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DykesVision / Lesbenfilme / Die Konkurrentin |
Kritik von ImkeDie Konkurrentin![]() Eigentlich hat Katharina Nordberg (Charlotte Schwab) alles, was frau so braucht: einen gut bezahlten Job in einer Unternehmensberatung, zwei wohlgeratene Kinder und einen habilitierten Ehemann, den wohl jede Schwiegermutti als "gute Partie" bezeichnen würde (wobei es Mutti bekanntlich nicht um Attraktivität, sondern um Sicherheit, Anerkennung und viel Kohle für ihre Tochter geht). Wen stört es da schon, dass Katharina den Haushalt offensichtlich alleine schmeißen muss, dass die Versetzungswahrscheinlichkeit ihres Sohnes ins nächste Schuljahr approximativ gegen null strebt, dass ihr Ehemann Jens unter einem pathologischen Drang nach Studentinnen des 4. Semesters leidet, und dass der Sohn ihres Firmenchefs Grosser schon lange nach einer Möglichkeit sucht, sie elegant aus der Firma verschwinden zu lassen? Aus dem Gleichgewicht bringt Katharina schließlich etwas ganz anderes, nämlich die Begegnung mit Maren Rieger (Ann-Kathrin Kramer), die vom Junior-Grosser in die Firma eingeschleust wurde, um Katharina derart hilfsbereit zur Hand zu gehen, dass diese für alle - aber besonders für die väterliche Firmenleitung - sichtbar überflüssig wird. Zunächst ahnt Katharina von all dem nichts, ist aber nichtsdestotrotz entsetzt, dass sie zur Ausarbeitung eines anstehenden Millionenauftrages der Firma Reben nach jahrzehntelanger erfolgreicher Ein-Frau-Arbeit auf einmal eine Assistentin vorgesetzt bekommt, zumal diese sich mit eben jener Tätigkeitsbeschreibung nicht zufrieden gibt und "inhaltlich voll mitarbeiten" will. Der Stress ist also vorprogrammiert und Juniors Plan scheint zu gelingen. Doch allmählich dämmert Katharina der wahre Grund für Marens plötzliches Auftauchen in ihrer Firma, und sie beginnt, um ihren Arbeitsplatz zu kämpfen. Nun ist es nicht so, dass in Marens Augen nicht von Anfang an ein gewisser Schimmer beim Anblick Katharinas gelegen hätte, und es ist auch nicht so, dass Katharina der Charme der gutaussehenden, ehrgeizigen und ziemlichen lesbischen Maren entgangen wäre. Aber bei ausgefeilten Mobbing-Techniken hat die Romantik nun mal keinen Platz, die beiden Frauen trauen sich gegenseitig nicht über den Weg und kriegen sich erwartungsgemäß bald dermaßen in die Haare, dass Maren ihren Job kündigt. Seniorchef Grosser ist sehr erbost, dass sein Millionenprojekt den Bach runterzugehen droht, "nur weil sich zwei Frauen nicht einigen können", und verlangt von Katharina, Maren dazu zu bewegen, die Kündigung wieder zurückzunehmen. Also macht Katharina sich auf den Weg zu Marens Wohnung.
Katharina und Maren verkünden ihren verwunderten Chefs, ab jetzt zusammenarbeiten zu wollen, bereiten sich intensiv auf das anstehende Gespräch mit dem Auftraggeber Reben vor und wechseln tiefe Blicke (bzw. Maren blickt und Katharina guckt verwirrt zurück). Und dann kommt schließlich der große Tag der Präsentation ihrer Arbeit bei der Firma Reben, und dafür ist eine - na was? - Dienstreise nötig. Trotz gemeinsamer Dienstreise und nicht zu übersehender gegenseitiger Anziehung gilt es allerdings, noch verschiedene äußere und auch innere Hindernisse aus dem Weg zu räumen, bis die beiden Frauen endlich zueinander finden und Katharina schließlich mit für Mütter erstaunlicher Konsequenz zu Maren übersiedelt. Und dann muss nur noch ein geeigneter Plan entworfen werden, um dem Junior-Grosser das Handwerk zu legen... Neben Maccarones Werken und Färberböcks "Aimée und Jaguar" gehört dieser Film zu den erfreulichen deutschen Produktionen mit lesbischem Plot. "Die Konkurrentin" ist ein kurzweiliger, erfrischender Film, in dem einmal nicht der lesbische Lebensstil problematisiert wird, sondern vielmehr das gewitzte Austricksen männlicher Machtstrategien im Berufs- und Privatleben im Vordergrund steht. An manchen Stellen erscheint der Film etwas sehr seicht: Nicht nur, dass es ein Leichtes zu sein scheint, innerhalb von einigen Wochen eine gut gehende Firma in den Ruin zu treiben, nein, es scheint für eine Mutter zweier dreizehnjähriger Kinder offensichtlich auch kein großes Problem, Mann und Familie zu verlassen mit der lapidaren Begründung: "Ich weiß nur, dass ich verliebt bin wie noch nie in meinem Leben. Und dass ich das ausprobieren muss." Der Film aber will nicht problematisieren, er will unterhalten, und das gelingt ihm auf ganz unspektakuläre Art und Weise. Darüber hinaus ist es eine Freude, den beiden Hauptdarstellerinnen zuzusehen, und insbesondere Ann-Kathrin Kramer ist in der Rolle der Maren ein wahrer Glücksfall. Diskutiert "Die Konkurrentin" im Forum! |
InfosD 1997KomödieR:
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