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DykesVision / Lesbenfilme / Serving In Silence |
Serving In SilenceKritik von ImkeDer Film erzählt die wahre Geschichte von Colonel Margarethe ("Grethe") Cammermeyer, die nach 23 Jahren Dienst in der amerikanischen Armee in einem Top Secret Interview ihre Homosexualität offenbart und daraufhin aus der Armee ausgeschlossen wird. Die Handlung setzt ein, als die geschiedene Margarethe (Glenn Close), die erfolgreich als Krankenschwester in einer Klinik arbeitet, während eines Urlaubes mit ihren Söhnen die lesbische Künstlerin Diane (Judy Davis) kennenlernt. Es funkt auf Anhieb zwischen den beiden Frauen, und bald treffen sie sich zu einem gemeinsamen Abendessen. Als die zwei gerade mitten in einer konfliktträchtigen Diskussion über den Armee-Einsatz in Vietnam sind, lenkt Diane unvermittelt ein: "We can have an argument on our first date..." Margarethe zögert: "Is that what this is: a date?" Die Antwort kommt prompt: "It's up to you, Grethe." Zeit für Grethe, hastig nach der Gabel zu greifen und verwirrt zu murmeln: "I don't know what I'm doing." Doch diese Bemerkung entlockt Diane nur ein charmantes Lächeln: "Yes you do, Grethe. I think you do..." Der Rest des Abends bleibt der Zuschauerin leider verschlossen, in jedem Fall scheinen die beiden aber beschlossen zu haben, ihr Leben miteinander zu verbringen - wenn sich das so sagen läßt, denn offensichtlich wohnen sie mehrere Flugstunden auseinander, was aber in den USA kein Problem zu sein scheint (obwohl Margarethe ausgerechnet aus Seattle kommt...). Als Margarethes Vater anfragt, bei ihr einzuziehen, outet sie sich ihm gegenüber als Lesbe und erntet eine eisige Reaktion. Lediglich die Tatsache, dass sie als Tochter neben drei Söhnen für ihn eh nicht existent zu sein scheint, bewahrt sie vor größeren Schwierigkeiten.
Jedenfalls wird schnell klar, dass dies noch das weitaus kleinere Übel darstellt im Vergleich zur Reaktion der Armee, als Margarethe in einem streng geheimen Interview im Zusammenhang mit ihrer Beförderung zur Chief Nurse ihre Homosexualität offenbart. Als sie gefragt wird, ob sie sich jemals unmoralisch verhalten habe, lautet ihre Gegenfrage: "What do you mean by immoral?" Zum Beispiel Straftaten, Alkoholprobleme, Einnehmen von illegalen Drogen, Homosexualität, ist die Antwort. "I'm a lesbian." - "You're an a c t i v e lesbian?" - "I have an emotional ... I connect emotionally to women." - "Sexually?" - "That has nothing to do with sexual activity."- "Then w h a t makes you a lesbian?" - "My feelings" - "About women." - "More about myself. It's who I am." Margarethe versucht dem ebenso geschockten wie begriffsstutzigen Angestellten zu erklären, dass Homosexualität weder illegal noch ein Grund für den Ausschluss aus der amerikanischen Armee sei. Denn schließlich seien lediglich "homosexual acts" illegal, sie aber rede nur von ihrer Identität. Ihre Lebensführung sei absolut korrekt (arme Diane - erst an dieser Stelle wurde mir persönlich die komplett platonische Ausmaß ihrer Beziehung deutlich, denn man/frau weiß bei Filmen ja nie so genau, ob die lesbischen Szenen nur nicht gezeigt oder tatsächlich nicht gelebt werden...). Die Lawine war damit losgetreten und es folgen zahlreiche Gespräche mit Mitarbeitern, Vorgesetzten (alles Männer natürlich), sowie diverse Aufforderungen, sie solle ihre Aussage zurückzunehmen ("You can connect with murder - and have a better chance to stay in!"). Dementsprechend schwindet auch Margarethes Überzeugung, bei der amerikanischen Armee handle es sich um eine vernunftgesteuerte und tolerante Organisation (nun ja, das ist sie nicht die einzige...). Als die Armee ihre Entlassung androht, sucht sich Margarethe eine Anwältin, verklagt die Armee und wird damit zu einer prominenten Figur in den USA (was Diane weniger gut gefällt, da sie sich nie in der Öffentlichkeit geoutet hat). Die einberufene Verhandlung bringt schließlich die große Enttäuschung: Margarethe wird offiziell aus der Armee entlassen (sehr traurige Szenen müssen wir da miterleben, aber wenigstens bekommen wir am Ende des Films einen zarten Kuss der beiden Frauen zu sehen, offenbar scheint jetzt eh alles egal zu sein...). Was im Film nicht mehr gezeigt, aber im Abspann erwähnt wird, ist die Tatsache, dass Margarethe Cammermeyer nicht aufgehört hat, um ihre Rechte zu kämpfen und schließlich 1994, also während der Fertigstellung des Films, von der Armee wieder eingestellt wurde. Sämtliche Auszeichnungen und Verdienste, die sie im Verlauf ihrer Karriere angesammelt hatte, wurden ihr wieder zuerkannt. Im Vordergrund dieses u.a. von Glenn Close und Barbra Streisand produzierten Films steht die sozialkritische Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität und dem Verhalten der amerikanischen Armee (wobei die von Margarethe Cammermeyer empfundene Leidenschaft und Zugehörigkeit zur Armee -"I still love the military, not for what it is but for what in can be..."- auf meine deutsche, pazifistische Seele etwas befremdlich wirkt). Und es geht um den Kampf einer Frau um ihre Würde und ihre Integrität. Das heißt allerdings nicht, dass die Liebe der beiden Frauen füreinander nicht deutlich würde, die Zuschauerin muß allerdings, wie das Paar ja auch, etwas genügsam sein. In erster Linie lebt der Film von der großartigen Leistung von Glenn Close, der es gelungen ist, die Figur der Margarethe sehr facettenreich und sensibel darzustellen, wofür sie 1995 wohlverdient als beste Hauptdarstellerin mit dem begehrten Emmy ausgezeichnet wurde. Weitere Auszeichnungen im Zusammenhang mit dem Film: Emmy für Judy Davis (beste Nebenrolle), Emmy für Valorie Massalas (bestes Casting), Emmy für Jeff Bleckner (beste Regie), Glaad Media Award für den Film, plus zusätzliche Golden Globe-Nominierungen für Glenn Close und Judy Davis im Jahre 1996. "Serving in Silence" lief als TV-Film im amerikanischen Fernsehen und ist in Deutschland als Video in englischer Sprache erhältlich. Diskutiert Serving In Silence im Forum. |
InfosUSA 1994R:
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