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Gute Lesben, Schlechte Lesben

GZSZ I: Harumi & Saskia, Teil 2

Hier sollte ein Fähnchen flattern

 

Am nächsten Morgen versucht Harumi, sich bei Saskia zu entschuldigen und offenbart ihr ihre Gefühle. Sie bietet sogar an auszuziehen, doch Saskia hat sich wieder eingekriegt und lehnt dies ab, auch wenn sie klarstellt, daß sie Harumis Gefühle nicht erwidert. In der Folge spielt Saskia dann die Unnahbare, während Harumi auf der einen Seite verzweifelt versucht, den Kuß-Fauxpas auszubügeln, andererseits Saskia auch weiterhin mit heimlich-schmachtenden Blicken bedenkt.

Der Kuß hat Saskia aber natürlich keineswegs so kalt gelassen, wie sie Harumi glauben machen will. Tatsächlich kommt sie arg ins Grübeln, ob sie nicht doch mehr als Freundschaft für ihre neue Mitbewohnerin empfindet. Schließlich wird Soap-Übermutter Elisabeth zu Rate gezogen, welche von Saskias eventuell zärtlichen Gefühlen für Harumi zwar kaum aus der Fassung gebracht wird, aber auch keine Patentlösung parat hat.

 

6. Akt: Endlich in der Kiste

So gibt es noch einiges Hin und Her, bevor Saskia sich ein Herz fast und mit Harumi ausspricht. Am Ende gesteht sie ihre Gefühle und überfällt diesmal ihrerseits die Freundin mit einem Kuß auf den Mund. Harumi traut dem Frieden allerdings nicht so recht, und meint noch, sie hätte keine Lust, als Saskias Versuchskaninchen zu fungieren, dazu seien ihre Gefühle zu ernst. Saskia versichert jedoch, es ebenfalls ernst zu meinen, worauf die beiden zunächst in einem weiteren Kuß und später im Bett versinken.

Am Morgen danach sehen wir die beiden jedenfalls in selbigem erwachen (in ziemlich angezogenem Zustand versteht sich) und da Saskia nicht besonders glücklich dreinschaut, fragt  Harumi  ob   sie   die  Nacht   denn schon bereue. Saskia versichert ihr allerdings die Liebesnacht TOTAL schön gefunden zu haben, ist aber gleichzeitig sexuell-orientierungsmäßig doch ziemlich verwirrt. Man bzw. frau könne doch nicht plötzlich lesbisch werden, und was werden wohl die Freunde dazu sagen? 

Auch Toms Charme zieht zu dessen eigner und allgemeiner Verwunderung ganz und gar nicht, weil Harumi viel zu sehr damit beschäftigt ist, mit Tina zu flirten (mit Anfassen!), welche als Oberhete aber natürlich überhaupt gar nix schnallt.

Saskia testet dies einmal mehr an Elisabeth, welche die Nachricht von der Liebesnacht wieder politisch korrekt positiv aufnimmt und Saskia rät ihren Gefühlen zu folgen. Mit dem Outing vor den anderen könne sie sich ja noch Zeit lassen, und sich erst einmal selbst mit der neuen Situation weiter auseinandersetzen. Mit diesen Weisheiten im Gepäck geht Saskia zurück zu Harumi und erklärt eine Beziehung versuchen zu wollen, jedoch vorerst nur "im Schrank".

Harumi zeigt sich verständnisvoll, daß Saskia ihre Liebschaft nicht gleich an die große Glocke hängen will. Doch wie in den meistens Soaps hält das Verständnis nur relativ kurz an, bevor es nahtlos in die Outing-Drängelei übergeht.

 

7. Akt: Heikos Party

Just zu dieser Zeit begibt es sich dann auch, daß Heiko eine Party im "Daniels" anberaumt, auf der er all seinen Freunden eine große Neuigkeit mitteilen will. (Er ist mit seiner alten Flamme Tina wieder zusammen.) Zu der Party kommen dann auch alle inklusive Saskia und Harumi. Nur Heiko taucht nicht auf, weil er inzwischen von der Polizei wegen Mordverdachtes festgenommen wurde.

Die Feier wird aber trotzdem noch "ganz amüsant" wie Harumi später feststellt, denn als Saskia ihre Begleitung den Freuden lediglich als 'Alte Bekannte aus Internatszeiten' vorstellt, ergreift die darüber leicht verärgerte Asiatin kurzerhand die Initiative, und outet sich und Saskia selbst als Liebespaar. Saskia stottert danach etwas von wegen: "ähm, hm, ja, es stimmt", doch das große allgemeine Entsetzten bei der Partygesellschaft bleibt aus. Alle reagieren TOTAL gelassen auf die Offenbarung.

Das heißt, mit Ausnahme von Andy (Prolet vom Dienst). Der kann das alles gar nicht fassen und hakt nach: "Soll das etwa heißen ihr beiden seid..." An dieser Stelle ringt er nun vergeblich um das passende Vokabel, doch Flo hilft ihm schließlich aus: "Verliebt, Andy. Ist doch ganz einfach." Als Andy daraufhin, ob solch einer Ver-schwendung zweier so schöner Frauen, fast in Tränen ausbricht, versucht Harumi ihn mit ein bißchen tätscheln auf den Kopf  zu trösten.

Mit dem Eintreffen der Nachricht von Heikos Verhaftung wird die Party dann vorzeitig aufgelöst und Harumi und Saskia begeben sich wieder nach Hause. Auf dem dortigen Sofa angekommen, macht Saskia Harumi deutlich, daß sie es weniger amüsant findet, von ihr auf der Party so überfahren worden zu sein. Das mit dem Outing und den damit verbundenen Problemen sei schließlich ihre Angelegenheit.

Harumi ist da anderer Meinung und will, daß Saskia auch ihre Gefühle in der Sache berücksichtigt. Nach ein bißchen gegenseitigem Anschmollen und Harumis Frage, "Warum müssen Frauen eigentlich so kompliziert sein?" verträgt man sich aber schnell wieder und kuschelt auf der Couch herum.

 

8. Akt: Die unheimliche Lesben-Bar

Nachdem das Problem "Outing" nun geklärt ist, stellt sich die Frage, womit man den Rest des Tages totschlagen könnte. Harumi gibt an später noch verabredet zu  sein und auf Saskias Nachfragen erklärt sie, sich mit ein paar Freundinnen in einer Frauenkneipe treffen zu wollen. Als Saskia wenig begeistert dreinschaut, kann Harumi sich nicht verkneifen hinzuzufügen: "Ist aber nichts Ernstes. Nur rein körperlich."

So wirft sie sich in einen Frack, bindet ihre Haare zu einem strengen Zopf nach hinten, verehrt Saskia ein sündig rotes Kleid und verspricht ihr, sie damit diesen Abend ganz Gentleman like auszuführen. Saskia findet die Idee rührend und witzig und läßt sich auf das Spiel ein. So wird sie von Harumi dann mit Rosen beschenkt und in ein edles Restaurant (sogar noch edler als der Fasan!) entführt, wo man sich bei Champagner und Tanz blendend amüsiert.

Hinterher versichert sie der entsetzten Saskia aber, daß das natürlich nur ein Scherz war, über den die Freundin allerdings kaum lachen kann. Als Harumi Saskia dann fragt ob sie nicht mitkommen wolle, läuft Frau Rother endgültig grün im Gesicht an, und versucht sich mit noch fälliger Arbeit aus der Affäre zu ziehen. Harumi vermutet aber richtig, daß Saskia wohl Vorurteile gegen Lesben-Bars hege, was diese jedoch zunächst weit von sich weist. Am Ende der Diskussion meint sie schließlich kleinlaut, daß das alles halt noch neu für sie wäre.

Also zieht Harumi alleine von dannen und Saskia tut so, als würde sie journalistische Arbeit verrichten. Lange hält es sie dann aber doch nicht am Schreibtisch und sie begibt sich ihrer Harumi hinterher in die Höhle der Löwinnen. In der Lokalität angekommen muß Saskia feststellen, daß außer das nur Frauen anwesend sind, alles halb so wild ist.

Sie wird zwar ausgiebig mit zweideutigen Blicken bedacht und von einer rothaarigen Anzugträgerin an der Bar mit dem unglaublich orginellen Spruch "Kennen wir uns nicht von irgendwoher?", angemacht, aber  anstatt nun schreiend wegzulaufen (wie ich schon fast befürchtete), läßt Saskia die Dame mit, "Du, ich bin hier verabredet", abblitzen und begibt sich betont lässig an den Tisch von Harumi und ihren Freundinnen. Die Asiatin ist natürlich hoch erfreut, daß ihre Liebste sich doch noch hergetraut hat und alles ist in Butter.

 

9. Akt: Vorsicht bissiger Schwiegervater

Das frisch geoutet Paar hätte  nun also eigentlich glücklich bis an sein Ende leben können, wenn da nicht noch Saskias gestrenger Herr Papa wäre. Das Verhältnis von Vater und Tochter war noch nie besonders gut, weil Saskia ihrem eher gefühls-kalten, Workoholic-Dad lange die Schuld am verschwinden ihrer Mutter gab. (Ob diese nun einfach abgehauen war oder gar verstorben, weiß ich nicht mehr. Sie wird aber in beiden Fällen schon gewußt haben warum.)

über das Debakel mit Tom sind Vater und Tochter sich aber dann doch etwas näher gekommen, und darum freut sich Saskia zunächst auch, daß ihr Dad sie besuchen kommt, obwohl sie schon ahnt, daß er das mit ihr und Harumi wohl nicht ganz so leicht aufnehmen wird.

Da Saskia bei der Schwiegersohn-Auswahl mit Peter Becker und Tom Lehmann bisher kein gutes Händchen bewies, hat Papa Rother die Sache diesmal gleich selbst in die Hand genommen und kommt nicht allein, sondern mit einem eigens handverlesenen Schwiegersohn im Schlepptau an. Der junge Mann Marke Schleim-Spießer überreicht Saskia einen Strauß Blumen und wird fürderhin von Herrn Rother in den höchsten Tönen (an)gepriesen.

Die Anwesenheit Harumis wird bei der ganzen Sache von beiden Herren eher als störend empfunden, was Saskias Papa auch zu der einen oder anderen unfreundlichen Bemerkung in deren Richtung hinreißt. Saskia wird deswegen im Laufe des Abends immer grantiger, zumal sie bei den unglaublichen soziokulturellen und beruflichen Qualitäten des Schwiegersohnanwärters wohl noch froh sein muß, daß ihr Vater den Pfarrer nicht auch gleich mitgebracht hat. Die Heiratsmarktschreierische Situation wird mit fortschreitendem Abend jedenfalls immer peinlicher und sogar der Schwiegersohnanwärter scheint langsam zu kapieren, daß hier irgendwas TOTAL daneben läuft. Ganz im Gegensatz zu Papa Rother, der im Geiste wohl schon die Hochzeitseinladungen an diverse Royals verschickt.

Irgendwann wird es Saskia dann auch zu bunt und sie erklärt ihrem Vater deutlich, daß er sich das mit dem Schwiegersohnanwärter abschminken kann, weil sie nämlich mit Harumi zusammen ist. Es folgt schockierte Stille von Seiten der Herren. Doch während der Schwiegersohnanwärter dann zu grinsen anfängt und das ganze eher von der humorigen Seite betrachtet, gerät Saskias Vater zunehmend außer sich. Vom nicht wahr haben wollen bis zur Beschimpfung Harumis als perverse Verführerin zieht er das volle Repertoire ab. Saskia schmeißt ihn schließlich raus mit dem Hinweis, wenn er irgend ein Problem mit ihrer Liebe zu Harumi habe, könne er ja gehen. Der Schwiegersohnanwärter folgt ihm mit entschuldigenden Blicken in Richtung der Frauen und mit offensichtlichen Schwierigkeiten sich das Lachen zu verkneifen.

 

10. Akt: Die "üblichen" Intrigen

In der Folge denkt sich Saskias Erzeuger nun natürlich eine Schikane nach der nächsten aus, um das "unmögliche" Liebespaar irgendwie auseinander zu bringen. Angefangen mit dem ziemlich plumpen Versuch Harumi "auszubezahlen". So drückt Herr Rother der Geliebten seiner Tochter eines Tages einfach einen fetten Scheck in die Hand für den sie Saskia gefälligst zu verlassen habe. Und ehe sich die verdatterte Harumi  noch irgendwie dazu äußern könnte, ist er schon wieder verschwunden. Sie läßt sich dann mit der Entsorgung des Geldes natürlich gerade soviel Zeit, dass Saskia von der Sache Wind bekommt und selbstverständlich gleich das schlimmste von ihrer Freundin denkt. Erst als ihr klar wird, daß Harumi den Scheck lediglich für gemeinnützige Zwecke gespendet hat und gar nicht daran denkt, sie für schnöden Mammon zu verlassen, entschuldigt sie sich bei ihrer Liebsten.

Von nun an will man gemeinsam weiteren Tyranneien von Herrn Rother widerstehen, doch der hat noch ein As im ärmel. Der Möchtegern-Tycoon läßt nun seine Geschäftsverbindungen spielen und schließt einen äußerst lukrativen Vertrag mit der japanischen Firma für die Harumi arbeitet ab, unter der Bedingung, daß eben diese das gemeinsame  Projekt in Japan leiten muß.

Harumis Vorgesetzter ist zwar etwas erstaunt und auch widerwillig, da Harumi ja noch an einer wichtigen Sache in Berlin arbeitet, aber ob des zu erwartenden Geldsegens durch Rother, lenkt er schließlich ein. Per Einschreibebrief erfährt Harumi noch am selben Abend von ihrer sofortigen Rückbeorderung nach Japan. Das Entsetzen bei ihr und Saskia ist entsprechend groß.

Während Harumi nun überlegt, ob sie ihre Karriere Saskia zuliebe hinschmeißen soll, wird der bald klar, daß ihr Vater hinter der Sache steckt. Daraufhin sucht sie diesen auf, um ihm mal kräftig die Meinung zu geigen. Sie werde nicht zulassen, daß er sie und Harumi auf diese Weise trennt, eher ginge sie mit nach Japan. Da bleibt Papa Rother dann zunächst doch der Mund offen stehen, bevor er erwidert, daß würde Saskia sowieso nicht wahrmachen, da sie dafür ja ihre Karriere in Berlin aufgeben müßte.

Tatsächlich fällt Saskia die Entscheidung mit Harumi nach Japan zu gehen nicht leicht, zumal sie gerade von Ariane für ihre Nachfolge als Chefredakteurin von "City Lights" vorgeschlagen wurde. Auch Harumi hat Bedenken, ob Saskia in ihrer Heimat Japan nicht einen unangenehmen Kulturschock erleiden würde. Da Saskia aber genausowenig will, daß Harumi sich ihre berufliche Laufbahn ihretwegen versaut, möchte man es schließlich doch mit einer Beziehung auf Distanz probieren. Schweren Herzens verabschieden sich die beiden Geliebten in Saskias Wohnung, weil Abschiede am Flughafen findet Harumi fürchterlich. Man verspricht sich nicht nur ewige Liebe, sondern auch täglich anzurufen und zu schreiben, es kullern Tränen, das Taxi kommt, Saskia bleibt geknickt zurück.

 

Epilog: Abflug

Doch kaum das Harumi fort ist, wird Saskia klar, daß sie es nie im Leben ohne die Freundin aushalten wird. Karriere als Journalistin kann sie wirklich auch in Japan machen, Kulturschock hin oder her. Als Chefredakteur von "City Lights" muß nun eben Clemens herhalten.

Kurzentschlossen eilt Saskia also ihrer Harumi auf den Flughafen hinterher und erklärt der Geliebten dort atemlos, ihr überallhin folgen zu wollen. Mit dem japanischen Kulturschock will Harumi Saskia aber immer noch nicht konfrontiert wissen (muß ja wirklich grausig sein im fernen Osten), und beschließt, auch ihre Karriere hinzuschmeißen und mit Saskia zum nächst besten Ort, der auf der Flughafenanzeigetafel erscheint, auszuwandern. Saskia ist einverstanden, und in diesem Moment erscheint auf der Anzeigtafel, wie könnte es anders sein, San Francisco, die schwulesbischste Stadt der Welt. Grinsend und händchenhaltend verschwinden die beiden Frauen darauf mit ihren Koffern durch die Absperrung und waren nie wieder gesehen.

ENDE

 

Nachwort: Bei allen verarbeiteten Klischees muß ich dennoch traurigerweise feststellen, daß dies die bessere (oder sollte ich lieber sagen die weniger schlimme?) der beiden bisherigen GZSZ-Lesbenstories ist. Wenigstens dürfen Saskia und Harumi am Ende gemeinsam in den Sonnenuntergang fliegen, auch wenn die Verantwortlichen für die Merchandising-Publikationen das irgendwie verdrängt zu haben scheinen. In beiden Jubiläumsausgaben des Voschulmagazins (zur 1500. und 2000. Folge) wird behauptet, Saskia und Harumi hätten sich am Ende auf eine Beziehung auf Distanz geeinigt (genauso im DEM-Episodenführer, wie ich gerade festgestellt habe). Da hat wohl irgendeiner einfach den Epilog weggeschmissen.

Noch ein Hinweis: Da die Romanze von Harumi und Saskia zu einer Zeit lief, in der ich GZSZ noch nicht geschaut habe (ca. Folge 900-980/Anfang 1996), und die DEM-Episodenliste inzwischen leider auch ziemlich abgespeckt wurde, ist das ganze hier aus der Erinnerung an VOX-Wiederholungen zusammengebastelt und TOTAL ohne Gewähr.

Should be continued in ...

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GZSZ II - Barbara Graf und Lara Kelm

Irene KS!

 
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