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DykesVision / Lesbenfilme / Novembermond |
NovembermondKritik von ImkeZur Zeit des Nationalsozialismus flieht die Jüdin November (Gabriele Osburg) von Berlin nach Paris. Eine frühere Freundin ihres verstorbenen Vaters bietet ihr dort die Möglichkeit, in ihrem Bistro "La Cigale" illegal zu arbeiten, so dass Novembers Überleben zunächst einmal gesichert ist. Im Bistro lernt November Laurent und später auch dessen Schwester Ferial (Christiane Millet) kennen. Laurent umwirbt November, die ihn jedoch zurückweist, weil sie sich weitaus mehr zu seiner Schwester hingezogen fühlt. Ferial erwidert ihre Gefühle, muss jedoch ebenfalls erst einen hartnäckigen Verehrer abwehren, bevor sie und November sich näherkommen. Ferial und ihre Familie nehmen November bei sich auf, aber als die deutsche Armee Richtung Frankreich marschiert, muss November erneut fliehen und verlässt in Begleitung von Ferial und deren Mutter Paris. Zum Glück gewähren in der noch unbesetzten Provence hilfsbereite Verwandte von Ferial November Unterschlupf, und Ferial kehrt zurück nach Paris. Als die deutsche Armee später auch in die Provence vordringt, verrät ein Nachbar November an die Deutschen, sie wird verhaftet und von der SA verhört. Diese erkennt in ihr sofort die Tochter eines jüdischen Intellektuellen, der kurz zuvor in einem KZ umgebracht wurde. Während des Verhörs vergewaltigt ein SA-Mann November und bringt sie anschließend in einem Bordell für deutsche Soldaten unter. Noch unter Schock erschlägt November einen deutschen Offizier, der sie mit aufs Zimmer genommen hat, mit einem harten Gegenstand. Ein SA-Mann, der alles mit angesehen hat, verhilft ihr daraufhin zur Flucht (und bezahlt später dafür mit seinem Leben). Vollkommen erschöpft und sichtlich traumatisiert klopft November nach Tagen der Flucht an die Tür Ferials, die sie liebevoll aufnimmt und versorgt. Da Paris bereits besetzt ist, muss sich Ferial langfristig einen Plan überlegen, wie sie verhindern kann, dass November in ihrem Hause gesucht wird. Sie entschließt sich, ihren früheren Verehrer Marcel aufzusuchen, der inzwischen für ein französisches Nazi-Blatt arbeitet. Marcel, der sich durchaus wieder Chancen bei Ferial ausrechnet, gelingt es, sie als seine Sekretärin einzustellen. Obwohl die unmittelbare Lebensgefahr damit bewältigt ist, belastet die schwierige Situation alle Beteiligten. Ferials Mutter hat große Angst vor der Gestapo, November sehnt sich danach, endlich einmal die Wohnung verlassen zu können, Ferial leidet unter dem permanenten Konflikt, mit den Nazis zu kooperieren, um November zu retten. Mit vielen kreativen Manövern gelingt es den Frauen, die misstrauische Gestapo zu täuschen, und so bleibt November tatsächlich bis zum Ende des Krieges unentdeckt. Doch Ferials Engagement bleibt nicht ungestraft: Als sich die Franzosen der deutschen Besatzungsmacht entledigen, werden alle Frauen, die der "Kooperation mit dem Feind" verdächtigt werden, von der eigenen Bevölkerung zutiefst gedemütigt. Davon bleibt auch Ferial nicht verschont... Einen nachdenklichen, introvertierten Film hat Alexandra von Grote da gedreht. Wohltuend ist in jedem Falle, dass es bei der Darstellung der lesbischen Liebe zur Abwechslung einmal nicht um das Coming-out und seine Folgen geht. Die Liebe zwischen den beiden Frauen erscheint selbstverständlich, aufwühlend ist vielmehr der Kampf um das eigene Überleben (und um das der geliebten Menschen) und das harte Aufeinanderprallen von Menschenliebe und Menschenhass in dieser schwierigen Zeit. Schade nur, dass die Schauspielerinnen häufig allzu hölzern agieren und darunter auch die Glaubwürdigkeit der lesbischen Beziehung leidet. Diskutiert Novembermond im Forum. |
InfosF/ D 1984R:
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