Verzauberte Nachwuchshexen
Buffy - im Bann der Dämonen:
Willow und Tara
VI
F a m i l y ( 8 4 )
Es ist Abend. Willow liegt bereits im Bett und möchte eine Geschichte hören. Tara, die bei ihr sitzt, lässt sich von Miss Kitty Fantastico inspirieren und erzählt von einem kleinen, einsamen, ungeliebten Kätzchen, das aber schließlich eine Familie findet. Danach will sie eigentlich noch ein paar Zaubersprüche nachschlagen. "Kein Problem", behauptet Willow mit gespieltem Schmollen. "Ich muss ja nicht kuscheln..." Das wirkt. Tara nimmt grinsend die Bücher vom Bett und erklärt, sie wolle eben nützlich für die Gang sein. Willow versichert: "Das bist du! Du bist...essentiell!" Tara schlüpft lächelnd zu ihr unter die Kuscheldecke.
Am nächsten Tag sind die Scoobies mit Buffys Umzug vom College zurück in ihr Elternhaus beschäftigt. Die beiden Hexen falten Klamotten und nutzen die Gelegenheit, einander anzuschmachten. Während Willow einen Koffer hinausschleppt, tröstet Giles die von den Kämpfen der letzten Nacht etwas angekratzte Buffy, sie müssten nur die Schwächen ihrer derzeitigen Lebensabschnitts-Erzfeindin herausfinden. Tara wirft ein: "Ja, ihre Quellen studieren, und dann werden wir sie mal ihrem Insekten-Spiegelbild vorstellen!" Alle starren sie verständnislos an.
Die Hexe stammelt peinlich berührt: "Ähm, das...das ist witzig, wenn man taglarianische Riten studiert hat...und...ein kompletter Trottel ist." - "Und wieso hat dann Xander nicht gelacht?" scherzt Riley. Da sich dummerweise vor Tara immer noch kein Boden auftut, in dem sie versinken könnte, schnappt sie sich einen Karton und geht hinaus. Xander hat den Gag nicht kapiert und erwidert irritiert: "Ich kenn' mich mit dem taglarianischen Zeug gar nicht aus..."
Darauf kehrt Willow zurück und erinnert die anderen daran, dass alle um acht im Bronze sein sollten. Die gesamte Scooby Gang ist ahnungslos. - "Morgen abend! Taras Geburtstag!" Da fällt es ihnen wieder ein, und sie versichern der besorgten Willow - wenn auch nicht sehr enthusiastisch -, sie würden kommen.
Im Laufe des Tages enden Xander und Buffy auf der verzweifelten Suche nach einem Geschenk im Zauberladen, den Giles mittlerweile übernommen hat. Sie haben keine Ahnung, was dem Geburtstagskind gefallen würde, versichern einander aber hastig, dass Tara "wirklich nett" sei. Auch wenn man nur die Hälfte von dem verstehe, was sie rede. Xander bekundet: "Ich weiß von ihr nur, dass sie Willow mag - und davon hat sie ja schon eine." Sicher würden jede Menge Hexen da sein, und dieser ganze neue Lebensstil - ob sie selbst sich da wohlfühlen würden?
Dämonen
 Willow und Tara betreten fröhlich den Laden - Willow findet den Insekten-Witz umwerfend. Als ihre Freundin einen jungen Mann erblickt, verschwindet ihre gute Laune schlagartig. Sie stellt ihn als ihren Bruder Donny vor. Ihr Vater, den sie mit "Sir" anredet, und Cousine Beth tauchen ebenfalls auf und verbreiten eine frostige Atmosphäre.
Später sucht ihr Vater Tara in ihrem Zimmer auf und erregt sich über die Hexenutensilien: "Du versuchst ja nicht mal mehr, es zu verbergen!" Jetzt, da ihr 20. Geburtstag bevorstehe, müsse sie zurück nach Hause kommen, bevor das Böse in ihr ausbreche. Tara wehrt sich schwach. "Deine Familie liebt dich trotz allem. Was werden deine Freunde von dir denken, wenn sie dein wahres Gesicht sehen?"
 Tara begleitet Willow nicht zum nächsten Scoobie-Treffen in den Zauberladen, sondern folgt ihr heimlich und belegt die Freunde mit einem Zauber, der bewirkt, dass sie nichts Dämonisches mehr sehen können. Zu dumm, dass die aktuelle Erzschurkin ausgerechnet Dämonen sendet, um Buffy plattzumachen. Die stürmen den Laden und sind angenehm überrascht, dass sie unsichtbar sind. Der ungleiche Kampf beginnt. Sogar Spike, Vampir a. D., kommt den Scoobies zu Hilfe.
Die Einganstür öffnet sich, Tara stürzt herein und warnt Buffy vor einem Dämon direkt hinter ihr, so dass sie ihn außer Gefecht setzen kann. Die Jägerin will wissen, ob Tara den Dämon sehen könne. Die stammelt nur "O Gott...", spricht eine Formel, um den Zauber aufzuheben, und wird von dem Unwesen niedergeschlagen.
Während Buffy es per Genickbruch erledigt (und über Lesben in der Show regt man sich auf...) und alle sich aufrappeln, erscheint Taras Sippe auf der Bildfläche. Maclay fragt, was los sei. Tara, die immer noch auf dem Boden sitzt, blickt schuldbewusst drein.
Familie
 Es herrscht allgemeine Verwirrung. Die Junghexe, bereits den Tränen nahe, beteuert: "Es tut mir s-s-so leid. Ich habe...versucht, es zu verbergen. Ich wollte nicht, dass ihr seht...was ich bin." Willow kniet bei ihr nieder. "Was, Tara?" Buffy wirft ein: "Was soll das heißen, was du bist?" Sie versucht zu antworten, bringt aber kein Wort heraus. Ihr liebender Vater springt hilfreich ein und erläutert, dass sie - wie alle Frauen in der Familie - eine Dämonin sei, daher auch die Zauberkräfte.
Es dämmert allen, dass Tara sie verhext hat, so dass sie ihre dämonische Seite nicht erkennen konnten. "Du hast uns fast umgebracht!" wirft Buffy ihr vor. Tara erhebt sich. "Ich gehe. Es tut mir sehr leid." Willow hält sie am Arm fest. "Warte! Du willst gehen? Ich...Sie hat nur einen Zauberspruch gemacht, der schiefging! Es war nur ein Fehler..." Maclay behauptet, nur ihre Familie könne das Problem kontrollieren.
Willow ist verzweifelt: "Tara, sieh mich an! Ich...ich habe dir mehr vertraut als jedem anderen in meinem ganzen Leben. War das alles eine Lüge?" Ihre Freundin verneint unter Tränen. - "Also, willst du wirklich weggehen?" Tara schüttelt den Kopf. Maclay schnauzt Willow an: "Das ist nicht deine Entscheidung, junge Dame!" Sie erwidert scharf: "Das weiß ich!"
Maclay besteht darauf, seine Tochter mitzunehmen, bevor es Tote gebe. "Das Mädchen gehört zu ihrer Familie. Ich hoffe, das ist Ihnen allen klar." Buffy entgegnet: "Ist es. Sie wollen sie, Mr. Maclay? Sie können sie haben." Tara lässt den Kopf hängen. Ihr Vater nickt zufrieden. Buffy fährt entschlossen fort: "Sie müssen nur an mir vorbei!" Maclay ruft: "Das ist Wahnsinn! Wir sind ihre Blutsverwandten! Wer zum Teufel seid ihr?" Während auch der Rest der Scooby Gang sich schützend um Tara herum formiert, antwortet die Jägerin: "Familie."
M a g i e
 Die Ursprungsfamilie kapituliert. Beth meint hämisch, sie sollten glücklich werden mit der ekligen Dämonin. Anya, dank jahrtausenderlanger Tätigkeit im DämonInnenwesen pragmatisch, hebt die Hand und fragt: "Welche Sorte eigentlich?" Darauf wissen die Maclays keine Antwort. Der entnervte Spike mischt sich ein: "Machen wir's kurz!" Und dann versetzt er Tara einen kräftigen Schlag ins Gesicht.
Beide heulen vor Schmerz auf. (Wir erinnern uns: Dank des Mikrochips, den ihm Adam einpflanzte, kann Spike keine menschlichen Wesen verletzen, da er dann selber Schmerzen erleidet. Bei Dämonen hat er das Problem nicht.) Tara ist also doch keine Dämonin; es stellt sich heraus, dass diese Legende nur dazu diente, die Frauen in der Familie klein zu halten.
"Meine Nase tut weh!" jammert eine ansonsten sehr erleichterte Tara. - "Bitte, gern geschehen", bemerkt Spike trocken und stolziert von dannen. Zwei Hexen strahlen um die Wette. Die Maclays ziehen zwar noch die "wir-haben-18-Jahre-für-dich-gesorgt,-ist-das-der-Dank?"-Nummer ab, werden aber trotzdem hinausgeworfen, wobei Taras Vater verächtlich schnaubt: "Magie!" Beth dreht sich noch einmal böse zu ihrer Cousine um: "Bist du jetzt glücklich?!" Auf Taras Gesicht breitet sich langsam ein Lächeln aus.
Taras Fete im Bronze wird ein voller Erfolg - auch wenn sie vergeblich versucht, Anya den Insekten-Spiegelbild-Witz zu erklären. Unter anderem bekommt sie von den Scoobies einen Besen geschenkt. Als ein langsames Lied beginnt, führt Willow sie zur Tanzfläche.
"Schöner Geburtstag?"
"Der schönste."
Willow versteht nicht, wieso Tara ihr nie von ihrer familiären Situation erzählt hat. Tara erklärt, sie habe Angst gehabt, dass sie sie dann nicht mehr mit ihr zu tun haben wolle. - "Du bist so ein Dummkopf!" findet Willow. Gerade seit sie gesehen habe, womit ihre Freundin aufwachsen musste, sei sie stolz auf sie und liebe sie nur noch mehr.
 "Selbst wenn ich mich furchtbar fühle, gibst du mir das Gefühl, was Besonderes zu sein. Wie machst du das nur?" Willow grinst: "Magie." Sie tanzen engumschlungen, während der Refrain erklingt: I can't take my eyes off you...I can't take my eyes off you...I can't take my eyes off you.
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