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DykesVision / Lesbenfilme / It's In The Water |
It's In The WaterKritik von ImkeAufregung im kleinen texanischen Ort Azalea Springs: ausgerechnet ein Hospiz für Menschen mit Aids ist am Stadtrand eingerichtet worden. Die Angst vor Ansteckung und überhaupt vor zu vielen "Schwulitäten" ist groß. Zu allem Überfluss soll auch noch die "Frauenliga", in der sich die höheren Töchter der Stadt zusammengeschlossen haben, ehrenamtliche Hilfe im "Hope House" (sic!) leisten</p> <p>Nur Frauenligamitglied Alex (Keri Jo Chapman) ist hocherfreut, denn so ergibt sich für sie die Chance, Bruce, den Partner ihres besten Freundes Spencer, im Hospiz zu pflegen. Und als sie in einer der Krankenschwestern auch noch ihre ehemalige College-Freundin Grace (Teresa Garret) erkennt, ist die Freude noch größer... Die nächste Aufregung im Dorf folgt auf dem Fuße, denn auf dem jährlichen "Azalea-Ball", auf dem sich alles versammelt, was Rang und Namen hat, "verrät" Spencer einer älteren Dame, es sei das azaleanische Trinkwasser, das ihn schwul gemacht habe. Der Ball ist noch nicht zu Ende, da sind schon die ersten Trinkwasserreservoirs aus den Nachbarorten angezapft, und in den nächsten Tagen werden schwere Tonnen außerörtlichen Wassers angeliefert. Darüber hinaus wird die Bevölkerung durch die regionale Presse über aktuelle Untersuchungen des Trinkwassers auf dem Laufenden gehalten. Lediglich Mark, Sohn des Zeitungsinhabers Stratton, versucht, seinen Vater davon abzuhalten, die Gerüchteküche um das "verseuchte" Wasser weiter zu schüren. Mark weiß nur zu gut, dass es am Trinkwasser wohl nicht liegen kann, denn er nimmt seit geraumer Zeit an den von Brother Daniel geleiteten "Homo No Mo'"-Treffen teil, in denen es darum geht, die entgleisten männlichen Menschenkinder wieder auf den heterosexuellen Pfad der Tugend zurückzubringen. Ist klar, dass die Treffen eine gute Möglichkeit sind, sich schmachtende Blicke unter Männern zuzuwerfen, und als dann auch noch Neuling Tomas in der Gruppe auftaucht, schmelzen die Herzen und insbesondere das von Mark nur so dahin... Doch zurück zu Alex: Nicht nur, dass sie wegen ihrer Mitarbeit im "Hope House" die missbilligenden Wortschwalle ihrer hysterischen Mutter und die abwertenden Kommentare ihres eitlen Mannes Robert (wußtet Ihr, dass man im Eisen eines Golfschlägers nachprüfen kann, ob das Kopfhaar schon von Geheimratsecken bedroht ist??) über sich ergehen lassen muss, nein, darüber hinaus rückt ihr Coming-out auch noch bedrohlich näher...
Begonnen hat alles damit, dass Grace sie zum Essen eingeladen hat. Beim anschließenden gemütlichen Bier auf der Veranda will Grace von ihrer alten Freundin Alex wissen, wie es ihr geht und wie ihre Ehe so läuft. - Oh, alles bestens, sie und Robert würden sich nie streiten, naja sie würden allerdings auch nie reden ... und miteinander schlafen würden sie auch nie, und um ganz ehrlich zu sein habe sie nie geglaubt, dass es mit dem Sex schon vorbei sei, bevor man dreißig würde... Grace berichtet nun ebenfalls von ihrer Ehe bzw. von deren Scheitern und den wahren Grund, weshalb sie sich von ihrem Mann Travis getrennt hat: Schuld war nämlich die Affäre mit einer bezaubernden Krankenschwester namens Sarah. Die perplexe Alex will natürlich alles wissen: Ob es anders war, ob es ein "Ausrutscher" war, ob Grace sich vorstellen könnte, sich noch einmal... - "Don't get me wrong, Alex", unterbricht Grace, "Travis and I, we did a Love-Sport-Fucking. But I never really made love - until I was with another woman..." Alex ist platt. Doch nicht genug der Verwirrung, in den folgenden Tagen stellt Spencer auch noch fest, dass Alex' sämtliche College-Dates verkappte Schwule waren. So ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die verunsicherte Alex zu härteren Maßnahmen greift und mittels einer ziemlich schlecht gelungenen Undercover-Aktion sämliche Lesbenvideos aus der Videothek schleppt, die sie sich alle (wie nur?) innerhalb einer Nacht reinzieht. Das virtuelle Vergnügen allerdings wird am nächsten Morgen zur tränenreiche Erkenntnis, als Alex nämlich Grace im Hospiz unbemerkt dabei beobachtet, wie sie Bruce die Arme massiert...
Der Trost von Grace, die Alex anschließend heulend in der Abstellkammer vorfindet, hilft zunächst nicht viel weiter, im Gegenteil. Aber schließlich bietet die abgelegene Kammer Alex die Möglichkeit, nun endlich zur Praxis überzugehen, um zu erforschen (mit Grace' freundlicher Unterstützung), was eigentlich Sache ist. Doch in einem Dorf wie Azalea Springs ist man selbst in Abstellkammern nicht sicher, und so werden die Forschungsarbeiten sehr kurzfristig von der passionierten Dorftratscherin Sloan unterbrochen, die gerade des Weges kommt. Es dauert nur Sekundenbruchteile, bis das ganze Dorf in Aufruhr ist (und mit dem Trinkwasser kann Alex sich auch nicht mehr rausreden, die Wasser-Hypthese wurde gerade von der Wissenschaft widerlegt), und zwar nicht nur über Alex und Grace: Azalea Springs wird offensichtlich von einer Flut homosexueller Dorfbewohner heimgesucht, vor der sich die Heten nur schwer in Sicherheit zu bringen vermögen... ![]() Die Idee, homosexuelle Frauen und Männer als einzig "Normale" in einem Dorf voller heterosexueller Spießer auftreten zu lassen, ist zweifellos originell. Außerdem ist Azalea Springs ein Dorf, in dem homophobe Vorurteile und Widersprüchlichkeiten munter durcheinander purzeln, was der Zuschauerin mehr als einmal ein mitwissendes Lächeln entlockt. Weniger lächeln kann ich persönlich über die Geschmacklosigkeit, ein Aids-Hospiz zum zentralen Schauplatz einer Komödie zu machen. Aber um Geschmack geht es hier nicht, der Film will nicht ernst genommen werden, er will nur unterhaltsam homophobe Vorurteile entlarven und unsere zwangsheterosexualisierte Welt einmal für 90 Minuten auf den Kopf stellen. Und das gelingt ihm auch. Die Absicht der Regisseurin, gleich zwei Love-Stories, eine lesbische und eine schwule, innerhalb eines Films zu entfalten, war allerdings etwas zu viel des Guten, ein Handlungsstrang musste da zwangsläufig zu kurz kommen. Da es sich hierbei aber um die Liebesgeschichte des schwulen Paares (Mark und Tomas) handelt, soll uns das nicht weiter stören... Insgesamt ist der Film zwar nicht gerade ein großer Wurf, aber mit seinen satirischen Elementen nett anzuschauen und bietet durchaus die Chance auf einen harmlosen, vergnüglichen Kino-/Videoabend. Diskutiert Lesbenfilme im Forum. |
InfosUSA 1996R:
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