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DykesVision / Lesbenfilme / Late Bloomers

Late Bloomers

Kritik von Imke

Der Film erzählt die Geschichte zweier Frauen mittleren Alters, die sich selbst längst zum alten Eisen zählen und unerwartet gemeinsam die große Liebe erleben.

Es handelt sich dabei zum einen um die Mathematik- und Sportlehrerin Dinah Groshardt (Connie Nelson), Typ rothaariger Blaustrumpf mit der Optik einer gerade zum Leben erwachten Vogelscheuche, die allein mit ihren beiden Schildkröten lebt. Zum anderen geht es um Carly Lumpkin (Dee Hennigan), Sekretärin mit deutlichen Figur- und Selbstwertproblemen, Ehefrau in einer im besten Falle sanft entschlafenen Beziehung und Mutter eines vorpubertierenden Sohnes und einer vollpubertierenden Tochter. Beide Frauen betonen (und niemand widerspricht ihnen an dieser Stelle), sie seien "not the type to have affairs", aber dennoch passiert es:

Schauplatz der Handlung ist die Eleanor B. Roosevelt Highschool in einer kanadischen Kleinstadt, und alles beginnt damit, dass Dinah Groshardt im Schulunterricht die Notiz eines Schülers an eine Mitschülerin abfängt: "Fuck me after basketball. I’ll be really hot." Es stellt sich heraus, dass es sich bei der Adressatin der Nachricht um Val Lumpkin handelt, die Tochter von Dinahs Kollegen Ron Lumpkin, zu dessen Familie Dinah abends zum Essen eingeladen ist - einschließlich anschließendem Basketballspiel mit Ron (!).

Und so kommt es, wie es kommen muss: Während Ron und Dinah sich nach dem Essen sportlich betätigen, entdeckt seine Ehefrau Carly, ihrerseits Sekretärin an der Roosevelt Highschool, beim Geschirrspülen obige Notiz und zieht daraus den naheliegenden Schluss, dass Dinah und ihr Mann ein Verhältnis haben.

Zum Glück klärt sich das Missverständnis beim zufälligen Zusammentreffen in der Damentoilette der Roosevelt Highschool, und auf diese Weise kommen sich Dinah und Carly zögernd näher. Die gegenseitige Sympathie setzt sich auf einem Schulball zum Valentinstag fort und als Dinah Carly am nächsten Tag anbietet, ihr Basketballspielen beizubringen, ist die Freundschaft endgültig besiegelt. In den nun folgenden Wochen wird die Zuschauerin eingewiesen in die subtile Erotik des Basketballspielens, in dem es schließlich sogar zu einem "Kussunfall" zwischen den beiden Frauen kommt. Letzterer sorgt zunächst für Verwirrung und gegenseitigen Rückzug, und die Damentoilette der Highschool muss bald erneut als Ort der Versöhnung herhalten. Diesmal allerdings mit dem Zusatz einer Liebeserklärung.

In die Freuden und Aufregungen, die diese späte Liebe mit sich bringt, bricht jedoch jäh der Alltag ein, als Carly ihren Mann und ihre Kinder verläßt, um zu Dinah zu ziehen. Ihre Kinder wenden sich von Carly ab, in der Schule kommt es wegen der lesbischen Beziehung zu tumultartigen Szenen, und in einer einberufenen Konferenz wird schließlich beiden Frauen die Kündigung ausgesprochen. Die Liebe der beiden Frauen wird also auf eine harte Probe gestellt, doch da es sich hier um eine Komödie handelt, nimmt alles ein gutes Ende, und wir dürfen zum Schluss sogar Zeugin einer lesbischen Hochzeit werden.

Zugegeben wird manchmal in dem Film ein bißchen dick aufgetragen und zugegeben ist er an einigen Stellen etwas langatmig, aber dennoch ist hier ein reizender kleiner Film entstanden, der offenbar mit viel Liebe gedreht worden ist. Die beiden tragikomischen Hauptdarstellerinnen hätten beide unmittelbar einem Clown-Seminar entstiegen sein können und verleihen den beiden Figuren der Dinah und Carly eine skurrile Romantik, die auch hartgesottene Herzen rührt. Der Film lief mit Erfolg 1996 auf dem Sundance-Filmfestival und ist in Deutschland als Video in englischer Sprache erhältlich.

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Infos
CAN 1996
Komödie
R:
Julia Dyer
B:
Gretchen Dyer
D:
Connie Nelsen,
Dee Hennigan,
Gary Carter

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