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Better Than Chocolate

Kritik von sam

Die Kanadierin Anne Wheeler legt mit dieser einerseits leichten Komödie einen dennoch (wie heißt es immer so schön?) sozialkritischen Film hin, was ihr nicht zuletzt dank vielseitigen sich überschneidenden Handlungen sowie überzeugend und unverkrampft spielenden Jungdarstellern gelingt.

Die 19jährige Maggie (Karyn Dwyer) verliebt sich in Kim (Christina Cox), die mit einem Van durchs Land zieht und davon zu leben scheint, Porträts von Leuten auf der Straße anzufertigen. Ausgerechnet zu der Zeit kündigt Mutter Lila (Wendy Crewson) ihren Besuch an, Maggies Bruder Paul im Schlepptau. Das Problem: Zum einen ist diese überhaupt nicht begeistert davon, daß Maggie gerade ihr Collegestudium abgebrochen hat, und zum anderen hat die arme Mutter auch noch überhaupt keine Ahnung davon, daß Maggie lesbisch ist.

Diese wohnte bisher bei ihrer Chefin Frances (Ann-Marie MacDonald) über deren Frauenbuchladen "ten percent" und zieht nun Hals über Kopf zur Zwischenmiete in die Wohnung einer Safer-Sex-Beraterin, die in der nächsten Zeit auf Verkaufstour ist, und versteckt dort mehr oder weniger erfolgreich vor dem Eintreten ihrer Mutter die überall herumstehenden Dildos, nachdem die ausgerechnet dann sturmläutet, als Maggie mit ihrer neuer Freundin unter der Dusche steht.

Aber natürlich kommt es noch schlimmer. Lila ist nicht nur auf Kurzbesuch, sondern plant nicht zuletzt aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit und der Tatsache, daß sie gerade von ihrem zweiten Ehemann verlassen wurde, einen längeren Aufenthalt. Obwohl Maggie von allen Seiten den Rat bekommt, vor ihrer Mutter endlich das längst fällige Coming-Out hinzulegen, traut sie sich nicht. Als sie dann die Liebe zwischen ihr und Kim auf die konkrete Frage Lilas direkt abstreitet, rauscht Kim wütend in ihrem Van davon.

Wird Kim wieder zu Maggy zurückkehren? Wird Transvestit Judy (Peter Outerbrigde) Frances davon überzeugen können, ihrer Liebe eine Chance zu geben? ("You can run, but you can't hide!") Wird Frances ihren Buchladen retten und den Behörden klarmachen können, daß Rotkäppchen kein obszöner Lesestoff ist? In einer dramatischen Szene samt splitternden Schaufensterscheiben, Judy und Lila im Alkoholrausch, einer nackten Maggie und einem brennenden Buchladen fallen die Entscheidungen.

Letztendlich ist "Better Than Chocolate" ein Film, der erfreulich unbefangen mit sexuellen Tabus umgeht, auch wenn er gerade dadurch zeitweise in übertriebene Leichtigkeit abdriftet. Durch die im Vordergrund stehende Forderung nach Toleranz verzeiht man dies Anne Wheeler jedoch gerne.


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Infos
CAN 1999
R:
Anne Wheeler
B:
Peggy Thompson
D:
Karyn Dwyer,
Christina Cox,
Wendy Crewson

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