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Disclaimers

Category: BtVS
Pairing: Willow/ Tara
Rating: jugendfrei (PG?)
Spoiler: keine
Übersetzung: Doro. Zum Original.
E-Mail: lisewilliams@geocities.com



A Queer Little Fairy Tale

von Lise Williams

 

Es ist einfach ein weiterer Tag. Tara riecht nach Blumen, wegen des Parfums, das Willow ihr geliehen hat, und tanzt zu einer Melodie in ihrem Kopf, die sie seit dem Chemie-Unterricht nicht mehr losgeworden ist. Chemie - das war, als Willow viermal gelächelt, zweimal ihre Hand berührt und gekichert hat... und wo die Atome auf der Tafel herumgeflogen sind, sich aber überhaupt nicht in ihrem Kopf übersetzen lassen wollten. Wenn es sie interessieren würde, dann würde ihr das Sorgen machen; und heute nacht, wenn sie in ihre Lehrbücher sieht und anfängt zu weinen, nur ein klein wenig, dann wird es das auch. Bis dahin wird sie sich erinnern. Viermal hat Willow gelächelt.

Und dann setzt sich Tara hin, unter einen Weidenbaum - einen von einem Dutzend auf dem Campus. Und lächelt selbst. Ein Weidenbaum.

Weide - "Willow!"

"Hey, Tara!"

Und noch ein Lächeln. Instinktiv zieht Tara den Kopf ein und richtet die Augen auf die kleine Butterblume im Gras.

"Hör zu. Du weißt schon, organische Chemie heute morgen? Ich glaube nicht, dass ich irgendetwas davon behalten habe. Da hab' ich mich gefragt, ob du mir helfen könntest?"

Harmloses Anliegen. Nichts, weswegen man so aufgeregt sein sollte, Tara. Nicht im Geringsten. Trotzdem könnte sie nicht aufhören zu strahlen, selbst wenn sie wollte. "Sicher, Willow. Ich - na ja, ich werd's versuchen. Ich weiß nicht, wieviel ich verstanden habe -"

"Oh, hör auf! Du bist phantastisch in diesen Dingen."

Und dann fängt Willow, die sich die meiste Zeit ihren Büchern widmet, an, von der Feier zu reden, die Xander an diesem Freitag Abend veranstaltet. Und sie braucht Hilfe für die Inszenierung einer kleinen magischen Show-Einlage, und ob es Tara etwas ausmache - sie wüsste, dass das etwas kurzfristig sei, und Tara hätte bestimmt schon Pläne, und es wäre nicht schlimm, wenn...

"Das mache ich gerne, Willow. Mit dir, meine ich."

Und noch ein Lächeln. Das war das sechste Lächeln seit 8:30 Uhr diesen Morgen. Freitag Morgen, und die Sonne scheint. Das Gras riecht gut, genauso wie die Blumen. Willow riecht noch besser.

Tara merkt, wie sie rot wird, und versucht es zu vebergen.

"Wie dem auch sei, Xander möchte Party-Scherze, und ich weiß, das, was du und ich zusammen tun, ist so viel mehr als das, aber das versteht er nicht -" Sie verdreht die Augen und Tara kichert. Alles scheint einfach, wenn man es aufs Wesentliche reduziert: Willow oder nicht Willow. Tara kichert noch einmal, ein wenig albern, und Willow sieht sie an, mit einem niedlichen, in Falten gelegten, verwirrten Gesicht. "Was ist so lustig?"

"Ni-nichts, Willow. Nur - nur du."

"Ich?"

Tara lächelt, und dann lächelt auch Willow, und das ist ihr siebtes Lächeln, und das Gras riecht so gut, und Tara sagt aus einem Impuls heraus: "Lass uns Französisch schwänzen und - Gänseblümchen pflücken gehen, oder irgendwas, Blumen."

Willow grinst und wirft ihr Chemiebuch mit Freude in ihre Tasche. "Ich hätte heute sowieso nichts gelernt, oder?"

Tara schüttelt den Kopf. Die Atome werden sich auch später noch umeinander drehen, genauso gleichmäßig und beständig wie jetzt. Es ist ein zu schöner Nachmittag, um ihn mit Angelegenheiten der Elementarmaterie zu verschwenden, wenn da ein Mädchen ist, ein schönes, lebendiges Mädchen, direkt vor Tara. Ganz besonders wenn es sich so anfühlt, als würde sie nie aufhören zu lächeln.

Kerze

Sie teilen Geheimnisse miteinander, solche, die man nicht jedem erzählt. Tara hat gerade ein klein wenig von ihrem Leben, das sie zu Hause hatte, erzählt. Nicht viel, aber etwas. Als Willow an der Reihe ist, macht sie einen Ausflug in die High School-Zeit. Zu dem Tag, als sie begriff, dass sie sterben könnte. Dass die Horrorwelt, gegen die sie kämpften, in der sie lebten - nun, dass sie wirklich in ihr lebten.

"Weißt du, ich hatte monatelang so schlimme Albträume, dass meine Mom zu mir ins Zimmer kam und so lange meine Hand halten musste, bis ich wieder einschlafen konnte."

Tara steckt noch ein Gänseblümchen in Willows Haar - wunderschönes Haar. Sie kann die Schönheit darin riechen. Sie lässt ihre Finger hindurchgleiten, und, ja, es ist ein Klischee, aber Tara genießt es trotzdem. Sie fragt leise: "Worüber?"

"Oh, das Übliche. Vampire. Tod. Blut. Weißt du, unser Abschlussball ist sozusagen in Zerstörung ausgeartet. So wie alles hier, normalerweise."

Tara bewegt ihre Füße unter der Decke. Das bringt sie näher an Willow heran, und sie ist versucht, ihr einen Arm um die Schultern zu legen, als Trost - oder was auch immer. Sie achtet darauf, ihn fest an ihrer Seite zu halten. "Das muss schwer gewesen sein. Ich meine, hier aufzuwachsen."

Willow kaut auf einem Blumenstängel, sieht auf ihre Fingernägel... streckt ihre Beine aus, so dass sie es bequemer hat, und endet auf Taras Schoß, bevor sie antwortet. "Ja, manchmal."

"Hast du...entschuldige."

Sie dreht sich herum und starrt Tara ins Gesicht. "Warum?"

Tara, gefangen in diesem Blick, rutscht ungemütlich herum, sich allzusehr bewusst, dass Willow ihren verblüfften Blick ganz auf sie konzentriert. Nicht aufgeben wird, bis sie eine Antwort hat. Neugierig, besorgt - niemand sonst hat Tara je gedrängt, sich selbst zu erklären. "Na ja... es ist nur, du... es scheint so schwer, darüber zu reden."

"Manchmal." Sie umarmt Tara kurz, und ein Zittern wandert so schnell ihren Körper hoch, es hätten Eiszapfen und Flammen sein können. Wieder: Klischee. Aber Tara hat trotzdem gezittert, dann legt auch sie unbeholfen ihre Arme um Willow. Versucht, sie nicht zu sehr an sich drücken. Rein freundschaftlich, klar. Willow fährt fort: "Aber es ist so leicht, mit dir zu reden, Tara."

"Ja?"

Willow lächelt, nicht so breit wie die anderen Male, aber dafür auch ernsthafter. Und Tara denkt sofort all diese Dinge, die man nur denkt, wenn man zwanzig ist und nicht anders kann, als ein schönes Mädchen anzusehen, erst recht das Mädchen, das man will. "Ja. Du bist so eine gute Freundin."

Eine...Freundin. Ja. Tara streicht noch einmal über dieses wundervolle Haar, einmal, zweimal, und dann schluckt sie um den Knoten in ihrem Hals herum. Willow spielt noch mit den Blumen, die sie gepflückt haben, und sagt gedankenverloren: "Glaubst du, Xanders Party wird wirklich langweilig?"

"Ich glaube, ich liebe dich."

Da - zwei erstarrte Mädchen. Eine ist entsetzt. Eine ist durcheinander. Willow hustet, legt das dumme Gänseblümchen hin und sieht Tara direkt an...genau das, was Tara im Moment am wenigsten will. Schließlich, als es offensichtlich ist, dass da nicht noch mehr Worte kommen, fragt Willow unsicher: "Wovon redest du, Tara?"

Tara rückt ein Stück ab, denn manche Dinge kann man, wenn sie einmal gesagt sind, nicht mehr zurücknehmen - alles, worauf man hoffen kann, ist, dass sie nicht zuviel Schaden angerichtet haben. Und Tara öffnet ihren Mund, denkt daran zu lügen, zu sagen, es war ein Scherz, es war freundschaftlich gemeint, es war etwas in der Luft, nur etwas in der Luft -

Aber sie kann dieses wundervolle Gesicht nicht anlügen. "Ich meine Liebe. Liebe wie in 'ich möchte dich küssen. Ich möchte dich halten'. Ich liebe, was wir zusammen erschaffen - wir sind Magie, Willow. Du hast mir Dinge gezeigt...und ich glaube, ich liebe dich. So richtig."

Willow sieht noch verwirrter aus und vielleicht ein klein wenig ängstlich - sie ist nicht so, stimmt's?! Ja, stimmt. Wie dem auch sei. Und es gibt nichts, das eine von ihnen tun könnte, was das Ganze nicht noch schlimmer machen würde, wenigstens nicht in Taras Augen - jetzt wird Willow sich nicht mal mehr wohl fühlen in ihrer Nähe, sie wird sie nicht ansehen können, ohne sie zu hassen...

Aber da ist kein Hass in Willow, und sie hat die Hand nicht von ihrem Knie genommen, die Hand, von der Tara vergessen hat, dass sie an ihrem eigenem Arm befestigt ist. Es ist eine verrückte Idee. Es ist dumm und verrückt und... doch Tara tut es trotzdem. Also sagt Tara, mehr als nur ein wenig von Angst erfüllt, "K-kann ich?"

"Kannst du was?"

Und Tara hat so viel Angst, dass sie nicht mehr denken kann. Das ist er, weißt du. Das ist der Test. Aber sie holt tief Luft - irgendwie gibt ihr Willow immer ein wenig mehr Mut, als sie alleine hätte. "Dich k-küssen. Kann ich dich küssen?"

Willow nickt. Tara lehnt sich zu ihr hin.

Und das ist es. Liebe.

Kerze

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