleich zur Sache: "Wie hast du früher erkannt, ob jemand..." - "Schwul ist? Da entwickelt man irgendwann 'ne Antenne für. Im Zweifelsfall hilft nur eins: Ausprobieren!" (Ich möchte ja nicht altmodisch erscheinen, aber wenn schon der Gaydar defekt ist, wie wäre es mit fragen?!) Tanja jammert, sie wolle nicht, dass ihr das Gleiche passiere wie mit Urszula, das habe zu weh getan. Ihr Freund palavert: "Tja, Herz reimt sich nicht umsonst auf Schmerz!" Barf. Und sicher auch nicht umsonst auf März, Kommerz und Scherz. Jaja. (Und spätestens hier bemerkten wir mit Grausen, dass schon wieder Friedmann mit dem Schreiben dran war.)
Ob nun Reminiszenz oder doch eher Autorendemenz - Tanja und ihre Angebetete picknicken im Englischen Garten, wie damals Tanja mit Sonja, vor dem ersten Kuss. Sie liest ihr aus einem Band mit griechischen Gedichten aus der Antike vor. (Ich tippe mal auf Sappho.) Franzi dagegen gefällt Epikur besser, den sie gerade in der Schule durchnehmen: Der habe geschrieben, man solle das Leben in vollen Zügen genießen. "Und was denkst du dazu?" will sie wissen. Sie lächeln einander an.
Tanja dreht einen Apfel (ACHTUNG: SYMBOL! Verführung und so! Alle kapiert?!) in den Händen und fragt, ob Franziska zur Party mitkommen möchte. Die sagt zunächst zu, doch dann fällt ihr ein, dass sie mit ihrem Vater zum Abendessen verabredet ist. Der ganze Familienkram gehe ihr so auf die Nerven. Tanja wendet sich demonstrativ-beleidigt ab. Die Schülerin erkundigt sich betroffen, ob sie sauer sei. "Nö, nö..." nölt die Nachwuchsfriseurin säuerlich, und die Nummer zeitigt tatsächlich Wirkung: Franzi beschließt, das Essen mit ihrem Erzeuger abzusagen.
Bei der Fete tanzen die beiden relativ albern durch Vorder- und Hintergründe der jeweiligen Szenen. Auf dem Heimweg ist Franziska ziemlich angetüdelt (HA, ich wusste es). Tanja versucht, sie in die WG zu lotsen, doch sie will lieber nach Hause. Dann lehnt sie sich wie ein nasser Sack an Tanja an, welche nach kurzer Pause die Arme um sie legt. "Das fühlt sich schön an", befindet die unschuldige Jugend. - "Dann bleib doch heute Nacht einfach bei mir!" Franzi lächelt verlegen.
Daraufhin entscheidet sich die Lesbe für die klassische Überraschungskuss-Strategie - Kurzform mit geschlossenen Lippen - und führt sie umgehend aus. Anschließend wirkt Franzi etwas verwirrt (wollen wir wetten, dass sie nie vorher auch nur einen Gedanken...siehe Regel Nr. II) - vielleicht aber auch nur, weil mitten in der Nacht auf der Straße die Schlussmusik einsetzt.
~ "Seifenblasen" ~
Zum siebenten Mal seitdem geht die Sonne auf, und Urszula will entnervt von Tanja wissen, wie lange Franzi denn noch das Bad blockieren werde. - "Bis sie fertig ist!" erwidert die Freundin, ihrerseits damit beschäftigt, dem Objekt ihrer Nachstel...ähm, Begierde auf die Eierstöcke zu gehen: Sie fragt sie durch die Badezimmertür, ob sie in der Küche oder im Bett fühstücken wolle. Franziska hat dafür keine Zeit, sondern Physik in der zweiten Stunde. Tanja entblödet sich nicht, ihr eine Tasse Kaffee ins Bad nachzutragen, was Franziska, gerade mit Schminken beschäftigt, zu der Aufforderung veranlasst: "Jetzt mach doch nicht immer so'n Wind!" - "Wie, Wind? Wie meinst'n das?" Sie wolle sie doch nur ein bisschen verwöhnen.
Die Abiturientin befindet das für unnötig, es sei doch alles bestens, und will wissen, wie ihr Lippenstift aussehe. "Wunderschön", meint Tanja traurig. Franzi schickt sich mit den Worten "ich ruf dich an" zum Gehen an, doch Tanja besteht darauf, sie nach unten zu begleiten. Auf der Straße muss Franzi feststellen, dass ihr Rad fahruntauglich ist, und schleimt Olli an, der sich sofort eifrig um die Reparatur bemüht.
Als er weg ist, bezeichnet ihn Franziska als Neandertaler, woraufhin die eifersüchtige Tanja ihr vorwirft, trotzdem mit ihm geflirtet zu haben: "Ich find' das ganz schön grenzwertig!" Franzi amüsiert sich: "Du bist manchmal wie mein Vater!" Sie küsst sie auf die Wange und meint zum Abschied, sie solle sie nicht anrufen, sie werde sich melden.
Im Salon putzt die sexuell frustrierte Friseursanwärterin Spiegel, als Urszula sie um ein Gespräch bittet. "Es ist...wegen Franziska. Ich weiß, es geht mich nichts an, aber ich finde das alles nicht gut." Sie möge Franziska, doch sie tue offenbar Tanja nicht gut: "Du machst dich so klein vor ihr!" Und zwar, seit die beiden zusammen seien. Die Freundin gesteht, das seien sie ja gar nicht, es sei noch nichts zwischen ihnen gelaufen. "Verstehe", bekundet Urszula verständnislos. "Aber du musst doch wissen, woran du bist!"

