von Ivanova
Bad Girls: Kris & Selena
Sag beim Abschied leise "Fenner"
In Kürze: Kris versucht auszubrechen und macht eine grausige Entdeckung. Die Vollzugsbeamten erleben eine große Überraschung. Die neue Traktchefin lässt nicht mit sich spaßen.
Was bisher geschah: Kris wurde wegen Vatermordes (den in Wirklichkeit Kris' jüngere Schwester Milly begangen hat) eingebuchtet, und ihre Geliebte Selena heuerte als Schließerin in Larkhall an. Als Jim Fenner Kris massiv misshandelte, willigte Selena in ihren Fluchtplan ein. Fenner sperrte Insassin Yvonne Atkins in der alten Henkerszelle ein, um sie endgültig zu beseitigen.
Willkommen der 6. Staffel der Jim Fenner Show... ähm, des frauenzentrierten Gefängnisdramas!
Sechs Wochen sind seit Babs' Hochzeit vergangen. Die Kamera fährt (ähnlich wie in Folge 1 durch alle Tore hindurch, nur diesmal bei Nacht) auf die alte Henkerszelle zu, in der Fiesling Fenner Yvonne Atkins lebendig begraben hat. Wir sehen (und hören) Yvonnes blutige Fingernägel an der Wand kratzen und sie ruft verzweifelt seinen Namen - ein Alptraum, aus dem Jim Fenner schweißgebadet erwacht.
Als er und Di im Gefängnis ankommen, reagiert er sichtlich verstört: Die Gefangenen, die nach wie vor glauben, Yvonne vergnüge sich auf freiem Fuß in Spanien, haben zum wiederholten Mal liebevoll "Adios Atkins" auf die Außenwand gesprüht. Später wischt er heimlich die Tür zur Henkerszelle ab, um seine Fingerabdrücke zu beseitigen. Auf dem Rückweg trifft er auf Selena (die die Gegend für Kris' geplanten Fluchtversuch ausspioniert, wenn auch leider nicht gründlich genug).

Zwei neue Gefangene teilen sich eine Zelle: die toughe Prostituierte Frances Allen und die völlig eingeschüchterte Natalie Buxton (siehe Bild), die wegen Steuerhinterziehung in U-Haft geraten ist. Und das gerade jetzt, wo ihre Sprachschule neue Schüler/innen erwartet. Als sich später herausstellt, dass Natalie möglicherweise Kindesmissbrauch begangen oder unterstützt hat, wird sie von Mithäftlingen attackiert. Sogar die Julies werfen untypischerweise mit Steinen. Bodybag und Fenner lassen durchblicken, dass sie in diesem Fall gerne wegschauen, und Colin ist sowieso ein nervliches Wrack und keine Hilfe. Frances, die über weit mehr als gesundes Selbstbewusstsein verfügt, verteidigt ihre Zellengenossin schlagkräftig und lässt sich schließlich von ihr als Bodyguard anheuern.
Als Traktchefin Di Barker ihrem Team berichtet, dass Yvonne möglicherweise in Spanien gesichtet wurde, geht es Colin gar nicht so gut. Selena und Fenner kommen - wegen ihres Ausflugs in den verlassenen Trakt - verspätet zur Besprechung und sie wundert sich, dass er behauptet, sie seien bei der Aufnahme der Neuankömmlinge aufgehalten worden. Colin nimmt Fenner beiseite und will wissen, was mit Yvonne passiert sei, erfährt jedoch nichts. Derweil spekuliert Fenner auf den Posten als Wing Governor (da Di bekanntermaßen nicht mal einen Goldfisch versorgen könnte, macht sie als Traktchefin erwartungsgemäß keine gute Figur), doch Neil hält ihn hin.

In Kris' Zelle bringt Selena gute Neuigkeiten: Die falschen Pässe sind fertig und sie hat Schlüssel für den verlassenen Trakt nachmachen lassen, unter dem der Tunnel liegt. Der Flucht nach Kanada scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Als Fenner Kris erneut misshandelt, tröstet Selena sie, es seien schließlich nur noch 5 Stunden, bis sie das alles hinter sich lassen können.

Sie testet die neuem Schlüssel und deponiert sie zusammen mit einer Taschenlampe in einem Toilettenspülkasten. "Du bist ein Engel!" findet Kris und sie küssen sich. "Ich liebe dich", antwortet Selena. Sie meldet sich krank, schließt das Gitter hinter dem Offiziersklub auf und wartet auf ihre Freundin. "Komm schon, Baby..."

In einem (von Colin) unbeobachteten Moment setzt Kris sich ab, findet Schlüssel und Taschenlampe, schlägt sich bis zur Henkerszelle durch und macht dort einen ebenso übelriechenden wie grausamen Fund: Yvonne Atkins' Leiche - oder das, was davon übrig ist. Vor Schreck fällt ihr der Schlüssel aus der Hand und durch ein Gitter. Der Weg nach draußen ist versperrt, so dass sie den Rückzug antritt. Man hat zwar schon nach ihr gesucht, doch sie behauptet, sie habe sich auf dem Weg zum Klo verirrt. Die angebliche Übelkeit muss sie nicht vortäuschen: Sie reihert Bodybag recht überzeugend vor die Füße.
Nachdem Kris nicht planmäßig aufgetaucht ist, gesundet Selena schnellstens und kehrt zur Arbeit zurück. Sie findet ihre Freundin weinend auf der Pritsche in ihrer Zelle vor. "Sie ist tot!" - "Wer?" - "Yvonne." Die ganze Zeit müsse sie dort unten gelegen haben. Weil Kris die Schlüssel zurückgelassen hat, beschließen sie, dass Selena die Leiche "finden" und auch die Schlüssel herausholen soll. Plötzlich erinnert sich Kris, dass die Tür zu der Zelle von außen verschlossen war. "Sie wurde ermordet!" Selena fällt ein, dass sie Fenner in der Nähe des Tunnels gesehen hat, und ihnen wird klar, dass er der Mörder sein muss.
Mitten in den Besuch von Natalies Freund und Geschäftspartner platzt die Kripo und verhaftet ihn wegen angeblichen Heroinbesitzes. Sie wird in eine andere Zelle verlegt, schafft es jedoch noch, Frances anzuflehen, einen Anruf für sie zu erledigen. Frances bringt Neil dazu, im Büro telefonieren zu dürfen. Das Telefonat hat einen Zugriff der Polizei zur Folge.
Etwas später betreten Neil und Frances zusammen mit einem Zivilpolizisten Natalies Zelle. Er erklärt, dass der Transport von angeblichen Sprachschülern (tatsächlich Kinder aus Armutsländern, die zur Prostitution gezwungen werden sollten) aufgeflogen ist. Frances ist in Wirklichkeit die Ex-Kripobeamtin Frances Myers. Frances setzt genüsslich hinzu: "Und Sie sind erledigt." - "Du Miststück!" ruft die offenbar doch nicht so unschuldige Natalie und versucht, Myers zu attackieren.

Neil hat noch eine Überraschung auf Lager, besonders für die Vollzugsbeamt/innen: Er ruft sie alle zusammen, kündigt eine neue Traktleiterin an und öffnet die Tür. Frances betritt in sexy Lederklamotten forsch den Raum, und nach der geballten Mischung aus Inkompetenz und Missbrauch, die sie als vermeintlicher Häftling erlebten durfte, spricht sie die denkwürdigen Worte: "Sie haben keine Ahnung, wie sehr ich mich darauf gefreut habe, das zu sagen: Sie sind alle gefeuert!" ("You're all sacked!")
Ah, das war lange überfällig - und eine wunderbare Reminiszenz an die allererste Folge, Them And Us, in der Nikki forderte: "You should all be sacked!" Nikki wäre bestimmt stolz auf sie. Leider, leider zieht Frances "Brubaker" Myers es aber nicht durch, die Mitarbeiter erfahren später, dass sie ihre Jobs noch innehaben, wenn auch auf Bewährung. Bei der kleinsten Regelwidrigkeit würden sie bestraft. HA, das wäre mal was ganz Neues! Neil warnt Frances unter vier Augen, sie solle sich vor Fenner und Bodybag in acht nehmen, die wüssten, wie sie das System ausnutzen können. "Nun, von jetzt an bin ich das System!" erwidert sie selbstbewusst.

Bei Hollamby macht sie sich gleich noch unbeliebter, indem sie sie offenherzig als Hexe bezeichnet. Fenner merkt an, sie seien schon mit ganz anderen Wing Governors fertig geworden, eine davon habe jetzt eine Gefängsnisstrafe vor sich (gemeint ist Karen Betts). Myers bleibt unbeeindruckt und kündigt an, dass jetzt im Trakt G ein anderer Wind wehe.

Selena, der es nicht gelungen ist, die Schlüssel herauszuholen, meldet ihren Fund und das unrühmliche Ende unserer Lieblings-Gangsterbraut. Als die Spurensicherung erscheint, bekommen wir mehr Details zu sehen, als mir lieb ist. Sie halten es für wahrscheinlich, dass sie ermordet wurde, und dass sie die Buchstaben "FE" nicht ohne Grund in die Wand geritzt hat. Neil gibt Yvonnes tragisches Schicksal bekannt, und Bestürzung und Trauer machen sich unter den Häftlingen breit.

Auf dem Nachhauseweg baggert Fenner Selena an, die klarstellt: "Ich stehe nicht auf Sie! Ich finde nichts an Ihnen attraktiv, und ich würde mir lieber Nadeln in die Augen stechen, als eine Sekunde mehr in Ihrer Gesellschaft zu verbringen als unbedingt nötig!"
Fenner hat auf einmal große Angst, alleine zu Hause zu sein, doch selbst Di lässt ihn diesmal abblitzen. Derweil sitzt Colin heulend auf dem Klo und setzt sich einen Schuss, und die Gefangenen rufen aus ihren Zellen in die Nacht: "Wir lieben dich, Yvonne!" und "Wir werden dich nie vergessen!" Zum Abschied werden wir erneut mit Bildern aus der Henkerszelle und blutigen Nägeln traktiert, nur dass es plötzlich Fenner selbst ist, der dort seinen Todeskampf durchmacht - in einem weiteren schrecklichen Alptraum.
z u r ü c k | w e i t e r
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