von Ivanova

The L-Word: L'Ennui

Das Boot


In Kürze: Bettes und Tinas Fötus bekommt eine Seele. Jen blitzt bei Tim ab und greift auf Marina zurück, erlebt jedoch am Morgen eine kleine Überraschung. Dana glaubt, sie müsse sich zwischen Lara und ihrer Karriere entscheiden.

Was bisher geschah: Jenny trampte durch die Gegend, warf Pilze ein, schmachtete nach Tim und tat sich sehr leid. Shane wurde in die Kreise des bekannten, schwulen Filmproduzenten Harry aufgenommen. Tina und Bette waren nach wie vor schwanger.

Francesca erzählt Geschichten

Einleitende Sexszene: Rom, Italien, Gegenwart. Eine Kostümbildnerin mittleren Alters - später werden wir erfahren, dass sie Francesca heißt - erzählt ihrem scheuen Modell von einem Film, bei dem sie mitgearbeitet hat, "The Gift of the Magi", und geht ihr nebenbei unauffällig an die Wäsche. "Es geht um die närrischen Opfer, die wir für die Liebe bringen." Sie hält inne: "Kann ich weitermachen?" Die Schöne schreckt kurz aus ihrer verzückten Trance auf. "Was?!" - "Mit der Geschichte." - "Ja... bitte!"

Vorspann.

Am Morgen wirkt Marina ausgesprochen gut gelaunt, als sie sich vor dem Spiegel herrichtet.

Jenny taucht bei Tim auf.

Was man von Tim nicht gerade behaupten kann. Er ist gerade dabei, Jennys Besitztümer zusammenzusuchen, als sie plötzlich in der Tür steht. Nach dem Austausch einiger Floskeln erklärt er schließlich, er habe ihren Brief erhalten: "Ich wollte nie, dass du dir das Herz rausreißt. Ich wollte nur, dass du ehrlich zu mir bist.". Jenny hat ein Geschenk für ihn: Eine Kette für seine Lieblings-Stoppuhr, die schon seinem Großvater gehörte. Er informiert sie, dass er sie zerschmettert hat, an jenem Tag. Jenny tut es leid.

Tim - nicht ganz so dumm, wie wir bisher dachten - stellt sie auf die Probe: "Also, das war das erste Mal, dass es passiert ist?" Jenny bejaht weinerlich. Er wirft den Müllsack mit ihrem Hab und Gut auf die Straße und anschließend Jenny hinaus, nicht ohne ihr lautstark mitzuteilen, dass er jetzt weiß, wie lange das schon ging mit ihr und Marina, und dass es alle anderen vor ihm wussten, und dass sie eine elende, pathologische Lügnerin sei.

Im Planets setzt sich eine fröhliche Marina an den Tisch von Shane, Alice und Dana. Die Clique ist hingerissen, weil Shane Madonna getroffen hat ("Hast du sie schon gehabt?") und ihr nächste Woche die Haare machen wird. Außerdem hat Harry Shane seine Yacht geliehen, wo sie am nächsten Freitag zu einer Party einlädt.

Bette und Tina berichten

Unser Lesben-Traumpaar schlechthin - Bette und Tina - stößt dazu. In aller Unschuld begeht Shane einen schweren Ausnahmefehler: Sie fragt die schwangere Tina, wie es ihr gehe. Wenn Blicke töten könnten... Alice und Dana versuchen es immerhin und starren Dolche in Shanes Richtung. Die ist verwirrt, erfährt aber alsbald, warum: Tina und Bette berichten ihnen mehr über ihren körperlichen Zustand, als sie (oder wir) jemals wissen wollten. Am Ende lädt das Paar noch zu einer zeremoniellen Feier mit der pränatalen Yogagruppe ein, weil der Fötus nach dem Glauben der Sikh in der 13. Woche seine Seele bekommen soll. Mit rituellem Gesang und Segnung. Die drei Musketiere heucheln tapfer Begeisterung und sagen zu.

Zur gleichen Zeit sitzt Jenny irgendwo draußen am Fuß einer Treppe, weiß nicht wohin und tut das, was sie am besten kann: sich leid.

Die Zeremonie. Es wird geoooommmmt, und zeremoniale Gesänge finden statt. Dana, Shane und Alice sind nicht besonders angetan, halten aber durch.

Auf dem Nachhauseweg vor malerischem Sonnenuntergang erklären Bette und Tina, dass sie bei Shanes Party passen, weil sie in der Nestbau-Phase sind. Als sie sich verabschieden, versichern die drei Freundinnen noch, wie großartig und bewegend die Zeremonie doch gewesen sei. Doch sobald das Paar außer Hörweite ist, beschließen sie, dass dieser traurige Zustand Abhilfe bedarf und sie ihren Plan durchziehen müssen.

Shane, Alice und Dana im Esoterik-Schuppen

Jenny ist endlich eingefallen, dass da doch noch jemand war, und so taucht sie am Abend ziemlich verstört bei Marina im Club auf und sinkt angemessen verzweifelt auf einen Stuhl. "Was ist mit dir passiert?" will Marina wissen, und was sie brauche. -Ein Bad, ob sie bitte zu Marinas Haus gehen dürfe? Marina ist nicht begeistert. "Ich dachte, du wolltest mich nie wiedersehen." Jenny verteidigt sich schwach: Sie und Tim seien vier Jahre zusammen gewesen und verlobt. Marina findet, Tim müsse sie wirklich lieben, schließlich hat sie selbst ja die Abdruckstellen am Arm, um es zu beweisen. Sie werde aber keine Anzeige erstatten. - Jenny fragt: "Bin ich bloß ein Feigling, eine Lügnerin und Betrügerin?", ergreift Marinas Arm und küsst die Blessuren. Nach einigem Zögern streicht Marina ihr übers Haar.

Jenny wäscht sich rein von ihren Sünden. Oder so. Hey, was kann ich für die lahme Symbolik?

Als Bette abends nach Hause zurückkehrt, findet sie im lauschigen Nest keineswegs nur die Mutterhenne vor, nein, es haben sich auch Dana, Alice und Shane eingenistet, oder besser gesagt, auf dem Wohnzimmersofa bequem gemacht. Weil sie etwas mit den beiden besprechen müssen.

Während noch Bettes Einkäufe verstaut werden, nutzt das Paar die Gelegenheit, die Gäste ungefragt über Gefahrenquellen für Salmonelleninfektionen (des Fötus) zu informieren. Alice macht sich eifrig Notizen und klärt dann auf, dass es sich um eine Intervention handle. Und zwar, weil sie Bette und Tina als Familie betrachten und wirklich, wirklich lieben. Shane wirft hilfreich ein, dass diese Maßnahme bei ihrem Onkel auch gewirkt habe, und der habe nie wieder auch nur einen Tropfen getrunken, seit sie ihn in einer Zwangsjacke in Richtung Entgiftung abtransportierten. "Äh... danke, Shane", sagt Alice.

Jedenfalls möchten sie das Traumpaar auf beunruhigende destruktive Verhaltensmuster aufmerksam machen, die es in den letzten 12 Wochen entwickelt hat, um sie vor der schrecklichen Abwärtsspirale zu bewahren, in die andere Paare vor ihnen geraten sind: Langweilig zu werden. Es gibt einen Fragebogen zum Ausfüllen, dann wird eine Liste mit den gesammelten Fehltritten verlesen, inklusive der Tatsache, dass Tina höchst alberne Hausschuhe trägt. "Akzeptanz ist der erste Schritt, Tina."

Fortsetzung folgt!

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