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The Monkey's Mask (Die Affenmaske)

Kritik von Sabine König

Liebe Güte, was ist nur aus Kelly McGillis geworden. War sie in den 80ern schon auf dem Weg zu einer großen Hollywood-Karriere, indem sie mit Tom Cruise ("Top Gun"), Jodie Foster ("Angeklagt") und Harrison Ford ("Der einzige Zeuge") drehte, so scheint sie bei der Wahl von "The Monkey's Mask" entweder jeglichen Geschmack verloren zu haben oder ganz nötig Geld zu brauchen.

The Monkey's Mask Cover

Kelly McGillis spielt hier die dubiose College-Professorin Diane Maitland, deren Studentin Mickey, eine Teenie-Göre aus biederen Familienverhältnissen, nach einem ihrer Auftritte als Sydney's Poetry-Slam-Queen spurlos verschwindet: "Tusch", es tritt auf: die ex-verheiratete Ex-Polizistin Jill Fitzpatrick, nun Privatdetektivin und – lesbisch (sehr süß: Susie Porter, der man die Haare abschnitt und sie in weite Hosen und Lederjacke steckte – Stichwort: wie bastelt man eine Lesbe). Und da Lesben ja immer und ständig auf den Suche nach imposanten Frauen sind, schnüffelt Jill nicht nur im Fall der verschwundenen Mickey herum, sondern auch an der so unwiderstehlichen Professorin.

Nun, Mickey wird schließlich tot aufgefunden, und der Verdacht fällt auch auf Dianas Ehemann (ja, Ehemann!), einen schleimigen Widerling, der den beiden Mädels auch gerne mal beim Sex zusehen würde. Spätestens jetzt rutscht "The Monkey's Mask" auf RTL II-Spätfilmniveau herunter, unterstützt durch einen ausgiebigen Gebrauch von unsinnigen sexuellen Anzüglichkeiten und dem dementsprechenden Wortschatz.

Wo der in Australien gedrehte Film anfangs noch durch viel Dunkelheit, Nebel und (ach, wie intellektuelle) Zwischentitel versucht, europäisch-mysthisches Kino zu imitieren, entwickelt sich ein doofes "Whodunnit", das leider nicht einmal funktioniert, da nach spätestens fünf Minuten klar ist, welche Spielchen hier eigentlich gespielt wurden.

Dass "The Monkey's Mask" trotz allem an einem amüsanten Abend mit guten Freundinnen ein äußerst sehenswerter Film ist, liegt an der unbeabsichtigten Komik dieses ansonsten Selbstironie-freien Filmes. So scheint es, als wäre in der Postproduktion tatsächlich aufgefallen, dass beide Hauptdarstellerinnen weder Emotion noch Aussage auf die Leinwand zaubern konnten. Abhilfe lag wohl durch eine Nachsynchronisation mit Off-Monologen nahe, die die gestandene Lesbe Jill dann Dinge à la "Ich glaube, sie findet mich scharf" "denken" lässt. Hätte man sie ihre Gedanken für sich behalten lassen, wäre "The Monkey's Mask" noch schlimmer als er nun schon ist: Einfach ein schlecht verfilmter, schlechter Lesbenkrimi.


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Infos
USA 2000
Erotik-
Thriller,
90 min.
R:
Samantha Lang
B:
Anne Kennedy
D:
Kelly McGillis,
Susie Porter,
Marton Csokas
Vorlage:
Dorothy Porter

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