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DykesVision / Filme / Desert Hearts |
Desert HeartsKritik von Tina Der Film spielt in Reno, dem Mekka der Spieler und Scheidungswilligen. Es ist die Zeit der großen Straßenkreuzer und der Musik von Elvis. Vivian Bell (gespielt von der phantastischen Helen Shaver), eine Englisch-Professorin aus New York, kommt nach Reno, um sich nach 12 Jahren leidenschaftsloser Ehe scheiden zu lassen. Als sie im Verlauf der Handlung einmal gefragt wird, woran ihre Ehe gescheitert ist, antwortet sie mit einem zynischen Grinsen, ihre Ehe sei in stillen Wassern ertrunken. Vivian quartiert sich auf einer Ranch ein. Frances (Audra Lindley), die Besitzerin der Ranch, ist nach dem Tod ihres Mannes mit ihrem Sohn und ihrer Stieftochter allein und nimmt Vivian freundlich auf. Schnell stellt Vivian fest, das Frances ihren Sohn sowie auch ihre Stieftochter Cay (Patricia Charbonneau, talentiert und obendrein eine Augenweide) mit ihrer Liebe und Fürsorge erstickt, aus Angst, allein zu sein. Cay arbeitet in einem der unzähligen Spielcasinos von Reno. Ihr Chef dort ist bis über beide Ohren verliebt in sie (wer kann es ihm verdenken?), hat aber keinerlei Chancen bei ihr. Cay bevorzugt das eigene Geschlecht und sie hat keinerlei Probleme, "eine für's Bett" zu finden, doch Cay sucht nach der "Richtigen", der Frau, die ihr etwas bedeutet, mit der sie alt werden möchte. Als sie Vivian das erste Mal begegnet, glaubt sie, diese Frau nun endlich gefunden zu haben. Nachdem die beiden Frauen sich zunächst einmal angefreundet haben, gelingt es Cay mit geradezu atemberaubender Selbstverständlichkeit, das Objekt ihrer Liebe und Begierde zu verführen. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine unglaublich intensive und leidenschafliche und leidenschaffende, alles verzehrende Liebe... Mehr mag ich über die Handlung nicht verraten. Aber eine Kernaussage des Films ist meiner Ansicht nach, daß es nichts Schlimmeres gibt, als später vielleicht, wenn es zu spät ist, zu bereuen, etwas NICHT getan zu haben. "Desert Hearts" wurde 1985 nach dem gleichnamigen Roman von Jane Rule, der in Deutschland beim Daphne-Verlag zu beziehen ist (ISBN 3-89137-008-3), sehr einfühlsam von der ambitionierten jungen Regisseurin Donna Deitch in Szene gesetzt.
Ich war vom ersten Moment an fasziniert von diesem kleinen Meisterwerk des erotischen Films. Ich habe inzwischen einige Filme gesehen, in denen es um lesbische Liebe ging, doch "Desert Hearts" ist für mich nach wie vor der beste in seiner Art. In keinem anderen Film wurde bisher derartig einfühlsam diese Form der Liebe belichtet, in keinem anderen Film habe ich bisher eine derartige Leidenschaft zwischen den Darstellerinnen entdecken können. Die Sunday Times hat in einer Kritik zu diesem Film geschrieben: "Lesbische Leidenschaft, neben der Mickey Rourke und Kim Basinger in 9 1/2 Wochen wie brave Sonntagsschüler aussehen." Dem kann ich mich nur anschließen. Die Art und Weise, in der sich Cay Vivian langsam annähert, die zögernde und ein wenig ängstliche Art, mit der Vivian auf Cay's anfängliche Annäherungsversuche reagiert, die Vehemenz und die Kompromißlosigkeit, mit der Cay schließlich Vivian ihre Liebe gesteht und von ihr die Erwiderung dieser Gefühle einfordert, ist einfach wunderschön mitanzusehen. Diese Liebesgeschichte ist mit soviel Fingerspitzengefühl erzählt und in Szene gesetzt, dass man den Film einfach mögen muß. Tolle Musik hat der Film auch noch zu bieten, zu hören sind unter anderem Buddy Holly, Ella Fitzgerald, Elvis Presley, Johnny Cash, Patsy Cline, Gene Vincent und und und... Diskutiert eure Lieblingsfilme im Forum. |
InfosUSA 1985R:
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