von gwyn
The L-Word: Pilotfilm
Lesben auf Samenfang
In Kürze: Tina und Bette wollen ein Baby. Shane liegt die Lesbenwelt zu Füßen. Jenny entdeckt die Anziehungskraft von Frauen. Dana sucht im Schrank vergeblich nach ihrer Traumfrau. Alice bedroht die Lesbenwelt mit einem selbstkreierten Sexdiagramm.
1. Das perfekte Paar, sein
Psychiater
und Samenlieferant Nr. 1
Eines Morgens im trauten Eigenheim des amerikanischen Lesbenvorzeigepärchens bringt die Tatsache, dass Tina einen Eisprung hat, Langzeitpartnerin Bette auf die verwegene Idee, ein Baby zu machen. Der leidenschaftliche Versuch wird allerdings nach wenigen Sekunden abrupt abgebrochen, da Bette plötzlich einfällt, dass Tina ja immer noch ihren Pyjama an hat. Über Tinas Enttäuschtheit und sexuelle Frustration sieht ihre Liebste großzügig hinweg.
Ein Besuch beim Starpsychiater der Stadt scheint der einzige Ausweg - glaubt zumindest Tina. Rein prophylaktisch natürlich, denn die Beziehung läuft auch sexlos ganz wunderbar. Die offenbar allwissende L-Clique im "Planet" kann deren Intaktheit nur bestätigen und äußert völliges Unverständnis für den Kontrollbesuch beim Psychodoc. Hinterfragt wird dann aber lieber doch nicht, damit es sich bei eventuellen künftigen Krisen im Traumpaarparadies besser aus allen Wolken fallen lässt.
Bette zeigt ihrer Angebeteten indirekt aber deutlich, was sie von deren Therapieidee hält, indem sie stark verspätet mit dem Handy am Ohr zur Psychositzung auftaucht. Sie entschuldigt sich höflich, um dann in aller Ruhe weiter zu telefonieren. Nach Beendigung des Telefonats findet sie endlich die Zeit, Tina zur Begrüßung großmütterlich das Knie zu tätscheln.
Zwischen Bettes Handyklingeln erfahren die
ZuschauerInnen, was sie zu diesem Zeitpunkt schon
längst ahnten: Das Sexleben des Traumpaares ist seit
drei Jahren wenig berauschend und ein Kind wäre das
perfekte Placebo, um sich die Illusion einer heilen,
lebenslänglichen Traumbeziehung aufrecht zu erhalten -
Heten würden es ja nicht anders machen und
überhaupt wäre Sex ja nicht alles in einer
Beziehung. Der Doc diagnostisiert fachmännisch einen
fortgeschrittenen Parasiten Symbioseeffekt. Die
interessierte Tina ist beeindruckt; Bette gibt zu
verstehen, dass der Doc nicht die geringste Ahnung von der
Funktionsweise einer lesbischen (Hegemonial-) Beziehung
habe. Sowohl das eine wie auch das andere kümmert den
Doc wenig, da die Zeit bedauerlicherweise abgelaufen ist.
Das nächste Mal würde er aber sehr gerne mehr
über die Familienplanung der beiden erfahren. Das
Pärchen sieht diesbezüglich allerdings
überhaupt keinen Klärungsbedarf, Tina ist bereit
für ein Hausfrauenleben, Bette quasi
prädestiniert für die Rolle des
Familienhäuptlings. Mit einem liebevollen
Knietätscheln fordert Bette Tina freundlich auf zu
gehen.
Der Künstler Sean ist vom einst verliebten Pärchen dazu erkoren worden, die Familienerweiterung in die Tat umzusetzen. Dazu liefert Sean auch ohne große Umschweife eine Peepshow hinter einer Schattenwand in seinem Atelier ab, während sich das anwesende Lesbenpärchen über das lautstarke Spektakel amüsiert.
Im Auto unterhält sich Bette am Telefon stolz über das eroberte Ejakulat, welches Tina auf dem Beisitz zwischen ihren Beinen warm hält. Bette hält es noch einmal prüfenderweise hoch, um genaueste telefonische Auskünfte darüber erteilen zu können. Anschließend tut sie kund, dass sie nicht glauben kann, dass sie in ihrer offensichtlich prälesbischen Phase solch ekelhaftes Zeug geschluckt habe.
Nachdem Tim, Bettes und Tinas neuer Nachbar, seiner kürzlich angereisten Freundin Jenny stolz die extra für sie zum Schreibatelier umfunktionierte Garage gezeigt hat, beobachtet Jenny durch einen Spalt im Zaun interessiert Shane plus Anhängsel beim gemeinsamen Techtelmechtel im Pool der ansonsten sexfreien Zone unseres spermajagenden Lesbentraumpärchens. Jenny nutzt ihre Spannerei später, um das eigene Sexleben mit Tim ein wenig aufzupeppen - aber immerhin hat Traumpaar Nr. 2 noch Sex.
Eine Gynäkologin soll Tina und Bette bei der Maßnahme zur Rettung ihrer Beziehung unterstützen und die Befruchtung vornehmen. Die Ärztin gibt Bette völlig ungeniert den Tipp, Tina für das bevorstehende Ereignis zu erregen. Bette schaut etwas ungläubig, doch der sexuell frustrierten Tina ist jeder Anlass willkommen, um Bette zum gemeinsamen Liebesspiel zu bewegen. Bette seufzt etwas widerwillig, macht sich dann aber ans Werk, Tina oral zu befriedigen. Nach wenigen Sekunden bricht sie lachend ab. Tina besteht auf eine Fortführung des romantischen Vorspiels, doch Bette wird von einem Klopfen an der Tür erlöst: Sean ist zeugungsunfähig.
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