von Ivanova
The L-Word: Looking Back

Das Leben ist ein Trapez
In Palm Springs vergnügen sich unsere Heldinnen zwischen Tausenden von Frauen und präsentieren unauffällig Produkte von L-Word-Sponsoren. Alice lästert über Lesben, denen man ansieht, dass sie Lesben sind (also die Sorte, die in The L-Word sonst nicht vorkommt), und zeigt auf ein lebendes Exemplar. Sie nennt sie "100 Footers", nach der Entfernung, auf die das möglich ist.
Abends wird ausgelassen gefeiert. Jenny landet auf einer "Ganz in Weiß"-Party, wo sie nach ausgiebigem Tequila-Kampftrinken ziemlich angetüdelt allen Umstehenden die Geschichte mit Marina erzählt - mit ihr selbst als Unschuldslamm und Marina als Täterin selbstverständlich. Als ihr klar wird, dass sie gerade den Initiationsritus "CO-Story zum ersten Mal erzählen" erlebt, beginnt sie die Szenen sogar nachzuspielen, mit einer zugegebenermaßen guten Imitation von Marinas Akzent. Wir sehen Rückblenden, die Sexszene eingeschlossen.

Ihre Zuhörerinnen fühlen sich prächtig unterhalten, sind voll auf ihrer Seite und fordern sie gar auf, die hinterhältige Verführerin auf der Stelle anzurufen und ihr die Meinung zu sagen. Ein Handy wird ihr in die Hand gedrückt, der Anruf kommt durch, doch als Marina sich meldet, ist Jenny plötzlich reichlich ernüchtert. Die Rettung in der Not: Eine blonde Frau, die ihr amüsiert zugeschaut hat, springt ein und behauptet, sich verwählt zu haben. Jenny bedankt sich überschwänglich und lernt Robin näher kennen. Die ist Trapezkünstlerin, und das Leben ist wie ein Trapez, sagt sie. Und dass Jenny sich einfach fallen lassen soll, ohne Netz. OK, das war nicht Robin, sondern ich.
Nach einem Pressetermin, auf dem sie offenbar auch ihre CO-Story mit Lara erzählt hat, genießt Dana die Segnungen des Ruhms: Aufgeregte Fans, die ihr Autogramm auf ihrer Unterwäsche wollen und fragen, ob sie eine Freundin hat. Tonya wehrt sie sehr energisch ab.

Anschließend lotst sie sie in ihr eigenes Hotelzimmer. Sobald dort angekommen, wirft sie die verdutzte Dana gegen die Tür - "Ich will ehrlich sein: Ich will mit dir schlafen!" - und fällt beherzt über sie her. Die ist zwar etwas überrascht ("Oh... hi!"), aber angenehm. Das hektische Gefummel ist bereits aufs Bett verlagert worden, als ein Anruf von Alice dazwischenkommt. Dana wimmelt sie kurzatmig ab (Tonya hat ihre Bemühungen keineswegs eingestellt).
Alice hat naürlich gemerkt, was vorgeht, und wirkt betroffen. Die Freundinnen hoffen nur, dass es nicht "diese schräge Betreuerin" ist, bei der Alice "bad vibes" verspürt, selbst wenn wir sie Hippie nennen. "Und Dana hat ein lausiges Urteilsvermögen, außer bei Lara." - "Das sagt die Richtige!" gibt Shane trocken zurück. Die drei sind im Hotelzimmer und sehen fern. Jenny trifft ein und berichtet, dass sie am Mittwoch ein Date in LA hat, mit Robin. Sie jammert, dass sich all die CO-Geschichten um Verwirrung, unerfülltes Verlangen und Enttäuschung drehen. Um sie aufzumuntern (oder zum Schweigen zu bringen), fordert Shane Tina auf, ihre eigene Geschichte zu erzählen.

Mit ihrem damaligen Freund, einem Kunstsammler, besuchte sie eine Vernissage in Bette Porters Galerie und lernte die schöne und warmherzige Besitzerin kennen. Sie wurden zu einem ihrer berühmten Künstlerabende eingeladen, und als sie anschließend ihren vergessenen Ohrring abholen wollte, küsste Bette sie.
Auch Candace hat etwas vergessen. Nämlich, Bette mitzuteilen, dass sie sie den ganzen Tag eigentlich nur küssen wollte. Deshalb ist sie noch einmal zurückgekommen, um genau das zu tun. "Bitte sag mir, wenn du das nicht willst." Bette sieht sehr zerrissen aus, schweigt aber auch sehr deutlich, und so küssen sie sich, bis Bette abbricht. Candace flüstert: "Ich sollte gehen, oder?" Bette bejaht. Als sie allein ist, weint sie still in ihre Hand.
Am nächsten Morgen hält Tonya auf ihrem Weg zum Cunnilingus kurz inne und bekennt: "Ich kann nicht glauben, dass ich an Dana Fairbanks runtergehe!" (Hey, vielleicht solltest du eine Freundin anrufen: "Du wirst nie erraten, wo ich gerade bin!")
Zurück in ihrer Suite, wird Dana unter Kitzelattacken nach Einzelheiten ausgefragt, hält aber offenbar sie dicht.

Zeit für die Abreise - nur Dana fehlt noch. "Shit!" meint Shane plötzlich. Zum Entsetzen der Clique, besonders von Alice, kommt Dana Händchen haltend mit Tonya an. Und so müssen sie sich auf der ganzen Fahrt das debile Gestammel der Frischverliebten auf dem Rücksitz anhören. Tonya redet wie ein Wasserfall. Jenny kann froh sein, dass sie eingeschlafen ist. Sie schöpfen kurz Hoffnung, als Tonya bekennt, sie hasse Katzen. (Tina grinst boshaft.) Leider macht sie einen Rückzieher, sobald sie von Mr. Piddles erfährt, und heuchelt Interesse. "Du hast ein Bild deiner Katze dabei, das ist ja so süß!" Dana ist wieder glücklich, die anderen verdrehen die Augen. Als vom Rücksitz deutliche Kussgeräusche zu vernehmen sind, verzieht Alice angewidert das Gesicht.
Als sie die beiden abgesetzt haben, fragt sie: "Was zum Teufel werden wir unternehmen?" - "Wogegen?" - "Kommt schon, erzählt mir nicht, dass sie keinen Ärger bedeutet!" - "Tja, die Katzensache war etwas krass", gibt Shane zu. Alice berichtet auch, dass sie Tonya an der Tankstelle 50 Dollar zum Bezahlen gegeben hat, und sie hat das Wechselgeld einfach behalten. "Was?!" - "Wieso hast du nichts gesagt?" - "Ich weiß nicht, ich schätze, ich brauche mehr Beweise... und was hätt' ich denn sagen sollen? 'Dana, deine Freundin ist 'ne Gaunerin?' Ich meine, sie ist glücklich, das kann ich nicht machen!"

Bette steht gedankenverloren an ihrem Schreibtisch, als sich von hinten zärtlich zwei Arme um sie legen. Sie dreht sich nicht um, sondern flüstert gequält: "Es tut mir leid, ich kann nicht..." - "Was kannst du nicht, Babe?" Oops, es ist gar nicht Candace, sondern Tina! Bettes Gesichtsausdruck wechselt zwischen Überraschung, Schuldbewusstsein und Erleichterung hin und her. Sie dreht sich um, begrüßt ihre arglose Gattin liebevoll und schafft es irgendwie, ihre Bemerkung auf den Stress mit der Ausstellung zu schieben.
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